Gekämpft, gebissen, gekontert SV Meppen kassiert 2:3 in der Nachspielzeit

Von Uli Mentrup


Duisburg So brutal kann Fußball sein. Der SV Meppen verliert nach einem starken Auftritt beim KFC Uerdingen mit 2:3 (1:0). Zweimal lagen die Gäste vorn, kassierten in 20-minütiger Unterzahl noch zwei Gegentore, das letzte in der Nachspielzeit.

Die Gäste sanken nach dem Abpfiff enttäuscht zu Boden, die Uerdinger feierten. Das hatten die Meppener wirklich nicht verdient nach einem couragierten Spiel, in dem sie lange unter Druck standen, aber einige gute Konterchancen nicht konsequent zu Ende spielten. Das war auch für Trainer Christian Neidhart das Manko. „Solche Chancen muss man nutzen. Da darf man nicht als Verlierer vom Platz gehen.“ Zum dritten Mal musste er erklären, warum sein Team trotz guter Möglichkeiten nicht mehr Ausbeute vorweisen kann. Nach drei Spielen ist es ein einziger Zähler. „Es hätten auch sieben sein können“, stellte er fest.

Krämer: Meppen hätte Punkt verdient gehabt

Mit der Leistung der Mannschaft war er zufrieden. „Sie hat gut gekämpft, aber die Konter im letzten Drittel nicht konsequent zu Ende gespielt.“ Massiv störten ihn Abwehrschwächen vor den Gegentoren. „So frei darf man in dieser Liga nicht zum Schuss kommen.“ Der Gastgeber verfügte zwar über mehr Anteile. Dennoch hätte es zu mehr reichen können. „Meppen hätte einen Punkt verdient gehabt“, bekannte Uerdingens Trainer Stefan Krämer, „ja, hätte sogar gewinnen können.“

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Umstellungen zahlen sich aus

Neidharts Umstellungen zahlten sich aus: Max Wegner ging ins Sturmzentrum, Patrick Posipal auf die Doppelsechs neben Thilo Leugers, Steffen Puttkammer rückte bei seinem ersten Einsatz seit dem Nachholspiel gegen Jena im April in die Innenverteidigung. Dafür spielte Martin Wagner wieder auf der Zehn, Luka Tankulic auf der rechten offensiven Seite. Jovan Vidovic und Mirco Born waren im Kader, Marius Kleinsorge fehlte wegen einer leichten Gehirnerschütterung, eine Nachwirkung aus dem Duell gegen Osnabrück.

Gastgeber Uerdingen stellte nur auf einer Position um: Krämer brachte Oguzhan Kefkir für den angeschlagenen Ali Ibrahima, der später eingewechselt wurde.

Gute Kombinationen

Bemerkenswert: Der SV Meppen fand auf dem Rasen in Duisburg seine Spielidee wieder, die zuletzt eher in Ansätzen oder über einen kurzen Zeitraum zu erkennen war. Er attackierte früh, ging energisch zur Sache, schaltete schnell um und kombinierte einige Male richtig gut.

Eigentor beendet die Flaute

Und es gelang der erste Treffer der Nach-Girth-Zeit. Der eifrige Max Wegner hatte wesentlichen Anteil daran. Er ging wuchtig in das Duell mit zwei Gegenspielern – Christian Dorda beförderte den Ball ins eigene Gehäuse. Ein Eigentor beendete die Torflaute nach 197 Minuten. Wegner eilte zur nahen Fankurve und ließ sich feiern.

Erste Chance durch Wegner

Wegner hatte nach Zusammenspiel mit Martin Wagner schon die erste Meppener Möglichkeit gehabt, doch der Kopfball verfehlte das Tor. Nico Granatowski, der wie aufgedreht agierte, setzte den Schuss nach einer halben Stunde zu hoch an. Die letzte Meppener Möglichkeit vor dem Seitenwechsel.

Puttkammer rettet

Der Aufsteiger wehrte sich heftig, stemmte sich gegen die drohende zweite Niederlage an der Duisburger Heimspielstätte. Das Gegentor schien ihn zusätzlich zu motivieren. Puttkammer rettete im Fünfmeterraum, Kefkir traf das Außennetz, SVM-Keeper Jeroen Gies war bei zwei Freistößen auf dem Posten.

Gelbe Gefahr

Doch zwischendurch setzte der SVM einen Stachel, eroberte den Ball, konterte. Er zog sich nach der Führung keinesfalls zurück, hatte aber in der Rückwärtsbewegung manchmal Probleme, schnell genug wieder in die Grundformation zu kommen. Die Abwehr mit dem gut dirigierenden und zweikampfstarken Puttkammer hielt. Bedenklich war allerdings die gelbe Gefahr: Die Karten bedeuteten eine Hypothek für Marco Komenda, Janik Jesgarzewski, Thilo Leugers und Patrick Posipal.

Letzte Entschlossenheit fehlt

Uerdingen verstärkte den Druck im zweiten Durchgang. Bei einem Konter hatte Tankulic die Möglichkeit mehr draus zu machen, doch ihm fehlte die letzte Entschlossenheit. So glich Uerdingen durch Oguzhan Kefkir mit einem Flachschuss aus.

Granatowski-Kopfball zum 2:1

Aber Meppen steckte nicht auf. Sieben Minuten nach dem Rückstand gelang endlich das erste emsländische Tor der neuen Spielzeit: Nach harter Hereingabe von Wagner köpfte Granatowski das Leder über Keeper René Vollath ins Netz. Und es ergaben sich weitere Konterchancen. Doch Wegner und Komenda verpassten per Kopf.

Gelbrot gegen Posipal

Rund 20 Minuten musste der SVM in Unterzahl spielen, weil es Posipal doch noch mit Gelbrot erwischte. Für Wagner kam Vidovic, um die Abwehr zu verstärken. Doch Johannes Dörfler gelang noch der Ausgleich und Lucas Musculus der späte Siegtreffer in der Nachspielzeit.


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