In Duisburg gegen Uerdingen SV-Meppen-Trainer Neidhart plant Umstellungen

Von Uli Mentrup

Eine gute Rolle hat Marco Komenda (l.) in den ersten Partien beim SV Meppen gespielt. Er kennt den Gegner Uerdingen noch aus der vergangenen Saison mit der U23 von Borussia Mönchengladbach. Foto: ScholzEine gute Rolle hat Marco Komenda (l.) in den ersten Partien beim SV Meppen gespielt. Er kennt den Gegner Uerdingen noch aus der vergangenen Saison mit der U23 von Borussia Mönchengladbach. Foto: Scholz 

Meppen Schwere Aufgabe für den SV Meppen am Mittwoch um 19 Uhr beim KFC Uerdingen, der seine Heimspiele in Duisburg austrägt. Die Emsländer warten noch auf den ersten Sieg und das erste Tor.

Trainer Christian Neidhart hat seine Überlegungen über personelle Wechsel abgeschlossen, zeigt aber keinerlei Mitteilungsbedürfnis. „Dann kann ich die Aufstellung ja gleich nach Uerdingen schicken.“ Beim ambitionierten Aufsteiger geht es für den Coach weniger um eine Überraschung, als um das Haushalten mit den Kräften bei aktueller Hitze mit noch drei Spielen in sieben Tagen (Mittwoch Uerdingen, Samstag Aale, Dienstag NFV-Pokal beim VfB Oldenburg). Denn die Meppener Spielidee werde er nicht ändern. Höchstens das Personal, wartet er auf Emfehlungen.

Kleinsorge-Einsatz fraglich

Marcel Gebers, Fabian Senninger und Erik Domaschke fallen weiter aus. Markus Ballmert hält sich überwiegend beim Radfahren fit, um sein Fußgelenk zu schonen. Fraglich ist der Einsatz von Marius Kleinsorge. Der Flügelflitzer und ein Osnabrücker Gegenspieler waren mit den Köpfen zusammengeprallt. Der Emsländer musste sich bei der leichten Trainingseinheit am Montag übergeben. Es besteht Verdacht auf eine leichte Gehirnerschütterung. „Mal abwarten, ob gegen Uerdingen noch was geht“, sagt der Trainer.

Trainer mit Optionen

Neidhart verfügt über Optionen. Patrick Posipal, Steffen Puttkammer und David Vrzogic warteten bislang auf der Ersatzbank auf ihre Saisonpremiere. Thorben Deters zählte „trotz guter Vorbereitung“, so der Trainer, nicht zum Aufgebot. Max Kremer und Deniz Undav standen noch nicht in der Startelf. Kremer, der in der Vorbereitung ordentlich getroffen hat und nach den Einwechslungen in Lotte und gegen Osnabrück für Gefahr sorgte, könnte ein Kandidat sein, um die Torflaute zu beenden. „Aber er ist auch ein sehr guter Einwechselspieler“, gibt Neidhart zu bedenken, der gegen Osnabrück auf die quirligen Angreifer Mirco Born, Marius Kleinsorge und Nico Granatowski setzte. Mit mäßigem Ergebnis.

Chancen „wegmachen“

Dass wegen der Torflaute eine Diskussion um den Weggang von Torjäger Benjamin Girth einsetzt, lässt Neidhart kalt. „Damit muss ich leben“, verweist er allerdings auf die Möglichkeiten, die sein Team herausspielt. „Wir müssen sie nur wegmachen.“In der vergangenen Saison blieb Meppen nur gegen Magdeburg und Rostock in zwei Spielen in Serie ohne Treffer. 215 Minuten dauerte die Torflaute insgesamt. Auch wenn es kein Trost ist: Nach den ersten drei Spieltagen wies der SVM damals einen Zähler auf.

Uerdingen mit Weltmeister Großkreutz

Mit Uerdingen wartet ein ambitionierter Aufsteiger, für den die 3. Liga nur Durchlaufstation sein soll. Dank Präsident Mikhail Ponomarev scheinen die Möglichkeiten im Vergleich zum SV Meppen „nahezu unbegrenzt“ (Neidhart). Im Team von Trainer Stefan Krämer, der seit März im Amt ist, stehen Akteure mit viel Bundesligaerfahrung wie Weltmeister Kevin Großkreutz (186 Spiele), der mit Borussia Dortmund auch noch 29 Champions-League-Partien bestritt, Stefan Aigner (126) und Maximilian Beister (47). Aigner und Beister sorgen für einige Gefahr in der Offensive. Meppens Videoanalyst Jens Robben hat zwei Spiele verfolgt.

Komenda kennt den KFC

„Wenn man solche Spieler verpflichtet, dann sagt das alles“, erklärt Marco Komenda. Der 21-Jährige SVM-Verteidiger kennt die Uerdinger aus der vergangenen Saison mit Borussia Mönchengladbach II. „Eine abgezockte Truppe, die viele Spiele knapp gewonnen hat.“ Eins davon mit 3:2 gegen die Jungfohlen. In Uerdingen reichte es zu einem 1:1.

Profivertrag in Darmstadt

In Meppen fühlt sich Komenda wohl, will den nächsten Schritt machen. Die Kulisse gegen Osnabrück war ein erstes Highlight für den schnellen Innenverteidiger, der in den letzten Jahren zumeist auf der linken Seite der Viererkette gespielt hat. Der aus Hessen stammende Spieler, der ab der F-Jugend alle Nachwuchsteams bei Darmstadt 98 durchlaufen hat und sogar einen Profivertrag bekam, aber nach dem Aufstieg der Lilien in die Bundesliga den Sprung als zu groß erachtete und nach Siegen wechselte, formuliert das Saisonziel klar: „Erst einmal Klassenerhalt. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft die Qualität hat.“


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