„Treffer hätte zählen müssen“ Rafati bestätigt SV-Meppen-Trainer Neidhart

Von Uli Mentrup

Sauer über den Pfiff von Schriedsrichter Welz: Meppens Trainer Christian Neidhart. Foto: ScholzSauer über den Pfiff von Schriedsrichter Welz: Meppens Trainer Christian Neidhart. Foto: Scholz

Meppen „Es war doch relativ einfach zu erklären“, verwies Meppens Trainer Christian Neidhart auf die vergebenen Möglichkeiten als Grund für die 0:2-Derbyniederlage gegen den VfL Osnabrück. Doch eine Szene ließ den 49-jährigen Fußballlehrer auch am Tag nach dem Duell zwischen den Blau-Weißen und den Lila-Weißen nicht los: Der abgepfiffene Eckball von Max Kremer - kurz bevor Leder im VfL-Tor landete.

„Die Schiedsrichterleistung regt mich immer noch auf“, erklärte Neidhart. Denn er wertete den Pfiff des Unparteiischen Tobias Welz, der seit 2010 in der Bundesliga und seit 2013 als FIFA-Referee eingesetzt wird, als unberechtigt. Auf Nachfrage habe der Linienrichter gesagt, der Spieler mit der Nummer fünf, also Meppens Jovan Vidovic, habe geschubst. „Aber da war nichts“, sagte Neidhart schon nach Durchsicht der Szene nach Spielende. Und nachdem er sich die ganze Partie noch einmal in kompletter Länge angeschaut hatte, fühlte er sich bestätigt.

Ermahnung vor dem Eckball

Vor der Ecke, weiß Neidhart, habe Welz Vidovic und einen Osnabrücker wegen einer Rangelei zu sich gebeten. Aber beim Eckball habe er kein Foul gesehen. Welz pfiff in der Szene ab, als Kremer den Ball gerade abgefeuert hatte. Osnabrücks Keeper Nils-Jonathan Körber beförderte das Leder folgenlos ins eigene Tornetz. Es wäre das 1:1 gewesen. „Dann hätte es noch ganz anders kommen können“, meinte Neidhart, dessen Team zuvor bereits einen Elfmeter verschossen hatte.

Kein Trost

Am Montag durfte sich Neidhart bestätigt fühlen. Ex-Schiedsrichter Babak Rafati, der bei liga3-online.de strittige Szenen zum jeweiligen Spieltag beurteilt, meinte: „Ein bisschen Geschiebe in den Strafräumen ist immer gegeben, die Spieler wollen das auch so. In dieser Szene ist aber überhaupt kein Foulspiel auszumachen, daher hätte der Treffer zählen müssen. Eine Fehlentscheidung, diesen Treffer nicht zu geben.“ Ein Trost war es für Neidhart nicht: Der SVM belegt nach zwei Spielen mit einem Punkt Rang 17, hat als einziges Team der Liga noch kein Tor geschossen. Wenn es die Chancen gegen Osnabrück genutzt hätte, wäre die Diskussion über einen Pfiff zu viel überflüssig gewesen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN