Bei Kiels Sieg in Hamburg auf der Bank Ex-SV-Meppen-Torjäger Girth will Zweikampf neu entfachen

Von Tobias Ahrens

Benjamin Girth  – hier noch im Trikot des SV Meppen – saß bei Kiels Sieg in Hamburg auf der Bank. Foto: ScholzBenjamin Girth – hier noch im Trikot des SV Meppen – saß bei Kiels Sieg in Hamburg auf der Bank. Foto: Scholz

Holstein Kiel hat mit dem 3:0 beim Hamburger SV in der 2. Fußball-Bundesliga für eine Überraschung gesorgt. Doch der ehemalige Meppener Torjäger Benjamin Girth, der im Sommer zu den Störchen gewechselt ist, musste vom Seitenrand zusehen. Er hofft jetzt, den Konkurrenzkampf neu entfachen zu können.

Hamburg Schnelle Trippelschritte, eine kleine Körpertäuschung und schon war Girth in Hamburg seinem Gegenspieler entwischt. Allein: Der Gegner war nur eingebildet, Girth wärmte sich im Volksparkstadion abseits der Startelf auf. Intensiv, hochmotiviert und trotzdem ohne Berücksichtigung.

„Ich war enttäuscht“

Trotz des 3:0-Siegs seiner Mannschaft zeigte sich der Girth, der für den SV Meppen in 67 Spielen 39 Tore geschossen hatte, persönlich niedergeschlagen. „Der Sieg ist schön, keine Frage“, begann er in den Katakomben des Volksparkstadions, „als ich die Nachricht des Trainers erhalten habe, dass ich nicht von Beginn spielen werde, war ich schon enttäuscht.“

In bestechender körperlicher Verfassung

Trainer Tim Walter kam im Sommer aus dem Jugendleistungszentrum des FC Bayern. Zum Saisonstart setzte er auf den 20-jährigen Juniorennationalspieler Janni Serra in der Sturmspitze. Girth hatte schon im Vorfeld geahnt, dass es für einen Startelfeinsatz nicht reichen könnte: „Das hatte sich in den letzten Trainingseinheiten angedeutet.“ Dabei präsentiert sich der gebürtige Magdeburger in bestechender körperlicher Verfassung. Girth wirkt gänzlich austrainiert, laut Datenbank wiegt der 26-Jährige noch 82 Kilogramm auf 1,81 Metern. In Kiel ist Girth angekommen. „Die Mannschaft hat mich toll aufgenommen. Die Trainingssteuerung und ganzheitliche Betreuung sind hier nochmal ein Stück professioneller als in Meppen.“

Bewerbung nicht angenommen

Girths Form ließ den Mittelstürmer selbstbewusst nach Hamburg reisen. „Mein Ziel ist es, dass ich in jedem Spiel spiele. Völlig egal, ob gegen Hamburg, Magdeburg oder Heidenheim.“ In den Tests habe er eine gute Leistung gezeigt, sich dem Trainer angeboten. Doch der nahm die Bewerbung seines Spielers vorerst nicht an.

Trainer lobt Angriffspressing

Stattdessen lobte Walter nach Spielschluss das Angriffspressing seiner Mannschaft. „Als Stürmer sollen wir uns ständig bewegen, die Abwehrkette beschäftigen. Und möglichst Tore schießen“, sagt Girth. Ein Tor gelang auch seinem Konkurrenten Serra am Freitagabend nicht. Nach dem 1:0 in der 56. Minute und dem 2:0 in der 74. Minute wurde aber auch Girth klar, dass eine Einwechslung immer unwahrscheinlicher wurde. „Klar, dass man in dieser Situation nicht noch einen Stürmer bringt.“ Girth wärmte sich da noch an der gegenüberliegenden Eckfahne auf. Als in der Nachspielzeit der österreichische U-21-Nationalspieler Mathias Honsank, der zuvor einige hochkarätige Chancen liegen gelassen hatte, per Konter traf, sprintete Girth als einer der ersten Gratulanten zum Torschützen.

„Auch Einwechslungen hoffen“

Um in den kommenden Wochen ebenfalls Spielzeit zu erhalten, weiß der Mittelstürmer, was zu tun ist: „Ich muss den Konkurrenzkampf neu entfachen, auf Einwechslungen hoffen– und vielleicht mache ich dann ja ein schnelles Tor.“ Zumindest die Fans in Meppen dürften nicht vergessen haben, dass er dazu das Zeug hat.


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