Wer die Chancen nicht nutzt... 0:2 – Bittere Derby-Niederlage für den SV Meppen

Von Uli Mentrup


Meppen Der SV Meppen hat vor 12500 Zuschauern in der ausverkauften Hänsch-Arena das Derby gegen den VfL Osnabrück mit 0:2 (0:0) verloren. Eine bittere Niederlage, denn er nutzte die Chancen zum ersten Saisonsieg nicht. Er nahm ein Geschenk des Gastes nicht an – und verschoss zudem einen Elfmeter.

Meppens Trainer Christian Neidhart haderte und sprach nach dem Duell, das mit mit hohem körperlichen Einsatz geführt wurde, von einer unglücklichen Niederlage. Dabei beschönigte er die ersten 20, 25 Minuten nicht. „Da sind wir nicht richtig ins Spiel gekommen.“ Für Stürmer Max Wegner war Flügelflitzer Mirco Born in die Startelf gerückt. Der SVM agierte mit einer flexiblen Offensive, in der Nico Granatowski oft in der Spitze zu finden war. Das Quartett, zu dem auch Luka Tankulic und Marius Kleinsorge zählten, wirkte phasenweise etwas abgeschnitten vom Defensivverbund.

Tankulic trifft das Tor nicht

Osnabrücks Trainer Daniel Thioune, der zum vorherigen 2:0-Sieg in Meppen 1998 einen Treffer beigesteuert hatte, nannte als Knackpunkt in der ersten Halbzeit einen katastrophalen Rückpass von Konstantin Engel, den Tankulic geahnt hatte. Der 27-Jährige erlief nach energischem Einsatz den Ball, umspielte Nils-Jonathan Körber und jagte das Leder - ein wenig bedrängt von einem Osnabrücker – aus spitzem Winkel und kurzer Distanz ans Außennetz (28.). Ein Pflichttor. Und ein Präsent, das man nicht ablehnen darf.

Schüsse geblockt

Meppen war dennoch im Spiel, auch wenn einige Fehlpässe störten. Die Blau-Weißen kamen zu einigen guten Aktionen, die allerdings nicht zu Ende gebracht wurden. Die Schüsse wurden geblockt, oder das Leder weggespitzelt. Klare Möglichkeiten waren es jedenfalls nicht.

Gies pariert Schuss von Taffertshofen

Aber die hatte auch der Gast bis zur Pause kaum gehabt. Osnabrück ließ den Ball besser laufen. Den Schuss von Ulrich Taffertshofer (18.) lenkte Meppens Torwart Jeroen Gies zur Ecke. Der sorgte mit einem schlechten Abspiel, das Marc Heider erlief, für einen weiteren Gefahrenmoment, der allerdings verpuffte.

Leugers veschießt Elfmeter

Zu Beginn des zweiten Durchgangs bestätigte sich für den SVM die Erkenntnis der ersten Halbzeit, dass lange Bälle wenig bringen, denn die eroberte meist der Gast. Meppen konnte sie vorn nicht festmachen. „Aber wir waren am Drücker“, stellte Neidhart fest. Und seine Mannschaft hatte die erneute Chance zur Führung. Nach guter Kombination flankte Hassan Amin den Ball von links nach innen, Engel berührte das Leder mit der Hand. Elfmeter. „Berechtigt“, sagte Neidhart. Thilo Leugers lief an, schoss den Ball in die linke untere Ecke, aber Torwart Nils-Jonathan Körber war schon da – und wehrte ab. „Platziert geschossen, gut gehalten“, meinte Neidhart.

Kopfballtor „des kleinsten Spielers auf dem Feld“

Dass Meppen diese Chance nicht nutzte, rächte sich nur wenig später. Osnabrück nutzte die Phase der Verunsicherung beim Gegner: Nach einer Flanke von Marc Heider von der rechten Seite köpfte David Blacha, der ehemalige Wiesbadener, an dem der SVM Interesse gehabt hatte, das 1:0 für die Lila-Weißen. Ein herber Rückschlag. „Ausgerechnet der kleinste Spieler auf dem Feld. Das muss ich mir noch einmal anschauen“, sagte Neidhart.

Treffer nicht anerkannt

Die Zuschauer trieben den Gastgeber nach vorn, der zu Möglichkeiten kam: Max Kremer verwandelte eine Ecke direkt. Der Unparteiische gab das Tor nicht wegen eines vermeintlichen Fouls. „Da war nichts, das war ein reguläres Tor“, ärgerte sich Neidhart, der sich die Szene nach dem Schlusspfiff noch einmal angesehen hatte. Der eingewechselte Max Wegner beförderte den Ball über das Tor. Den Schuss von Kremer wehrte Körber mit einem Reflex ab. Auch in der sechsminütigen Nachspielzeit gelang Meppen kein Tor mehr. Stattdessen konterte der VfL durch Anas Ouahim zum 0:2.

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