„VfL mit anderen Möglichkeiten“ SV Meppen und Fans wollen den siebten Derby-Sieg

Von Uli Mentrup

Kampf und Einsatz verspricht das Derby zwischen dem SV Meppen und dem VfL Osnabrück. Der Gastgeber siegte vor elf Monaten durch ein Tor von Nico Granatowski (Mitte, im Duell mit Marcel Appiah). Martin Wagner (l.) und Fabian Senninger verfolgen die Szene.. Foto: ScholzKampf und Einsatz verspricht das Derby zwischen dem SV Meppen und dem VfL Osnabrück. Der Gastgeber siegte vor elf Monaten durch ein Tor von Nico Granatowski (Mitte, im Duell mit Marcel Appiah). Martin Wagner (l.) und Fabian Senninger verfolgen die Szene.. Foto: Scholz 

Meppen Derby-Stimmung im Emsland. Der SV Meppen erwartet am Sonntag ab 14 Uhr gegen den VfL Osnabrück ein Highlight der Saison mit großer Kulisse und verbissenem Kampf. „Alle wünschen sich den Sieg“, weiß SVM-Trainer Christian Neidhart.

Es wäre der siebte Erfolg insgesamt bei 26 Punkt- und zusätzlich vier Pokalspielen. Hinzu kommen acht Unentschieden und zwölf Niederlagen (16). Im September vergangenen Jahres feierten die Emsländer den jüngsten Dreier (1:0) und legten in Osnabrück ein 2:2 nach. Ungeschlagen blieben sie sonst nur noch in den Serien 1989/90 (1:1, 3:1) und 1991/92 (2:0, 3:1).

„Es prickelt“

Es prickelt auch bei den SVM-Akteuren. „Wir freuen uns auf dieses Highlight“, sagt Neidhart, aber ansonsten sind die Bedingungen wie vor jedem Spiel. Der Gastgeber zeigt Respekt vor Osnabrück. Neidhart verweist auf „die ganz anderen Möglichkeiten“ der Lila-Weißen. Das haben die Meppener aktuell vor dieser Saison erfahren. Denn der Unterhachinger Ulrich Taffertshofer und der Wiesbadener Kapitän David Blacha hatten auch Kontakt zum SVM, der sich die Mittelfeldspieler allerdings nicht leisten konnte. Mit dem ehemaligen Kölner Fortunen Manuel Farrona Pulido und dem Ex-Magdeburger Felix Schiller kamen weitere gestandene Drittliga-Fußballer.

Robben und Neidhart beobachteten den Gegner

Die Meppener, die die Außenseiterrolle bevorzugen, sind gut informiert über den Gegner. Videoanalyst Jens Robben hat den VfL gegen Oberhausen und Jeddeloh gesehen, Neidhart saß beim Auftaktsieg der Osnabrücker gegen Würzburg auf der Tribüne. „Das ist schon eine sehr gute Drittliga-Mannschaft“, verweist er auch auf die Erfahrung der Lila-Weißen.

Die Trainer kennen sich lange

Seinen Osnabrücker Kollegen Daniel Thioune kennt Neidhart, der selbst für den VfL gespielt hat, lange. „Wir haben schon einige Male gegeneinander gespielt. Der 44-jährige Thioune hat die Mannschaft im November 2017 übernommen, die die Saison auf Platz 17 beendete, genau zehn Ränge hinter dem SVM. „Ich glaube schon, dass sich einiges verändert hat“, sagt Neidhart.

Überraschung?

Der SVM-Coach weiß, dass Thioune „immer für eine Überraschung gut ist“. Durch Spieler-, aber auch Systemwechsel. „Ich bin kein Freund von extremen Veränderungen“, verrät der 49-Jährige. „Wenn man ständig wechselt, beraubt man sich seiner Stärken“, lautet seine Devise.

Neidhart denkt über Änderung nach

Allerdings überlegt auch Neidhart, „vielleicht etwas anders zu machen“ als in Lotte. Darüber will er allerdings zunächst mit der Mannschaft sprechen. Es bleiben also nur Spekulationen. Es könnte um eine Änderung in der Offensive gehen, wo es reichlich Alternativen gibt und der SVM schwer auszurechnen ist. Die Abwehr dürfte eher unverändert bleiben. Jeroen Gies vertritt weiter den verletzten Erik Domasche. Er hat seine Sache in Lotte richtig gut gemacht.

Ballmert fällt aus

Die weiteren Langzeitverletzten Marcel Gebers und Fabian Senninger stehen nicht zur Verfügung. Markus Ballmert, der über Probleme mit dem Fuß klagt, hat zwei Trainingsversuche vorzeitig beendet. Er steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Aber alle anderen Akteure sind an Bord.

Qualität im Umschaltspiel

Dass Thioune den SVM beobachtet hat und kennt, stört Neidhart nicht. Der Osnabrücker weiß, dass Meppen als Mannschaft stark ist, immer marschiert und Qualität im Umschaltspiel besitzt. Wenn das Team den Rhythmus finde, könne es erneut für eine Überraschung sorgen. Da der VfL wohl nicht so defensiv agiert wie Lotte am Montag vor der Pause, dürfte der Gastgeber über mehr Räume verfügen. Und die braucht er für sein Spiel. „Wenn die Mannschaft ihre Mentalität zeigt und ihre Stärken auf dem Platz zeigt, dann können wir guten Fußball spielen“, klingt Neidhart selbstbewusst.

„Brauchen bedingungslose Unterstützung“

Zudem erwartet der Trainer die nötige Hilfe von den Rängen. „Wir brauchen bedingungslose Unterstützung“, sagt er, „auch wenn es mal nicht so läuft“. Denn alle Meppener hätten denselben Wunsch: den Derby-Sieg.


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