Drittligist anfangs nicht live im NDR Fans des SV Meppen schauen in die Röhre

Von Johannes Kapitza

In der Vorsaison zeigt der NDR unter anderem das Meppener Heimspiel gegen den Chemnitzer FC (3:2) live. Moderator Andreas Käckell interviewte Ex-Meppen-Coach Rainer Persike in der Halbzeitpause. Foto: Heiner HarnackIn der Vorsaison zeigt der NDR unter anderem das Meppener Heimspiel gegen den Chemnitzer FC (3:2) live. Moderator Andreas Käckell interviewte Ex-Meppen-Coach Rainer Persike in der Halbzeitpause. Foto: Heiner Harnack

Meppen Fußball-Drittligist SV Meppen ist zum Saisonstart der 3. Fußball-Liga außen vor – zumindest, was die Live-Übertragungen im NDR-Fernsehen angeht. Fans müssen sich mindestens bis zum 8. Spieltag gedulden, bevor sie den SVM live im TV sehen können.

Zweimal Hansa Rostock, einmal Eintracht Braunschweig, einmal der VfL Osnabrück – das sind die Clubs, die zu Saisonbeginn im NDR zum Zuge kommen. Meppens Abstinenz bereite ihm ein wenig Sorge, sagt Matthias Cammann, Sport-Redaktionsleiter im NDR-Fernsehen. Im Saisonverlauf werde sich das aber ausgleichen, stellt er in Aussicht – allein schon wegen der Auflage, dass jeder Verein maximal 16-mal live im Fernsehen gezeigt werden dürfe.

Ausschlaggebend für die Live-Auswahl sind die Spieltermine und das geschrumpfte Rechtepaket der ARD: Statt bis zu 120 Spielen in der Vorsaison dürfen laut Rechtepaket nur noch 86 live gezeigt werden. Für Online-Livestreams gilt nach wie vor: Im Internet dürfen nur die Spiele übertragen werden, die auch im Fernsehen live gezeigt werden.

Wie in der Vorsaison stehen nur die Samstagsspiele für die Öffentlich-Rechtlichen zur Auswahl. Zu den anderen Anstoßzeiten kann sich der Fußball im Regionalprogramm nicht durchsetzen. Die Auftaktspiele in Lotte (am Montag) und gegen Osnabrück (am Sonntag) sind damit außen vor. Übrigens kann auch das zweite Nordduell am 2. Spieltag die Laune beim NDR nicht verbessern: Rostock empfängt Braunschweig bereits am Freitagabend. „Dass wir an den ersten beiden Spieltagen keines der sehr attraktiven Spiele der Nordclubs übertragen können, ist ärgerlich“, sagt Cammann. Die Ansetzungen an den folgenden Spieltagen sähen grundsätzlich günstiger aus.

Genau wie der WDR und der SWR hat der NDR vier Clubs in seinem Sendegebiet und damit „ein etwas größeres Gewicht“ in der Abstimmung, sagt Cammann. Die Live-Übertragungen hingen aber auch stark von den Ansetzungen ab – was schlecht für Meppen ist: Am 5. Spieltag zeigen NDR und WDR Osnabrück gegen Münster, am 7. Spieltag sei an Rostock gegen 1860 München (NDR/ BR) kein Vorbeikommen gewesen.

Und das Nordduell am 6. Spieltag zwischen Meppen und Rostock? Ist ungünstig, weil es nur den NDR betrifft. Der Einzelwunsch lässt sich nicht durchsetzen, wenn es weitere Ansetzungen gibt, für die sich mehrere Sender interessieren. Die besten Argumente habe man, „wenn zwei Sender Interesse an einem Spiel haben“, sagt Cammann. Dieses Kooperationsmodell werde in der kommenden Saison häufiger zum Tragen kommen. So lassen sich zwei Regionalsender zufriedenstellen, ohne das ARD-Kontingent doppelt zu belasten.

Der NDR will versuchen, „alle vier Vereine im Sendegebiet in gewisser Weise gleichzubehandeln“, sagt Cammann. Bei der Auswahl der Live-Partien spielen natürlich der sportliche Reiz und der Tabellenstand eine Rolle. „Je besser ein Team spielt, desto häufiger kommt es ins Programm“, erklärt der Redaktionsleiter. In der Abstimmungsrunde der Regionalprogramme seien die Emsländer hinten runtergefallen, aber für den NDR habe auch der SV Meppen seine Wertigkeit, betont er. Auch ohne Livepremiere könnte der SVM schon in der Sportschau vertreten sein. Die Zusammenfassungen, die samstags abends in der ARD gezeigt werden, seien ja unabhängig von einer Liveübertragung, sagt Cammann.

Grundsätzlich ist das Fernsehen gerne im Emsland zu Gast: „Es ist immer ein sehr angenehmes Arbeiten in Meppen“, betont Cammann und lobt: „Allein durch den sportlichen Erfolg in der vergangenen Saison war die Stimmung immer toll.“ Durch den Umbau der Nordkurve werde die Atmosphäre in der Hänsch-Arena in der neuen Saison „noch etwas enger und stimmungsvoller“, hofft Cammann.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN