5419 Zuschauer in der Hänsch-Arena Hamburger SV gewinnt Turnier vor dem SV Meppen


Meppen. Der Hamburger SV hat den KiKxxl-Cup vor 5419 Zuschauern in der Hänsch-Arena gewonnen. Der SV Meppen, der gegen den HSV 1:2 verlor, belegte nach dem 1:0 gegen Stoke City den zweiten Platz.

Im dritten und letzten Spiel des Turniers trafen die beiden Sieger der vorherigen Partien aufeinander: Der SV Meppen (1:0) und der Hamburger SV (2:1) hatten ihre Spiele gegen den englischen Traditionsclub Stoke City jeweils gewonnen. Der Gastgeber hätte also gewinnen müssen, um den Cup zu holen.

Zwei Gegentore in 60 Sekunden

Aber die Hanseaten machten von Beginn an deutlich, dass sie den Sieg mit an die Elbe nehmen wollten. Sie gingen ein deutlich höheres Tempo als beim zunächst etwas zähen Auftakt gegen Stoke City. Die Hamburger setzten den SV Meppen unter Druck. Ihnen reichten gute 60 Sekunden, in denen die Defensive der Emsländer nicht sortiert wirkte. Das 1:0 erzielte Pierre Michel Lasogga (10.), der nicht einmal eine Minute zuvor den Ball aus aussichtsreicher Position weit über das Tor gesetzt hatte. Dieses Mal machte es der Hamburger nach einer Hereingabe von Manuel Wintzheimer von der linken Seite besser. Nach einem Ballverlust von Luka Tankulic im Mittelfeld schien der Drittligist die Gefahr schon fast bereinigt zu haben. Zweimal klärte er vor und im eigenen Fünfer, dann landete der Ball doch noch bei Wintzheimer. Das 2:0.

„Solche Fehler dürfen auf diesem Niveau nicht passieren“

„Solche Fehler dürfen auf diesem Niveau nicht passieren“, stellte Trainer Christian Neidhart kategorisch fest. „Mir haben die ersten 20 Minuten gar nicht gefallen, weil wir uns das Leben selbst schwer gemacht haben. Wir wollen von hinten heraus spielen. Wenn es nicht geht, darf ich auch mal einen langen Ball spielen. Wir haben dem HSV die Tore aufgelegt.“ Vielleicht, da stimmte der Trainer mit Martin Wagner überein, lag der Leistungsabfall auch an der ungewohnten gut 60-minütigen Pause zwischen beiden Spielen. „Wir haben gegen Hamburg nicht gezeigt, was wir zeigen wollten.“ Zudem, wusste Thilo Leugers, „hat es der HSV aber auch gut gemacht.“

Spannung nach Kremers Tor zum 1:2

Aber es wurde nach etlichen Wechseln auf der Meppener Seite überraschend doch noch einmal spannend. Als nämlich Patrick Posipal das Leder zu Max Kremer durchsteckte, erzielte der Offensivspieler den Anschlusstreffer, der die Emsländer noch einmal beflügelte. Mirco Born verpasste den Ausgleich. Doch selbst in dieser Phase, bekannten Wagner und Leugers, hätten sie noch mehr Druck erwartet. „Wir haben auch das halbherzig gemacht“, erklärte Neidhart.

Stoke mit Distanzschüssen

Die erste Meppener Partie gegen Stoke City, das sich in Herzlake auf die Saison in der zweiten englischen Liga vorbereitet, verlief aus Meppener Sicht weitaus besser. Der Gast aus Stoke upon Trent attackierte früh. Doch relativ schnell fand der Drittligist Lösungen, um den Ball nach vorn zu bringen. Das Team von der Insel spielte sich nur wenige Möglichkeiten heraus. In der Anfangsphase hatten Tyrese Cambell nach energischem Antritt und der frühere Barca-Spieler Bojan Krkic, der schon mit Amsterdam (gegen Bremen) in Meppen aufgelaufen war, Schusschancen, nutzten sie aber nicht. Wenn Stoke gefährlich wurde, dann aus der zweiten Reihe. Nur zu Beginn musste Erik Domaschke beim Schuss von Krkic schnell die Fäuste hochreißen.

Komenda einmal zu ungestüm

Den baumlangen ehemaligen Liverpooler Peter Crouch hatte der SVM weitgehend unter Kontrolle. Der 37-Jährige kam kaum zu einem gefährlichen Kopfball. Er gewann zwar das Duell gegen Hassan Amin, hatte sich aber aufgestützt. Der ehemalige Mannheimer musste behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Die Abwehr wankte selten. Glück hatte der Gastgeber, als Marco Komenda , der neben Jovan Vidovic in der Innenverteidigung spielte, einmal zu ungestüm nach vorn preschte und das Meppener Defensivzentrum plötzlich entblößt war.

Kleinsorge trifft nach Wagner-Zuspiel

Dass der Gastgeber das Umschaltspiel beherrscht, bewies er beim Tor: Wagner, der auf der Doppelsechs neben Leugers etliche Balleroberungen verzeichnete, passte das Leder genau in die Laufrichtung von Marius Kleinsorge. Der Flügelflitzer gab Vollgas – und schloss erfolgreich ab: Er jagte den Ball links unten ins lange Eck. Es war die zweite Chance des SVM. Die erste und noch eine weitere hatte er nach Leugers-Eckbällen von der rechten Seite, aber Komenda und Tankulic verfehlten das Gehäuse nach Kopfball.

Schuss an den Innenpfosten

Weitere Möglichkeiten kreierte der SVM durch gute Kombinationen. Amin hatte auf der linken Seite gute Szenen. Seinen genauen Pass ins Sturmzentrum nahm Max Wegner direkt an, konnte den Keeper aber nicht überwinden. Das hätte das 2:0 sein müssen. Pech hatte Kleinsorge, als er in der Schlussminute nach Vorarbeit auf der linken Seite und Zuspiel von Nico Granatowski das Leder aus vollem Lauf an den Innenpfosten hämmerte. „Das erste Spiel war sehr gut. Wir haben uns viele Tormöglichkeiten herausgespielt“, stellte Neidhart zufrieden fest. „Und wir haben kein Gegentor zugelassen.“

Drei Wechsel vor dem Spiel gegen den HSV

Im zweiten Spiel gegen den Hamburger SV wechselte Trainer Christian Neidhart nur auf drei Positionen, die zurzeit besonders umkämpft sind: Auf der rechten defensiven Außenbahn kam Fabian Senninger für Janik Jesgarzewski, auf den offensiven Außenbahnen übernahmen Max Kremer und Mirco Born den Part von Marius Kleinsorge bzw. Nico Granatowski.

Kalte Dusche für den HSV

Parallele zum ersten Spiel des Blitzturniers: Der Treffer im Duell der Erstligaabsteiger Hamburger SV und Stoke City fiel wieder in der 15. Minute. Allerdings nicht für die von etlichen Fans unterstützten Hanseaten, sondern für die Engländer aus der 250000-Einwohner-Stadt aus den Midlands. Bojan Krkic setzte sich auf der rechten Seite durch, zog den Ball flach nach innen vor das Tor, wo Abwehrspieler Erik Pieters goldrichtig stand. Eine kalte Dusche für den HSV und seine Anhänger auf der Tribüne. Mit Kapitän Aaron Hunt, Lewis Holtby und dem jungen Stürmer Fiete Arp, der eigentlich auf dem Weg zum deutschen Rekordmeister Bayern München schien, aber am Tag vor dem Turnier doch noch einen Vertrag bei den Hanseaten unterzeichnete, reichte es noch zum Unentschieden. Beim Freistoß an der Strafraumgrenze standen Arp und Hunt bereit. Hunt zirkelte das Leder links an der Mauer vorbei ins Netz, die Anhänger waren wieder versöhnt. Als Khaled Narey drei Minuten später im Strafraum zu Fall kam, und Schiedsrichter Hendrik Bramlage auf Strafstoß entschied, ließ sich Arp die Chance trotz der Proteste des Gegners nicht entgehen.

Stoke City, das den ehemaligen Hannoveraner Mame Diouf einwechselte, verlor damit auch das zweite Spiel.

Daten und Zahlen zum Turnier

SV Meppen – Stoke City 1:0

Tor: 1:0 Marius Kleinsorge (15.)

SV Meppen: Domaschke – Jesgarzewski, Vidovic, Komenda, Amin – Leugers, Wagner – Kleinsorge, Tankulic, Granatowski – Wegner

Stoke City: Haugaard – Edwards, Souttar, Sweeney, Tymon - Imbula (Cameron), Sörensen - Berahtino, Krkic, Campbell -Crouch,

Hamburger SV – Stoke City 2:1

Tore: 0:1 Erik Pieters (15.), 1:1 Aaron Hunt (36.), 2:1 Fiete Arp (40., FE)

Hamburger SV: Pollersbeck – Narey, Bates, van Drongelen, Vagnoman - Steinmann - Samperio, Holtby, Hunt (37. Janjicic), Ito – Arp

Stoke City: Haugaard – Bauer, Shawcross, Indi, Pieters – Cameron, Etebo - Krkic, Allen, Berahtino (27. Diouf) - Crouch (16. Afobe)

SV Meppen – Hamburger SV 1:2

Tore: 0:1 Pierre Michel Lasogga (10.), 0:2 Manuel Wintzheimer (19.), 1:2 Max Kremer (38.)

SV Meppen: Domaschke – Senninger, Vidovic (17. Puttkammer), Komenda, Amin (17. Vrzogic) – Leugers (17. Posipal), Wagner (17. Hoormann) – Kremer, Tankulic (17. Deters), Born – Wegner (17. Undav)

Hamburger SV: Mickel – Narey (13. Knost), Bates, Steinmann (13. David), Ambrosius – Janjicic – Holtby, Samperio, Kwarteng – Lasogga, Wintzheimer

Schiedsrichter: Hendrik Bramlage, Christian Meemann, Stefan Zielsdorf

Zuschauer: 5419


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