„Über dem Strich bleiben“ SV-Meppen-Co-Trainer Neumann: Eine Hammerliga

Von Uli Mentrup

Die Vorfreude auf die zweite Drittliga-Saison des SV Meppen ist beim Trainerduo Mario Neumann (l.) und Christian Neidhart groß. Foto: ScholzDie Vorfreude auf die zweite Drittliga-Saison des SV Meppen ist beim Trainerduo Mario Neumann (l.) und Christian Neidhart groß. Foto: Scholz

Meppen. Mario Neumann muss kurz nachdenken. „Soll ich Wahnsinnsliga oder Hammerliga sagen?“ Egal, „es ist einfach schön, dass wir dabei sein dürfen“, sagt der Co-Trainer des SV Meppen mit Blick auf die Zusammensetzung der 3. Liga in der Saison 2018/19.

Mit 1860 München, Energie Cottbus und wohl KFC Uerdingen, der nach dem Spielabbruch in Mannheim noch auf grünes Licht wartet, haben Clubs mit klangvollem Namen und sportlicher Qualität den Aufstieg geschafft. Aus der 2. Bundesliga kommen der 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig, der ehemalige Verein von SVM-Trainer Christian Neidhart, dazu. Da dürfte die Hänsch-Arena nicht nur beim Derby gegen den VfL Osnabrück an die Grenzen des Fassungsvermögens stoßen.

Für Meppen kein Neuland

Der SVM betritt weder gegen die Auf- noch gegen die Absteiger Neuland. Gegen alle fünf Vereine hat er bereits gespielt. Legendär ist die 6:7-Niederlage in Kaiserlautern am 11. Juni 1997. Der Torrekord in der 2. Liga gilt noch. Cottbus-Trainer Claus-Dieter (Pele) Wollitz ist im Emsland von etlichen Derbys gegen den VfL Osnabrück in Erinnerung geblieben.

„Riesige Euphorie in Cottbus“

Hinter Cottbus, weiß Neumann, stehen Fans und Umfeld. „Dort herrscht eine riesige Euphorie.“ Pele Wollitz habe den Aufstieg geschafft. „Darauf freut sich die Liga.“ Genau wie auf 1860München. Deren Stadion, fürchtet Neumann, werde wohl zu klein sein. Uerdingen sei ein „Kultverein, der fast von der Bildfläche verschwunden war.“ Der SVM-Coach erinnert sich besonders an das Viertelfinale 1986 im Europapokal der Pokalsieger, als Uerdingen scheinbar aussichtslos gegen Dynamo Dresden zurücklag, aber mit einem 7:3 ins Halbfinale kam. Das „Wunder von der Grotenburg“-Kampfbahn war perfekt. Spieler, erinnert er sich, war Friedhelm Funkel, der gerade mit Düsseldorf in die Bundesliga aufgestiegen ist“.

„Alles muss passen“

Neumann weiß aber auch, dass beim SV Meppen angesichts dieser starken Gegner und des vierten Absteigers wieder alles passen muss, „um über dem Strich zu bleiben“. Nur das könne das Ziel sein. „Wir müssen uns gegen die Übermacht wehren. Wir haben keinen Oligarchen und keine Rücklagen aus der 1. oder 2. Bundesliga“, sei klar, dass der SVM Außenseiter bleibe. „Aber wir sind optimistisch“, setzt er auch auf die Zuschauerunterstützung. Der Druck, den Klassenerhalt zu schaffen, sei vorhanden. Aber die anderen Klubs stünden unter größerem Druck, denn sie müssten Meppen schlagen, um ihre Ziele zu erreichen.

Freitag Hochzeit

So groß die Vorfreude auf die neue Saison ist, an diesem Wochenende ist für den Co-Trainer Fußballruhe angesagt: Neumann heiratet am Freitag. Bei der Feier wird die Serie 2018/19 vermutlich dennoch Thema sein.

Testspiele

Der SVM startet am 18. Juni mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Dann beginnt auch der in drei Phasen gestaffelte Dauerkartenverkauf. Bisher sind folgende Testspiele vereinbart: am 27. Juni (19.30 Uhr) in Holtland gegen eine regionale Auswahl, am 29. Juni (19.00) beim Haselünner SV, vermutlich am 30. Juni in Ankum (Blitzturnier mit RW Essen und Werder Bremen II), am 8. Juli (15.00) in Herzlake gegen Heracles Almelo, am 10. Juli (19.00) in Zwolle, am 13. Juli (18.30) in Norg gegen den FC Groningen und am 17. Juli (19.00) bei Union Lohne. Vor dem Punktspielstart am letzten Juli-Wochenende plant der SV Meppen noch ein „Highlight“.


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