Glückliches 3:2 in Großaspach SV Meppen seit sieben Spielen ungeschlagen

Von Uli Mentrup


Großaspach. Glück gehabt: Durch einen späten Treffer von Torjäger Benjamin Girth hat der SV Meppen seine Serie ausgebaut. Er siegte vor 2700 Zuschauern 3:2 (2:1) bei der SG Sonnenhof Großaspach und ist jetzt seit sieben Spielen ungeschlagen.

„Bei diesen Temperaturen war es nicht einfach“, stellte Meppens Trainer Christian Neidhart fest. Zunächst lief der SVM einem Rückstand hinterher, dann kam er nach dem Ausgleich wieder zurück ins Spiel. „Wir haben uns in vielen Phasen das Leben selbst schwer gemacht“, dachte der Coach an zu viele vergebene Möglichkeiten vor allem in der ersten Halbzeit und in den letzten Minuten.

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Vor der Pause hatten die Emsländer dominiert, aber eine höhere Führung verpasst. Sie zeigten beim sechsten Auswärtssieg von Beginn an jenes Selbstvertrauen, das eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage gibt. Sie bestimmten das Spiel, kombinierten ordentlich, ließen den Ball gut laufen. Hinten räumte Marcel Gebers im Zweifelsfall ab. Daraus resultierten fast zwangsläufig auch Möglichkeiten. Die erste hatte Mike Bähre: Seinen Kracher wehrte Torwart Kevin Broll zur Ecke ab. Der Schuss von Max Kremer wurde geblockt, der Heber von Benjamin Girth verfehlte das Tor nur knapp. Nach Freistoß von Thilo Leugers nahm Kremer den Ball an, den Gebers-Schuss parierte Broll.

Gastgeber verunsichert

Vom Gastgeber, der zunächst früh störte, war nur wenig zu sehen. Die Verunsicherung nach der Pokalniederlage beim Fünftligisten Ilshofen war unübersehbar. Im Aufbau unterliefen den Baden-Württembergern immer wieder Abspielfehler. Viele Bälle landeten im Aus. Die Führung der Gäste schien nur noch eine Frage der Zeit.

„Riesenfehler“ von Vidovic

Doch dann stellte sich der SV Meppen selbst ein Bein, baute den Gastgeber auf: Jovan Vidovic verlor auf der linken Seite den Ball an Shqiprim Binakaj, der passte in die Mitte auf Pascal Sohm, der Gies aus abseitsverdächtiger Position keine Abwehrchance ließ, und seinen vierten Saisontreffer erzielte. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. „Da haben wir einen Riesenfehler gemacht“, erklärte Neidhart. Der SVM benötigte einige Minuten, um sich zu erholen. In der Phase hatte er das nötige Quäntchen Glück, denn Jeff-Denis Fehr köpfte den Ball nur sechs Minuten später auf die Latte. Das 0:2 wäre zu viel des Schlechten gewesen für Meppen.

Kremer trifft zum dritten Mal in Folge

Doch der Aufsteiger meldete sich zurück. Nach einer halben Stunde erzielte Kremer den Ausgleich: Sein dritter Treffer im dritten Spiel in Folge. Der Offensivspieler, der gerade erst seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat, bestätigte seine ansteigende Formkurve und rechtfertigte die Nominierung in der Startformation. Meppen war wieder im Spiel – und ging noch vor der Pause in Führung. Mannschaftskapitän Martin Wagner servierte Bähre das Leder mustergültig per Flanke über die gegnerische Abwehr. Die Leihgabe von Hannover 96 drosch es volley ins Netz, lief zum Abklatschen zur Trainerbank. Sein erster Saisontreffer. 2:1! Völlig verdient.

Sonnenhof drängt nach der Pause

Aber nach der Pause drängte Großaspach den SVM zurück. „Wir haben alles nach vorn geworfen, aber zu viel liegengelassen“, sagte Trainer Sascha Hildmann. Saliou Sané glich mit Schuss von der Strafraumgrenze aus. Jeroen Gies rettete beim Freistoß von Yannick Thermann, Sohm setzte den Ball auf die Latte. Das war knapp. Großaspach wollte den sechsten Heimsieg. Es wäre der erste seit dem 18. November gewesen. Damals schlug Sonnenhof Schlusslicht Erfurt mit 1:0.

Siegtreffer durch Girth

Dem Gast gelang nur selten Entlastung, er lief oft nur hinterher. Die wenigen Konter spielte er selten zu Ende. Doch einen nutzte er in der Schlussphase: Nach energischem Einsatz des für den verletzten Kremer (Rippenprellung?) eingewechselten Nico Granatowski traf doch noch SVM-Torjäger Girth.. Im zweiten Versuch, nachdem Broll zunächst abgewehrt hatte. „Das war vielleicht typisch für das Spiel“, meinte Neidhart.

Glück für Gies

Unmittelbar vor dem Tor registrierte Hildmann die spielentscheidende Szene: Gies brachte seinen Gegenspieler außerhalb des Strafraums zu Fall. „Ein klares Foul“, betonte Hildmann. Auch Neidhart meinte, Rot wäre wohl fällig gewesen. Doch der Unparteiische ließ weiterlaufen.

Quartett neu in der Startelf

Neidhart hatte die Elf vom vergangenen Spieltag zwangsweise umgestellt. Luka Tankulic und Patrick Posipal waren nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Zudem mussten Fabian Senninger und Nico Granatowski zunächst draußen bleiben. Für sie rückten Janik Jesgarzewski, Martin Wagner, Max Kremer und David Vrzogic in die Startelf.

Torjäger fehlte verletzt

Neidharts Kollege Sascha Hildmann stellte im Vergleich zum höchsten Saisonsieg gegen Erfurt (6:0)auf drei Positionen um. Toptorjäger Timo Röttger fehlte wegen eines Innenbandrisses im Knie. Für ihn ist die Saison beendet. Zudem mussten Sebastian Schiek und Dominik Pelivan zuschauen. In die Elf rückten der wieder genesene Saliou Sané, Nico Gutjahr und Jannes Hoffmann.