Meppens Neidhart gegen Lottes Neidhart Vater-Sohn-Duell steigt am Freitag beim SV Meppen

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Meppen. Dick eingepackt saß er im Hinspiel bei Dauerregen auf der Tribüne: Aufgrund einer langwierigen Verletzung fand sich Nico Neidhart (23) beim ersten Aufeinandertreffen zwischen seinen Sportfreunden Lotte und dem SV Meppen nur in der Zuschauerrolle wieder. Am kommenden Freitagabend wird das Drittligaduell mit dessen Vater Christian (49) nun tatsächlich auf dem Rasen stattfinden.

„Ich freue mich natürlich riesig auf das Spiel“, gibt Nico Neidhart zu. „Das hat man nicht so oft, dass man gegen seinen Vater in der 3. Liga spielen und sich in solch einer Liga miteinander messen kann.“ Schmerzhafter als seine Verletzung empfand er beim 2:2 im Hinspiel die Zuschauerrolle: „Nicht nur in dem Spiel gegen Meppen, sondern die anderen waren genauso schlimm.“

Hoffen auf Startelfeinsatz

Rechtzeitig zum Rückspiel hat Lottes Linksverteidiger seine Verletzung auskuriert. Zuletzt wurde Nico Neidhart zweimal eingewechselt. Natürlich würde er liebend gerne am Freitag in der Hänsch-Arena erneut auf dem Platz stehen. „Das ist auf jeden Fall mein Ziel. Dass ich gerne von Beginn an spielen möchte, ist natürlich klar.“ Er fühle sich momentan richtig gut, sei fit und habe keine Probleme, so Nico Neidhart.

Sechs Monate Pause

Ein Kahnbeinbruch im rechten Fuß hatte ihm eine Zwangspause versetzt. Eine Blessur mit einer Vorgeschichte. Offenbar sei im Kindesalter etwas schief zusammengewachsen, verweist Nico Neidhart auf die Aufnahmen des Arztes. „Und im Spiel gegen Fortuna Köln habe ich vorne einen Schlag draufbekommen. Dabei ist es dann wohl gebrochen. Im nächsten Spiel gegen Halle habe ich dann auf die Zähne gebissen.“ Aber danach sei gar nichts mehr gegangen, weshalb man zu dem Entschluss gekommen sei, schnellstmöglich zu operieren. Anderthalb Wochen später erfolgte die Operation. Für Nico Neidhart die längste Pause seiner Fußballlaufbahn – vom 11. bis zum 33. Spieltag. Sechs Monate ohne Pflichtspiel. Bis zu seiner Verletzung war er in allen Partien für Lotte von der ersten bis zur letzten Minuten zum Einsatz gekommen.

Vor den Augen des Vaters

Dass er nun am Freitag womöglich direkt vor dem Trainerstuhl seines Vaters auflaufen und vor dessen Augen foulen wird oder gar selbst gefoult wird, beschäftigt Nico Neidhart nicht weiter. „Im Spiel ist das ausgeblendet. Man nimmt das nicht so richtig wahr.“ Man spiele sein Spiel und wisse das vielleicht im Hinterkopf. „Aber es spielt dann in dem Moment keine große Rolle.“ Sein Vater stimmt ihm zu: Er selbst sei in solchen Partien komplett fokussiert auf seinen SV Meppen, sagt Christian Neidhart.

Kontakt zu Ex-Lotte-Spielern

Nico Neidhart steht immer noch mit seinen ehemaligen Lottern Mitspielern und jetzigen Meppenern Luka Tankulic und Nico Granatowski in Kontakt. Mit den anderen SVM-Akteuren gibt es eher weniger Austausch. „Aber man kennt sich halt.“ Fast täglich telefonieren Vater und Sohn miteinander, wobei es nicht immer nur im Fußball geht. Vor dem direkten Duell lässt sich Neidhart Junior allerdings nichts entlocken: „Bei Nico ist es so: Wenn ich ihn nicht fragen würde, würde er gar nichts sagen.“ Sein Sohn sei voll fokussiert auf das Spiel. Sicherlich werde sein Lotter Trainerkollege Andreas Golombek Nico nach dem SV Meppen fragen, vermutet Christian Neidhart. „Andererseits habe ich Lotte jetzt auch so oft gesehen, dass ich Nico nicht mehr danach fragen muss.“ Ganz entspannt, so Nico Neidhart, gehe man vor der kommenden Begegnung miteinander um: „Wir tauschen uns aus, aber kein großes Hickhack oder so.“

Sohn führt in direkten Duellen

Im Übrigen handelt es sich nicht um das erste familieninterne Duell im Hause Neidhart. Die Bilanz: Zwei Siege und ein Unentschieden aus Sicht von Nico. Als Trainer des SV Wilhelmshaven verlor Christian Neidhart zweimal gegen den VfL Osnabrück - einmal im Test und einmal im NFV-Pokal. Im Sommer 2014 endete eine Vorbereitungspartie zwischen dem SV Meppen und dem FC Schalke 04 II 2:2.

In der C-Jugend in einem Team

Wie Christian Neidhart als Trainer tickt, weiß Nico bestens aus eigener Erfahrung. In der C-Jugend von Hansa Friesoythe war sein Vater sein Coach. „Es war nicht immer einfach mit ihm“, gesteht Nico Neidhart. Man sei auch ein-, zweimal aneinandergeraten. „Aber im Nachhinein würde ich sagen, dass es nicht schlimm war und mich auch weitergebracht hat.“ Er sei dadurch noch ehrgeiziger geworden und habe seinen Weg weitergehen wollen. Sein Vater habe ihn insbesondere in seiner Jugend geprägt und ihm taktische Dinge „eingeflößt“. „Da ist schon viel hängengeblieben. Er gibt mir Ratschläge, wie ich mich verhalten soll. Was ich beispielsweise im Defensivverhalten besser machen kann.“ Manchmal seien das nur Kleinigkeiten, die aber wichtig seien im Spiel.

Nicht gemeinsam beim SV Meppen

Dass Vater und Sohn irgendwann wieder gemeinsam in einer Mannschaft miteinander arbeiten, schließt Christian Neidhart nahezu aus. „Nee, das wird es nicht geben. Ich glaube, das wäre nicht gut für Nico.“ Man sehe das bei Max Kremer, der mit seiner Tochter zusammen sei, ergänzt Meppens Trainer. „Ich finde, dass wir das sehr gut trennen können und Max dadurch keine Vorteile hat. Aber ich weiß schon, wie kritisch darüber diskutiert wird.“ Auf kurz oder lang würde nur darüber geredet werden, wenn sein Sohn zum SV Meppen stoßen würde. „Man muss nie nie sagen. Aber ich denke, das wird es nicht geben.“ Das sei zwar schade, aber es würde letztendlich nicht funktionieren.

Fußballverrückte Familie

Als „fußballbekloppt“ bezeichnet Christian Neidhart seine Familie. „Unser Leben hat sich eigentlich immer um Fußball gedreht“, berichtet Meppens Trainer. Zu seiner Zweitligazeit als Spieler beim VfL Osnabrück kickte Neidharts Frau Birgit noch bei den Sportfreunden Lotte. Später baute sie beim SC Sternbusch eine Mädchenmannschaft auf – mit Tochter Kimberly, die drei Jahre älter ist als Nico Neidhart und mittlerweile mit dem Meppener Spieler Max Kremer liiert ist, als Spielerin. Die gesamte Neidhart-Familie wird am Freitag in der Hänsch-Arena sein. Auch Onkels und Tanten sowie Freunde haben laut Christian Neidhart ihr Kommen angekündigt. Unter seinen Spielern des SV Meppen sei das Vater-Sohn-Duell weniger ein Thema, so der 49-Jährige.

Einladung zum Essen

Eine Wette zwischen Vater und Sohn gibt es nicht: „Nee, machen wir nicht“, so Nico Neidhart. „Der Verlierer wird zum Essen eingeladen. Oder umgekehrt.“


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