In Unterzahl 2:1 in Chemnitz SV Meppen schickt die Himmelblauen in die Hölle

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Chemnitz. Es hat doch gereicht: Trotz rund einstündiger Unterzahl nach der Roten Karte gegen Torwart Erik Domaschke feierte der SV Meppen vor 5060 Zuschauern beim Chemnitzer FC einen verdienten 2:1-Erfolg (1:0). Grundlage war eine unglaubliche kämpferische Einstellung.

„Grundsätzlich bin ich zufrieden“, stellte Coach Christian Neidhart fest. „Wir haben auswärts noch keinen Gegner so beherrscht wie hier in der Anfangsphase“, stimmte Co-Trainer Mario Neumann zu. Dabei mussten sie auf gleich vier Positionen umstellen: Für den angeschlagenen Marius Kleinsorge übernahm Luka Tankulic den Part auf der offensiven Außenbahn, für Torjäger Benjamin Girth, der beim 3:2 in der Hinrunde alle SVM-Tore geschossen hatte, rückte Max Kremer ins Sturmzentrum. Fabian Senninger spielte für den wegen eines Todesfalls verhinderten David Vrzogic auf der linken Seite der Viererkette. Zuschauen musste auch Jannik Jesgarzewski, der zuletzt rechts in der Kette gespielt hatte. Neu ins Team kam Innenverteidiger Marcel Gebers, für den Patrick Posipal wieder auf die Sechserposition vorrückte. Stattdessen übernahm Markus Ballmert die Jesgarzewski- Position.

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Dennoch lief es wie am Schnürchen. Die Emsländer schienen ohne den großen Druck beinahe locker aufzuspielen. Sie kamen einige Male gut nach vorn, kombinierten und setzten spielerische Akzente. Schon nach sieben Minuten die erste Chance, als Innenverteidiger Jovan Vidovic das Leder nach einer Ecke allerdings nicht richtig erwischte.

Kremers zweites Saisontor

Max Kremer sorgte mit seinem zweiten Saisontreffer im sechsten Spiel in der Startelf für einen positiven Akzent. Nach starker Vorarbeit auf der linken Seite durch Nico Granatowski gingen die Emsländer schon in der 18. Minute in Führung.

CFC-Treffer nicht anerkannt

Die Gäste setzten sich einige Male gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Sachsen durch, die im 4-3-3-System variabel agierten. So richtig in den Griff bekamen sie die Meppener trotz der starken Anfeuerung von den Rängen nicht. Der Gast fand immer Lösungen. Chemnitz setzte nach, versuchte schnell nach vorn zu kommen, aber die Meppener Abwehr ließ kaum etwas anbrennen. Beim Treffer von Torjäger Myroslav Slavov (27.) hatte der Unparteiische auf Foulspiel gegen Marcel Gebers entschieden. „Ein reguläres Tor“, befand dagegen CFC-Coach David Bergner, der von einem verdienten Sieg der Emsländer sprach.

Selbst in Not gebracht

Doch dann brachten sich die Meppener selbst in Not: Nach einem Ballverlust auf der linken Seite kam Fabian Senninger nicht hinterher, Erik Domaschke zögerte einen Augenblick, lief dann doch aus dem Tor – und wurde von Florian Hansch angeschossen. Die Sachsen protestierten, der Schiedsrichterassistent zeigte Handspiel an. So schickte Referee Benjamin Cortus aus Bayern den Keeper, der auch nach Neidharts Einschätzung besser im Gehäuse gelblieben wäre vom Feld. Jeroen Gies, für den Nico Granatowski seinen Platz räumen musste, brauchte fast zwei Minuten, ehe er auf dem Feld stand.

Gies rettet

Meppen, aber auch Chemnitz brauchten einige Minuten, um sich auf die neue Situation einzustellen. „Die Jungs haben nicht so viel Selbstvertrauen“, wusste Bergner. Schließlich hat der Verein gerade erste die Insolvenz beantragt, auch sportlich läuft es nicht rund. Dennoch erkannte Bergner eine gute Einstellung, vermisste aber die letzte Entschlossenheit im Abschluss. Das erste Mal konnte Gies sich in der 51. Minute auszeichnen: Er lenkte das Leder beim Freistoß von Marcus Mlynikowski (51.) gerade noch um den kurzen Pfosten.

Meppen mauert nicht

„Wir hätten höher als 1:0 führen können“, erinnerte Neidhart an Konterchancen trotz des steigenden Drucks der Gastgeber. Meppen mauerte keinesfalls, hielt weiter gegen, wirkte manchmal schon fast zu mutig: Zwei Mal drohte das Team in Unterzahl ausgekontert zu werden. Chemnitz kam, blieb aber im letzten Drittel des Spielfeldes zu ungenau.

„Bei Kontern fast alles falsch gemacht“

Auch Meppen hatte Kontermöglichkeiten in der Partie, in der sich Mike Bähre und Luka Tankulic in Unterzahl um spielerische Linie bemühten: Ballmert passte zu Kremer, der aber offenbar am Fuß getroffen wurde, und den Ball über das Tor schoss. Danach vergaben noch einmal Kremer und Bähre sowie Senninger. „Bei den Kontersituationen haben wir fast immer falsch entschieden“, erklärte Neidhart.

Torjäger Frahn erzielt das 1:1

Der Druck der Chemnitzer wuchs. Ausgerechnet der eingewechselte Torjäger Daniel Frahn traf im ersten Spiel nach seiner Rotsperre per Kopf zum 1:1 (84.). Meppen drohte doch noch auf die Verliererstraße zu geraten. Zuvor hatte Baumgart Aluminium getroffen. „Das ist der Unterschied, bei uns geht der Ball an die Latte, bei Meppen in den Knick“, urteilte Bergner.

Tankulic trifft in den Winkel

Denn Meppen schickte die Himmelblauen mit einem Konter in die Fußball-Hölle: Der bärenstarke Tankulic machte aus Neidharts Sicht zwar alles falsch, weil er besser postierte Mitspieler übersah, jagte den Ball aber selbst ins Netz. Solche Fehler verzeiht sogar der Trainer dem Ex-Lotter, der seit der Partie in Köln stets selbst traf oder vorbereitete.

Der erste Sieg in Chemnitz

So feierte der SVM beim DDR-Meister von 1967 und Vizemeister von 1990 den fünften Auswärtssieg. Damit gelang im fünften Anlauf endlich der erste Erfolg in Chemnitz. Wieder eine Negativserie, die der SVM in den letzten Wochen beendet hat. Jetzt fehlt in den verbleibenden vier Spielen nur noch ein einziger Zähler, um die 50-Punkte-Marke zu knacken. Dann hätten die Emsländer das nächste Ziel erreicht.


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