Letztes Saisonspiel von Kleinsorge? SV Meppen: Kapitän Wagner gegen Halle nicht an Bord

Von Dieter Kremer

Fällt mit Leistenproblemen aus: Martin Wagner (links). Foto: dpa/Carmen JaspersenFällt mit Leistenproblemen aus: Martin Wagner (links). Foto: dpa/Carmen Jaspersen 

Meppen. „Wir wollen immer das Maximum“, betont Trainer Christian Neidhart, nachdem der SV Meppen sechs Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hat. Sonntag um 14 Uhr schließt der Aufsteiger seinen Heimspiel-Doppelpack gegen den Halleschen FC ab.

Für die Meppener wird die Partie gegen Halle das fünfte Spiel in den letzten gut zwei Wochen sein. Vom Kopf her sei alles okay, aber in den Beinen sei schon Müdigkeit zu spüren, gesteht Neidhart. Am Donnerstag hatten die Spieler frei. Freitag und Samstag stehen Einheiten an.

Ziel: Einstelliger Tabellenplatz

Trotz des gesicherten Klassenerhaltes wollen die Meppener keinen Deut nachlassen. „Wir wollen – das habe ich öfters betont – so viele Punkte wie möglich holen“, strebt Neidhart weiterhin nach dem Optimum. Auch um zu Hause weiterhin eine gute Kulisse zu haben und weil es Prämien zu verdienen gebe. „Zurücklehnen gibt es auf keinen Fall.“ Am Ende soll ein Platz im gesicherten Mittelfeld her, am besten ein einstelliger. „Das ist das Ziel.“ Dass Neidhart und Co. trotz des erreichten Ligaverbleibs entspannt das Geschehen auf dem Rasen verfolgen, wird es nicht geben. „Ich weiß, wenn ich an der Außenlinie stehe und wir schlecht spielen, zurückliegen oder verlieren, dann drehe ich durch.“

Robben bekommt Abschiedsspiel

Natürlich kennt Neidhart die vereinzelten Rufe, dass nun doch weniger berücksichtigte Spieler oder sogar Nachwuchskräfte eine Chance erhalten könnten. Das sei allerdings das Wunschkonzert andere Leute, sagt der Fußballlehrer. „Davon lassen wir uns gar nicht beeindrucken. Dass man das eine oder andere probiert, das haben wir in den letzten Wochen gemacht.“ Aber es gehe auch um die Planungen für die kommende Saison. Um die Mannschaft, die nach der Sommerpause das Trikot des SV Meppen tragen soll. „Natürlich wird ein Jens Robben angemessen verabschiedet“, unterstreicht Meppens Coach. Das stehe außer Frage. „Jens bleibt uns im Verein weiter erhalten. Und er wird natürlich sein Abschiedsspiel bekommen.“ Das habe sich Robben auch zu 100 Prozent verdient. Robben wurde bislang einmal eingewechselt – bei der 1:2-Heimniederlage gegen Magdeburg. Der Mittelfeldspieler, der am 27. April 35 Jahre alt wird, soll nach seiner aktiven Laufbahn im Scoutingbereich des SVM eingesetzt werden.

Domaschke muss schmerzfrei sein

Die Tendenz geht dahin, dass Erik Domaschke am Sonntag wieder zwischen den Pfosten stehen kann. „Ob er spielt oder nicht, darüber werden wir auch noch mal mit Erik sprechen.“ Domaschke müsse zu 100 Prozent schmerzfrei sein, so Neidhart. Ansonsten werde die Konstellation wie zuletzt sein, als Jeroen Gies im Tor stand und A-Jugend-Torwart Matthias Harsmann auf der Bank saß. Domaschke war beim 2:0-Sieg bei Fortuna Köln sicherheitshalber wegen einer Adduktorenverhärtung ausgewechselt worden und hatte deshalb beim 2:1 unter der Woche gegen Jena nicht im Kader gestanden.

Ballmert wieder im Kader

Wieder in den Kader zurückkehren wird Markus Ballmert, der nach einer Grippe bereits wieder fit schien, aber einen Rückschlag erlitten hatte und aus diesem Grund zuletzt vier Begegnungen verpasste. „Markus ist auf jeden Fall am Sonntag einsatzfähig“, rechnet Neidhart fest mit dem 24-Jährigen.

Wagner fällt gegen Halle aus

Definitiv ausfallen wird Kapitän Martin Wagner. Nach Angaben des Trainers plagen den 31-Jährigen aktuell ähnliche Probleme wie zuletzt Domaschke. „Martin wird am Sonntag auf jeden Fall ausfallen.“

Letztes Spiel von Kleinsorge?

Leichte Blessuren haben Luca Tankulic und Marius Kleinsorge aus dem Jena-Spiel davongegangen. Eventuell wird Kleinsorge aufgrund seiner Schambeinentzündung gegen Halle sein vorerst letztes Saisonspiel bestreiten. Neidhart: „Es gibt Überlegungen, Marius danach aufgrund seiner Probleme komplett rauszunehmen.“ Kleinsorge habe sich unter Schmerzen in den Dienst der Mannschaft gestellt und könne dann seine Verletzung bis zum Start der nächsten Saison auskurieren, ergänzt der Coach. Ob der Rechtsaußen operiert wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Am Montag wird es den Austausch mit Mannschaftsarzt Thomas Keese-Röhrs geben. Teamkollege Thilo Leugers hatte sich in der Vorsaison wegen einer Schambeinentzündung in der Winterpause operieren lassen und stand zum Rückrundenstart wieder auf dem Rasen.

0:2-Niederlage im Hinspiel

Das Hinspiel in Halle ging aus Meppener Sicht nach Toren von Martin Röser und Klaus Gjasula mit 0:2 verloren, obwohl die Emsländer nicht viel zugelassen hatten. Zwei Fernschüssen verhalfen dem Gegner zum Sieg. Mit Thilo Leugers (Gelbsperre) und den verletzten Marius Kleinsorge, Fabian Senninger und Steffen Puttkammer fehlten den Meppenern am 28. Oktober vier Spieler. „In dem Spiel hat man schon gemerkt, wer ausgefallen ist“, so Neidhart. Man habe verdient in Halle verloren.

Halle hat einen Lauf

Obwohl fest steht, dass Trainer Rico Schmitt im Sommer von Noch-Zwickau-Coach Torsten Ziegner abgelöst wird, läuft es in Halle. Aus den letzten sechs Spielen gab es vier Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage. Halle wird ausgeruhter als Meppen in die Partie gehen. Trotzdem will sich Neidhart nichts Besonderes einfallen lassen: „Wir sollten uns auf unsere eigenen Stärken besinnen.“ Ob man die Aggressivität und Laufbereitschaft wie gegen Paderborn, Fortuna Köln und Jena hinbekomme, müsse man sehen. „Aber zu Hause sind wir schon eine Macht.“ Daran wolle man anknüpfen.