Fairplay-Sünder in der Hänsch-Arena So wurde Jenas Sören Eismann von den Fans des SV Meppen empfangen

Von Kim Patrick von Harling

Die Zuschauer in der Hänsch-Arena hatten das Hinspiel noch gut in Erinnerung. Foto: Werner ScholzDie Zuschauer in der Hänsch-Arena hatten das Hinspiel noch gut in Erinnerung. Foto: Werner Scholz

Meppen. Auf Sören Eismann hatten sich die SVM-Anhänger am Mittwochabend in der Hänsch-Arena besonders eingeschossen. Der Spieler des FC Carl Zeiss Jena gewann sicherlich nicht den Beliebtheitspreis bei den Fans des SV Meppen in dieser Saison. Schon Wochen vor dem Gastauftritt von Jena hatte es in den sozialen Netzwerken und auf den Fußballplätzen des Emslandes ein beherrschendes Thema gegeben.

Zur Erinnerung: Im Hinspiel hatte die Mannschaft von Trainer Christian Neidhart mit 2:0 geführt. Nichts sprach dafür, das Jena noch einmal zurückkommen würde. In der 57. Minute kam es dann zur Szene, die den Meppenern im Gedächtnis bleiben sollte. Zeiss-Spieler Julian Günther-Schmidt lag am Boden, Meppens Nico Granatowski blieb mit dem Ball am Fuß stehen und signalisierte, dass die Partie unterbrochen werden müsste. Eismann schnappte sich den Ball und netzte zum 1:2 ein. Am Ende stand ein 2:2-Unentschieden.


„Pfui“-Rufe

Als der SVM-Stadionsprecher die Gäste-Aufstellung inklusive Reservebank durchsagte, wurde es laut: Der Meppen-Anhang empfing Eismann mit einem gellenden Pfeifkonzert und „Pfui“-Rufen. „Wir haben das vorher nicht mehr thematisiert, wir können es aber nicht ungeschehen machen“, hatte Jenas Coach Mark Zimmermann noch vor dem Spiel gesagt. „Für uns ist das Thema erledigt. Aber natürlich haben wir auch keinen Einfluss darauf, wenn es zum Spiel wieder hochkochen sollte. Wir wussten, dass uns das zum Rückspiel wieder einholen würde.“

Marcel Gebers mit Humor

Obwohl Eismann „nur“ auf der Bank saß, bekam er direkte Reaktionen vom SVM-Anhang. Als der Jenaer zum Aufwärmen an der alten Haupttribüne entlangging, begleiteten ihn Pfiffe. Auch auf dem Weg in die Kabine bekam er den Unmut der Meppener mit Pfiffen zu spüren. Vor dem Spiel wurden die Ordner der Hänsch-Arena extra für den Auftritt von Eismann sensibilisiert. Sie sollten dafür Sorge tragen, dass der Jenaer gut beschützt den Rasen betreten und verlassen konnte. „Ich glaube, wenn Eismann gespielt hätte, wäre die Partie vielleicht ein wenig hitziger geworden“, erklärte Meppens Marcel Gebers und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Den einen oder anderen Zweikampf hätte man eventuell mit einer Grätsche geführt.“

Zu tumultartigen Szenen kam es im September nach dem Anschlusstreffer in Jena. Meppens Kapitän und Torschützen Sören Eismann sowie ihre Mitspieler diskutieren laufstark. Archivfoto: Scholz

Matthis Harsmann schnuppert Drittliga-Luft

Für den verletzten Stammkeeper Erik Domaschke hütete gestern von Beginn an Jeroen Gies das SVM-Tor. Im Hexenkessel Hänsch-Arena durfte also zum ersten Mal Matthis Harsmann vom JLZ Emsland, der einen herzlichen Empfang der Fans erlebte, als Ersatztorwart auf der Bank Platz nehmen. Der 18-Jährige spielt seit 2015 für das JLZ. Der SVM-Stadionsprecher kündigte den Youngster bei der Kadervorstellung an: „Einen besonderen Applaus für Matthis Harsmann!“ Die Zuschauer folgten dem Aufruf und spendeten Beifall. Auch als Harsmann vor dem Einlauf der Mannschaften mit dem Sack voller Bälle in Richtung Bank ging, zollten ihm die Fans Respekt und klatschten erneut Beifall. Einen besonderen Moment erlebte der 18-Jährige nach dem Abpfiff: Er stand zusammen mit der Mannschaft im Kreis und feierte den Klassenerhalt.