2:1 gegen Jena Der SV Meppen strahlt: Das Wunder ist perfekt

Von Uli Mentrup


Meppen. „Das Wunder ist geschafft“, strahlte Vorstandssprecher Andreas Kremer unmittelbar nach dem Abpfiff. Nach dem 2:1-Sieg (1:1) des SV Meppen gegen Carl Zeiss Jena vor 5856 Zuschauern in der Hänsch-Arena ist der Klassenerhalt endgültig gesichert.

Entsprechend gut war die Stimmung. Noch besser wurde sie, als Kremer am Mikrofon 500 Liter Freibier versprach. Wer hätte vor Saisonbeginn schon damit gerechnet, dass die Weichen für die nächste Drittligasaison so früh gestellt werden würden. Und das mit dem ersten Heimsieg gegen Jena im sechsten Anlauf.

„Wir wollen nachlegen“, versprach Trainer Christian Neidhart, dass der SVM „so viele Punkte wie möglich sammeln will“. Vielleicht könne sein Team noch an der 50-Punkte-Marke schnuppern, formulierte er gewohnt vorsichtig. 45 Zähler sind es bereits.

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Neidhart bescheinigte beiden Mannschaften, dass sie im vierten von fünf Spielen in der zweiten englischen Woche „alles reingehauen“ hätten. Das sah seine Kollege Mark Zimmermann genauso. Er ärgerte sich natürlich über die späte Niederlage. Denn der Siegtreffer durch Benjamin Girth fiel erst in der 87. Minute nach feiner Vorarbeit des eingewechselten Tankulic. Neidhart hatte mit der Einwechslung von drei Offensivkräften deutlich gemacht, dass er die Partie unbedingt gewinnen wollte.

„Am Boden zerstört“

„Die Jungs sind am Boden zerstört“, erklärte Zimmermann. Sein Team habe die Gelegenheiten „nur nicht ausgespielt“. „Er wird sich gewundert haben, dass er auswärts bei beiden Gegentoren ausgekontert worden ist“, meinte Neidhart.

Wieder Rotation

Beide Trainer setzten auf die Rotation. Neidhart auf eine dosierte: Der in Köln eingewechselte Jeroen Gies stand für den verletzten Erik Domaschke im Tor. Martin Wagner und Marius Kleinsorge waren für Max Kremer und Mike Bähre in die Startelf gerückt.

Fünf Wechsel beim Gast

Jenas Coach wechselte fast die halbe Elf. Für Justin Gerlach, Guillaume Cros, Manfred Starke, Timmy Thiele und Julian Günther-Schmidt kamen Florian Brügmann, Jan Löhmannsröben, Maximilian Wolfram, Marius Grösch und Davuc Tuma in der Startelf. An der 4-4-2-Grundformation änderte der Coach jedoch nichts.

Guter Start

Die Emsländer erwischten einen guten Start, hatten auf nach einem Regenguss vor dem Anpfiff wieder einmal schwierigen Platzverhältnissen die erste gute Chance. Ausgerechnet Girth verpasste schon in der sechsten Minute. Er konnte sich an der Strafraumgrenze die Ecke aussuchen, zielte aber zu lange und schob den Ball Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Kalte Dusche per Freistoß

Gegen die schnell angreifenden Thüringer folgte die kalte Dusche. Als auf den rutschigen Boden ein Gästespieler an der Strafrumgrenze zu Boden ging, entschied Schiedsrichter Bastian Börner Iserlohn auf Freistoß. Maximilian Wolfram versenkte das Leder im rechten oberen Torwinkel. Ein bitteres 0:1.

SVM setzt nach

Aber Meppen setzte nach, erarbeitete sich Möglichkeiten. Der agile Nico Granatowski scheiterte mit Flugkopfball nach Leugers-Freistoß an Keeper Jo Coppen – genau wie später Martin Wagner und Steffen Puttkammer mit Schüssen.

Kleinsorge trifft per Kopf

Nur Sekunden, nachdem der Gastgeber dem 0:2 entging, weil Jenas Rechtsverteidiger Florian Brügmann per Distanzschuss nur den linken Pfosten traf, gelang der verdiente Ausgleich: Nach Zuspiel auf die linke Meppener Seite setzte sich Granatowski durch, flankte präzise nach innen, wo mehrere Mitspieler lauerten. Und ausgerechnet der 1,70-Meter-Flügelflitzer Marius Kleinsorge traf per Kopf. Sein siebtes Saisontor. Nach schnellem Angriff über rechts hätte er fast noch die Führung vor der Pause vorbereitet, doch der mitgeeilte Girth wurde in der Mitte gehalten.

Chance für Kremer

Nach dem Wechsel wirkte der Gastgeber zeitweise nicht mehr ganz so gut sortiert, es fehlte die ordnende Hand. Er hatte Glück, dass Jena aus einer 5:2-Überzahl nichts machte. Aber das Bemühen war bei beiden Teams erkennbar. Nachdem Max Kremer verpasste, sorgte Girth doch noch für Meppener Freudentänze.