Vorstand bittet um Besonnenheit SV Meppen will Eismann-Tor nicht zum Thema machen

Von Uli Mentrup

Zu tumultartigen Szenen kam es im September nach dem Anschlusstreffer in Jena. Meppens Kapitän und Torschützen Sören Eismann sowie ihre Mitspieler  diskutieren laufstark. Foto: ScholzZu tumultartigen Szenen kam es im September nach dem Anschlusstreffer in Jena. Meppens Kapitän und Torschützen Sören Eismann sowie ihre Mitspieler diskutieren laufstark. Foto: Scholz

um Meppen. Fair-Play-Skandal in Jena. Unter diesem Titel fand das 2:2 zwischen Carl-Zeiss und dem SV Meppen Mitte September bundesweite Beachtung. Selbst die internationale Presse berichtete vom Anschlusstreffer, den Sören Eismann zwar regelkonform, aber moralisch bedenklich, erzielte. Mittwoch kommt Jena nach Meppen.

Zur Erinnerung: Es lief die 57. Minute. Jenas Julian Günther-Schmidt blieb nach einem Zweikampf mit Meppens Kapitän Martin Wagner verletzt am Boden liegen. Die Emsländer spielten den Ball noch einmal quer in den Fuß von Nico Granatowski, der den Arm hob, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Schiedsrichter Benjamin Bläser unterbrach das Spiel allerdings nicht. Eismann nahm Granatowski den ruhenden Ball ab und traf unbedrängt zum 1:2.

Shitstorm nach dem Spiel

Das Tor ist Thema vor dem Vergleich beider Mannschaften in Meppen. „Außer bei der Mannschaft“, betont Trainer Christian Neidhart. „Wir wollen es auch nicht zum Thema machen“, soll die Stimmung nicht angeheizt werden. Der Coach wartet noch immer auf eine Entschuldigung des Spielers. Der 29-Jährige, über den in den sozialen Medien ein Shitstorm hereinbrach, hatte am Tag danach erklärt: „Ich kann nur sagen, dass ich die Situation, wie das Tor entstanden ist, sehr bedaure. Ich möchte mich bei all denen, für die ich mit meinem Verhalten gegen den Fairplaygedanken verstoßen habe, entschuldigen.“ Neidhart hatte damals festgestellt: „Mich hat keiner angerufen.“ Eismann „entschuldigt sich bei der Öffentlichkeit, nicht beim SV Meppen.“

Jenas Präsident hat sich entschuldigt

Eine offizielle Entschuldigung kam beim Meppener Vorstandssprecher Andreas Kremer an. Jenas Präsident Klaus Berka habe sich damals „in aller Form entschuldigt. Ich fand es gut, dass er sich gemeldet hat. Die Geste ist okay.“

Natürlich war Kremer nicht einverstanden mit der Aktion von Eismann. „Das macht auch die Entschuldigung nicht ungeschehen.“ Er bittet die Zuschauer jedoch am Mittwoch um Besonnenheit, damit für den SVM nicht noch zusätzlich finanzieller Schaden entstehe.