Erster Punktspielsieg in Köln SV Meppen feiert den Klassenerhalt

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Köln. „Das war der Klassenerhalt“, erklärte Christian Neidhart. Nach dem 2:0-Sieg (1:0) bei Fortuna Köln legte sich der ansonsten stets vorsichtig formulierende Trainer des SV Meppen fest. Rein rechnerisch fehlen noch zwei Punkte.

Sieben Spiele bleiben dem Aufsteiger, die nötigen Punkte zu sammeln. Er kann aber schon am Mittwoch im Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena alles klarmachen. „Herausragend“, urteilte der Coach, der nach dem Abpfiff ausgiebig mit Mannschaft und den rund 1000 Emsländern unter den 2736 Zuschauern feierte. Sie hatten es verdient.

Vierter Auswärtssieg

Der vierte Auswärtserfolg dieser Saison hatte Wirkung nicht nur wegen des vorzeitigen Erreichens des Saisonziels. Der SVM siegt auswärts erstmals mit mehr als einem Treffer Unterschied. Im zwölften Anlauf gewann er überhaupt das erste Punktspiel im Kölner Südstadion. „Wir können stolz sein“, bekannte Neidhart.

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Der Gastgeber dagegen kassierte die dritte Niederlage in Serie. Und darf sich damit endgültig von seinen Aufstiegsträumen verabschieden. Das war bitter.

Kremer und Bähre neu im Team

Während Kölns Coach Uwe Koschinat sein Team auf vier Positionen verändert hatte (Okal Adil Kurt, Robin Scheu, Christoph Menz, Manuel Ferrona Pulido für den gesperrten Bernard Kyere, Kristoffer Andersen, Moritz Fritz, der sich in der Hinrunde in Meppen den Mittelfuß gebrochen hatte, und Michael Kessel) ließ Neidhart dosierter rotieren als gegen Paderborn: Mike Bähre kam für Mannschaftskapitän Martin Wagner, Max Kremer für den leicht angeschlagenen Marius Kleinsorge (Schambeinentzündung), der nicht einmal zum Kader gehörte.

Mühe mit den schnellen Außen

Wie gegen Paderborn hielten die Emsländer von Beginn an gut gegen, hatten aber Mühe mit den pfeilschnellen Außen der Gastgeber: Der früh eingewechselte Scheu auf der rechten Kölner Seite und Ferrona Pulido auf der linken sorgten für hohes Tempo und einige brenzlige Situationen. Fabian Senninger und Janik Jesgarzewski hatten Mühe. Zudem stieß der rechte Außenverteidiger Dominik Ernst immer wieder mit nach vorn. Doch die Dom-Städter machten zu wenig daraus. In den ersten 43 Minuten stand nur eine Chance zu Buche: Ferrona Pulido scheiterte an Erik Domaschke (17.). „Zu schön gespielt“, klagte der Stadionsprecher zur Pause. Es fehlte die Effektivität.

Koschinat: Herausragende Spielanlage

Über die Bewertung der ersten Halbzeit waren sich die Trainer nicht einig. „Wir waren von Beginn an sehr präsent“, erklärte Neidhart. Koschinat dagegen sah weitaus mehr Kölner Anteile und eine herausragende Spielanlage. Aber der letzte Pass kam nicht an. Der Coach vermisste den Willen, das Tor zu schießen.

Leugers erobert den Ball, Girth trifft

Schrecksekunde für die Emsländer, als Thilo Leugers nach einer Viertelstunde mit Rückenproblemen zu Boden ging. Doch er konnte weitermachen. Und das war ganz wichtig für den SV Meppen. Denn er bereitete wie aus dem Nichts die Führung vor. Leugers nahm seinem Gegenspieler den Ball ab, passte zu Torjäger Benjamin Girth, der den Ball über Torwart Tim Boss ins Netz hob. Das 1:0, zu dem Zeitpunkt etwas überraschend (27.).

Nach Führung nie verloren

Der Vorsprung gab Sicherheit: Nach einer Führung hat der SVM in dieser Saison noch nie verloren. Fortuna wirkte angeschlagen. Wieder ein individueller Fehler. Die hatten schon bei den vorherigen Niederlagen gegen Großaspach und Erfurt den Ausschlag gegeben. Koschinat beanspruchte die Scorerpunkte bei beiden Gegentoren für sein Team.

Turbulenzen vor der Pause

Bei den Emsländern kamen endlich auch die Bälle im letzten Drittel des Feldes besser an. Bähre versprühte Spielfreude auf dem satten Grün. In den letzten Minuten vor der Pause wurde es turbulent: Der Volley-Hammer von Marcel Gebers landete genau in den Armen von Boss. Der Keeper war Sekunden später zur Stelle, als Girth nach starker Aktion von Granatowski auf der linken Seite den Ball Richtung Tor spitzelte. Doch Köln kam ebenfalls noch zwei Mal gefährlich nach vorn: Zunächst rettete Patrick Posipal in höchster Not nach Hereingabe von Ferrona Pulido, dann war Torwart Erik Domaschke zur Stelle.

Köln erhöht den Druck

Nach dem Wechsel machte die Fortuna deutlich, dass sie ihr Glück erzwingen wollte: Hamdi Dahmani jagte den Ball über das Tor; Ferrona Pulidos Sturz im Meppener Strafraum ahndete der Unparteiische Markus Schmidt mit Gelb wegen einer Schwalbe. Der Druck war groß. „Da kann das Spiel komplett kippen, wenn Köln die Möglichkeiten nutzt“, wusste Neidhart, dass es eng war.

Gies kommt für Domaschke

Als Domaschke nach gut einer Stunde wegen Adduktorenproblemen das Feld verlassen musste, kam Jeroen Gies zu seinem Drittliga-Debüt. Binnen Sekunden vollzog er den Wechsel von der Bank ins Tor. Sieben Minuten später bestand er die erste Bewährungsprobe. Nach dem Schuss des ehemaligen Meppeners Thomas Bröker, der seit dem Winter in Diensten der Kölner steht, streckte er sich mächtig, lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Eine der besten Fortunen-Möglichkeiten

„Slapstickeinlagen“ vor Gegentoren

Die SVM-Anhänger machten ihre Überzahl auch in der Lautstärke immer deutlicher. Die Mannschaft brauchte es im dritten Spiel der zwei englischen Wochen. Es blieb spannend, weil der SVM die Kontermöglichkeiten erst spät nutzte. Der eingewechselte Luka Tankulic belebte das Angriffsspiel, traf erst nur den Pfosten, machte es aber neun Minuten vor dem Abpfiff besser, als Girth seinem Gegenspieler den Ball an der Torauslinie abnahm und genau passte. 2:0! Meppener Jubel. „Peinlich, wie wir Gegentore bekommen“, fühlte sich Koschinat an „Slapstickeinlagen“ erinnert. Der SVM hätte weitere Tore schießen müssen. Dass er es unterließ, störte nach dem Schlusspfiff nur noch unerheblich.


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