Porträt über KSC-Stürmer 120 Tore in der 3. Liga, doch Anton Fink will wieder raus

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Trifft zum 2:0: Anton Fink gegen MeppenFoto: imago/RudelTrifft zum 2:0: Anton Fink gegen MeppenFoto: imago/Rudel

Osnabrück/Karlsruhe. Beim 2:0-Sieg gegen den SV Meppen war Anton Fink beim Karlsruher SC der umjubelte Mann: Der Rekordtorjäger der 3. Liga erzielte seine Treffer 119 und 120. Klar, dass der 30-Jährige hinterher über das ganze Gesicht strahlte.

„Ich spiele Fußball, um Tore zu machen“, sagte der ausgebuffte Offensivspieler, ergänzte aber: „Ich spiele auch Fußball, um Erfolg zu haben. Dazu zählen zehn andere Spieler und die Ersatzspieler. Alle zählen dazu. Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft gewinnen. Wenn jeder einzeln für sich spielt, würden wir nicht dastehen, wo wir gerade stehen.“ Denn in der Tat steht der KSC gerade sehr gut da: Drei Siege in Folge, 19 Partien (und damit eine ganze Halbserie gegen alle Teams der Liga) ungeschlagen – so kehrten die Badener nach einem Katastrophen-Saisonstart ins Aufstiegsrennen zurück. Als Dritter hat der KSC zwar im Gegensatz zur Konkurrenz keine Nachholspiele mehr in der Hinterhand, aber angesichts ausstehender direkter Duelle gegen Paderborn und Magdeburg alle Chancen. „Wir wollen natürlich die Serie weiter ausbauen, keine Frage“, so Fink. Dafür müsse jeder weiter seine Bedürfnisse und sein Ego hintanstellen.

Der erfahrene KSC-Trainer Alois Schwartz hat wie sein Vorgänger Marc-Patrick Meister stets auf Fink gesetzt, auch wenn der Rückkehrer aus Chemnitz – zumindest wenn man nach den reinen Zahlen geht – nicht immer überzeugt hat: Fink hat mit den beiden Toren gegen Meppen in dieser Spielzeit „erst“ sieben Treffer und vier Vorlagen vorzuweisen – für seine Verhältnisse nach fast vier Fünfteln der Saison keine besonders starken Werte. So gab es gerade in jener Phase, als es beim KSC nicht so lief, Kritiker, die behaupteten, die Zeit des Torjägers, der schon in der Premierensaison der 3. Liga 2008/09 am häufigsten traf (21 Tore für Unterhaching), sei vorbei.

Wer die Spiele des KSC beobachtet, erkennt aber: Das Gegenteil ist der Fall. Fink ist nach wie vor als „Schleicher“ in den Räumen zwischen der Abwehrreihe und den Sechsern des Gegners unterwegs, spielt dort seine Stärken hinsichtlich Passgenauigkeit und Schusstechnik aus. Weil die gegnerischen Trainer um die Qualitäten der hängenden Spitze wissen, ergreifen sie Gegenmaßnahmen und stellen diese Räume speziell zu – so wie es der VfL Osnabrück mit drei Innenverteidigern beim 0:0 tat. Das nimmt diesen Teams aber auch offensive Schlagkraft nach vorn. Auch das ist eine Erklärung für die knappen Spielausgänge des KSC, der im Schnitt nur 1,27 Tore pro Partie erzielt, aber mit 22 auch mit Abstand die wenigsten der Liga kassiert hat.

So werden einzelne Offensivaktionen bedeutsamer – dabei einen Fuchs wie Fink im Team zu haben, könnte sich im Saisonfinale als entscheidender Vorteil erweisen. Der gebürtige Dachauer (Vertrag bis 2019) hat schon bewiesen, dass er es auch in der 2. Bundesliga kann: 2009 und 2010, mit elf Toren – schon damals für den KSC.


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