Karlsruhe seit 18 Spielen unbesiegt SV Meppen muss in die Festung Wildparkstadion

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Siegte mit Meppen im Hinspiel mit 2:0: Thilo Leugers (Mitte). Foto: ScholzSiegte mit Meppen im Hinspiel mit 2:0: Thilo Leugers (Mitte). Foto: Scholz 

Meppen. Der Karlsruher SC ist die Mannschaft der Stunde in der 3. Liga. Seit der 0:2-Niederlage Anfang Oktober beim SV Meppen hat der Zweitliga-Absteiger nicht mehr verloren – 18 Spiele in Folge. Am Samstag geht es um 14 Uhr erneut gegen die Meppener.

Nach der Niederlage in Meppen wies der KSC einen Zwölf-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz drei auf. Der direkte Wiederaufstieg schien abgehakt. Doch durch die darauf folgende Erfolgsserie sind die Badener bis auf drei Punkte an die direkten Aufstiegsränge, auf denen aktuell noch Paderborn und Magdeburg liegen, herangerückt. Kein Team konnte Karlsruhes Lauf stoppen. „Es haben bestimmt viele gesagt, dass jede Serie mal reißt“, sagt Christian Neidhart. „Das sagen wir auch“, wünscht sich Meppens Trainer natürlich den großen Coup. „Es hat bei uns angefangen und kann gegen uns auch enden. Ich hätte nichts dagegen. Aber es natürlich schon so, dass sie vor der Serie als klarer Titelaspirant gehandelt wurden.“ Randnotiz: Der KSC ist als einziger Drittligist zu Hause noch ungeschlagen, hat in 14 Begegnungen im heimischen Wildparkstadion nur sechs Gegentore kassiert.

Top-Favorit auf den Aufstieg

Dass bei den Gastgebern hohe Ansprüche herrschen, wissen die Meppener nur allzu gut. Der KSC wurde im Sommer von vielen Experten zum Top-Favoriten der Liga gekürt. Ziel war es, den Betriebsunfall Abstieg sofort wieder zu reparieren. Neidhart: „Der KSC ist sicherlich ein Verein, der fest eingeplant hat, wieder aufzusteigen.“ Von daher herrsche dort ein anderer Druck als in Meppen. Womöglich eine Chance für die Emsländer. „Ich freue mich auf das Spiel. Weil es ein Spiel ist, wo du eigentlich nur gewinnen kannst. Da rechnet nicht unbedingt jeder damit, dass du aus Karlsruhe etwas mitnimmst.“ Aber sein Team habe in den letzten Partien auch ausgezeichnet, dass man in der Lage sei, mitzuhalten. „Mal schauen, welche der vier Mannschaften von oben, die jetzt hintereinander kommen, wir ärgern können.“ Nach der Karlsruhe-Partie bekommt es der SVM mit den Aufstiegskandidaten SV Wehen Wiesbaden, SC Paderborn und Fortuna Köln zu tun.

Schleusener trifft wie am Fließband

Neidhart hat die Karlsruher einige Male beobachtet, unter anderem beim 1:1 in Lotte. Der KSC habe sich mit 13, 14 Spielern eingespielt, erklärt der 49 Jahre alte SVM-Coach. Die Startelf vom Hinspiel in Meppen war zuletzt beim Erfolg in Erfurt nur auf einer Position verändert. „Diese Mannschaft spielt einen absolut ruhigen Stiefel. Die lassen sich auch nicht verrückt machen, wenn es mal 0:0 steht.“ Der KSC probiere gerade auswärts nicht alles auf Teufel komm raus, um zu gewinnen. „Sie wissen, dass sie nach vorne hin im Moment mit Schleusener jemanden haben, der blind trifft.“ Auch in Lotte hätten die Gastgeber zwischendurch die besseren Phasen gehabt. „Aber sie bleiben ruhig und sind sehr eingespielt.“ In der Offensive habe der KSC mit Fink und Schleusener gute Muster, auf die man aber vorbereitet sei, rechnet sich Neidhart etwas aus. Schleusener ist ausgeliehen vom Bundesligisten SC Freiburg. Der 26-Jährige hat 15 Tore erzielt, eins mehr als Meppens Torjäger Benjamin Girth.

Laufstarke Karlsruher

Als „sehr risikofreudig“ beschreibt Neidhart das Offensivspiel des KSC. Die beiden Innenverteidiger David Pisot und Daniel Gordon schieben bei eigenem Ballbesitz immer sehr hoch. „Ich bin mal gespannt, wie sie es letztendlich gegen uns machen werden.“ Schließlich habe man sehr viel Tempo auf den Außenpositionen. Karlsruhe agiert häufig mit Bällen in die Tiefe auf die beiden Stürmer Fabian Schleusener und Anton Fink. Gerade Fink löse sich immer wieder gut von der gegnerischen Kette, so Neidhart. „Und spielt dann immer direkt auf Schleusener.“ Der erfahrene Fink, der Drittliga-Rekordtorschütze ist, sei immer für ein Tor gut. „Und Schleusener kann im Moment auch beide Augen zumachen und trifft.“ Zudem verfügt der KSC auf seinen Außenbahnen über Tempo, agiert gerne mit Diagonalbällen. „Diese Mannschaft ist schon schwer zu verteidigen, weil sie unheimlich laufstark ist.“

Andere Vorzeichen als im Oktober

Vor dem ersten Duell der beiden Teams am 1. Oktober gab es andere Vorzeichen. Im Hinspiel habe man Karlsruhe in einer Phase erwischt, in der sie gerade erst einen neuen Trainer hatten, erinnert sich Neidhart. „Wo sie in einem totalen Negativlauf waren und Druck ohne Ende hatten. Sie wollten bei uns unbedingt gewinnen, um Anschluss zu bekommen. Ich glaube auch, dass sie wenig von uns wussten und ein Stück weit überrascht waren, wie wir zu Hause aufgetreten sind. Und ich glaube, dass wir das Spiel auch nicht unverdient gewonnen haben.“ Meppen siegte nach Treffern von Benjamin Girth und Marius Kleinsorge mit 2:0. Beide Treffer legte Nico Granatowski auf. Kurz nach Kleinsorges Tor parierte SVM-Keeper Erik Domaschke einen Foulelfmeter. Der KSC hatte wenige Wochen zuvor den Trainer gewechselt. Alois Schwarz löste den glücklosen, früheren U-17-Trainer Marc-Patrick Meister (nach sechs Spielen mit fünf Punkten auf Platz 16) ab.

Fragezeichen wegen Grippe

Personell gibt es beim SV Meppen vor dem Auftritt in Karlsruhe, das vor drei Jahren in der Relegation zur 1. Bundesliga quasi in letzter Sekunde am Hamburger SV gescheitert ist, ein paar Fragezeichen. Markus Ballmert und Mike Bähre plagten sich die gesamte Woche mit einer Grippe herum. Krankgeschrieben ist Jens Robben. Neidhart: „Es geht ein bisschen rum. Am Ende des Tages müssen wir mal schauen, wie wir den Kader gestalten.“ Eventuell werde man einen Spieler mehr mitnehmen als sonst, also 19 Spieler. „Falls noch mal etwas passieren sollte.“ Ihre Gelbsperren abgesessen haben Thilo Leugers und Marius Kleinsorge, der zuletzt Leistenprobleme hatte. „Marius ist soweit fit, dass er spielen kann“, rechnet Meppens Trainer mit seinem Flügelflitzer.

Sonderzug der Fans

Der Ablauf wird derselbe sein wie bei den letzten Auswärtsreisen. Am Freitagmorgen absolviert der SVM in der Heimat noch eine Trainingseinheit, bevor der Tross in den Bus steigt. Ein Großteil der 450 Meppen-Fans wird mit der Bahn anreisen. Sie hatten sich selbstständig um einen Sonderzug gekümmert. Abfahrt ist am Samstagmorgen um 5.10 Uhr in Meppen, Ankunft um 12.15 Uhr in Karlsruhe. Dort setzt sich nach dem Schlusspfiff der Zug um 17.30 Uhr in Bewegung. Um 0.21 Uhr sollen die Fans wieder in Meppen sein.


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