Kersten Kuhl: „Riesiger Traum“ Ex-Meppen-Keeper trainiert Gladbachs Torwarttalente

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Meppen. Er war dritter Torwart beim SV Meppen und trainierte die Talente im Jugendleistungszentrum (JLZ) Emsland. Seit wenigen Monaten lebt Kersten Kuhl seinen Traum. Arbeitet er doch als Torwarttrainer bei seinem Lieblingsklub Borussia Mönchengladbach.

„Der Kontakt ist schon über Jahre da gewesen“, berichtet Kuhl. Vor zwei Jahren hospitierte der 25-Jährige eine Woche lang bei den Gladbachern. Dabei durfte er auch an Trainingseinheiten der Profis teilnehmen und sammelte viele Eindrücke. Als vor anderthalb Jahren eine Stelle bei der Borussia ausgeschrieben war, gab Kuhl auf Nachfrage seine Bewerbung ab. Er erhielt eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und bekam den Posten zwar nicht. Aber Kuhl wurde versichert, einen guten Eindruck vermittelt zu haben. „Nun ist im letzten Sommer noch eine Stelle bei Borussia Mönchengladbach geschaffen worden, woraufhin sie mich angerufen haben. Dann habe ich natürlich sofort zugesagt.“

Seit dem 1. September zeichnet Kuhl am Niederrhein für die Torhüter von der U16 bis U14 der Fohlen verantwortlich. Montags und donnerstags gibt es in Gladbach Torwarttrainingstage. Bedeutet: Alle Keeper von der U 14 bis U 19 trainieren gemeinsam unter vier Torwarttrainern. Neben Kuhl ist auch Uwe Kamps dabei, selbst von 1982 bis 2004 bei der Borussia in der 1. Bundesliga zwischen den Pfosten und seitdem Torwarttrainer der Profis. Mittwochs und freitags trainiert Kuhl seine Gruppe, die U14 bis U16, alleine. Und an den Wochenenden betreut er die Spiele der Mannschaften und wärmt die Torhüter auf. Samstags in der Regel die U14 oder U15 und sonntags die U 16.

Wenn am Vormittag keine Sitzungen anstehen, ist Kuhl zumeist gegen 14/15 Uhr auf der Anlage, weil die Einheiten am Abend stattfinden und die Talente natürlich noch zur Schule gehen. Kuhl steht allerdings nicht nur auf dem Trainingsplatz. Neben den Einheiten warten täglich organisatorische Dinge auf ihn. Heißt: Für die Zertifizierung des NWZ durch den DFB muss Buch geführt werden. „Eine Stundenzahl ist schwer zu sagen. Es kommt aber einiges zusammen“, kann Kuhl den zeitlichen Rahmen nicht genau abstecken.

In der Saison 2015/16 war Kuhl hinter Benjamin Gommert und Lars Huxsohl dritter Torwart beim SV Meppen. Dem Verein, bei dem er sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen hat. Nur von 2013 bis 15 stand er beim SV Holthausen/Biene zwischen den Pfosten. Seine eigene Torhüterlaufbahn hat Kuhl allerdings in der Zwischenzeit beendet. „Ich habe mir gesagt, dass ich den Fokus auf das Torhütertraining lege.“ Er habe in seiner Zeit beim SV Meppen schon relativ viele Lizenzen abgearbeitet, sagt er. Der SVM habe ihn dabei immer unterstützt. Sebastian Röttger, der damalige Leiter des JLZ und jetzige Trainer von Oberligist SC Spelle-Venhaus, holte Kuhl zum JLZ. Gemeinsam mit dem aus Schepsdorf stammenden Ex-Bayern-Torwart Stefan Wessels, „dem ich unglaublich viel zu verdanken habe“, trainierte Kuhl dort den Torhüternachwuchs. Seit 2016 arbeitete Kuhl auch in Spelle als Torwarttrainer und sammelte ein halbes Jahr lang Erfahrungen an einer Fußballakademie in Auckland, der größten Stadt Neuseelands. „Von dort ging es direkt zur Borussia.“

Nach der Schule absolvierte Kuhl eine Ausbildung als Mechatroniker, ehe er sein Fachabitur absolvierte. Sein Studium der Wirtschaftsingenieurwesen schloss er mit dem Bachelor ab, bevor er nach Neuseeland ging.

Dass Kersten Kuhl derzeit seinen Traum lebt, gibt er gerne zu. „Auf jeden Fall. Überhaupt etwas hauptberuflich im Profifußball zu machen, ist alleine schon ein riesiger Traum. Dann noch bei dem Verein, der einem auch noch am Herzen liegt, ist natürlich noch einmal das i-Tüpfelchen.“ Kuhl verfügt bei den Gladbachern über einen Jahresvertrag. „Danach ist alles offen.“ Natürlich hofft Kuhl, dass er danach bleiben kann. „Wenn man einen Traum lebt, möchte man den natürlich länger leben als nur ein Jahr.“


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