Meppener beim SV Sandhausen Mirco Born: Die Leidenszeit ist vorbei

Von Kim Patrick von Harling

Mirco Born im Dress des SV Sandhausen – ein noch ungewohntes Bild. Foto: BornMirco Born im Dress des SV Sandhausen – ein noch ungewohntes Bild. Foto: Born

Sandhausen. Nein, das hat sich Mirco Born sicherlich anders vorgestellt. Als der gebürtige Harener im Sommer vom frischgebackenen Drittliga-Aufsteiger SV Meppen zum gestandenen Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen wechselte, waren die Erwartungen groß. Das ganze Emsland drückte ihm die Daumen. Doch es kam anders: Kreuzbandriss in der Vorbereitung, keine Einsatzminute. Doch die Leidenszeit ist nun vorbei.

Während der Saisonvorbereitung, in einem Testspiel gegen den Bundesligisten SC Freiburg (3:0), verletzte sich Born schwer. „Sofort in dem Moment, als ich mich verletzte, fragte ich mich: Wann werde ich wieder spielen können? Ich hatte noch die Hoffnung, dass ich zum Rückrundenstart fit werde“, erinnert sich der 23-jährige Flügelflitzer. Er arbeitete hart an sich. Einfach war das nicht: 17 Wochen lang musste er eine Schiene tragen, konditionell baute Born ab. Sobald er wieder selbst laufen konnte, wurde ihm diese Zeit zum Nachteil. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich konditionell noch lange nicht auf dem Level war, wie vor meiner Verletzung“, sagt Born.

Spiele in der zweiten Mannschaft

Zum Rückrundenstart gegen den 1. FC Ingolstadt (0:0) reichte es noch nicht, die 2. Bundesliga kam noch zu früh für Born. Zudem erlitt der Emsländer einen kleinen Rückschlag, handelte er sich doch einen kleinen Kapselriss und eine leichte Schambeinentzündung ein. Die Hoffnung auf seine Zweitliga-Premiere ist jedoch ungebrochen. „Ich kann schlecht sagen, wann ich im Kader stehen werde. Schließlich habe ich seit einem halben Jahr kein Spiel mehr bestritten“, weiß Born. Das änderte sich nun: In der U23 vom SV Sandhausen absolvierte der Emsländer jetzt zwei Spiele in der Oberliga Baden-Württemberg. Am vergangenen Wochenende traf er gegen den Karlsruher SC II zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung (Endergebnis: 1:3).

Kleine Rückschläge

Komplett im Training ist Born seit der Winterpause, der Kapselriss und die Schambeinentzündung warfen ihn nur geringfügig zurück. „Es sind immer wieder kleine Dinge, die mich zurückhalten. Aber ich hoffe, dass ich im März wieder komplett fit bin“, sagte Born noch im Februar. Bis dahin heißt es weiter: zugucken. Allerdings macht es zurzeit durchaus Spaß, den SV Sandhausen in der 2. Bundesliga zu verfolgen. Die Sandhäuser lassen den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen nicht abreißen. „Unser Trainer hat wirklich einen guten Plan, der stellt uns immer klasse ein“, arbeitet Born gerne unter Coach Kenan Kocak.

Born gibt sich kämpferisch

Der SV Sandhausen spielt bislang eine gute Saison – ohne Mirco Born. Natürlich stellt sich die Frage, ob der Emsländer den Sprung in die erste Elf überhaupt noch schaffen wird. „Für mich ist das kein Thema. Ich weiß, was ich kann, wenn ich fit bin. Das werde ich auch dem Trainer zeigen, dann wird auch er erkennen, was er an mir hat“, gibt sich Born kämpferisch.

Weiterhin Kontakt zum SV Meppen

Mit seiner Heimat und dem SV Meppen ist der 23-Jährige noch eng verwurzelt. Ganz genau verfolgt er die Entwicklung des Drittliga-Aufsteigers, bei dem er in der Regionalliga bundesweit auf sich aufmerksam gemacht hatte. „Wenn ich es schaffe, schaue ich mir jedes Spiel an“, betont Born, der weiterhin einen engen Kontakt zu den Akteuren des SVM pflegt. „Ich telefoniere, wenn es denn passt, nach jedem Spiel mit Benny Girth. Ansonsten schreiben wir auch viel.“

In Meppener Kabine

Auch mit Kapitän Martin Wagner, Physiotherapeut Daniel Vehring und Co-Trainer Mario Neumann ist der Kontakt nie abgebrochen. Mit Max Kremer lief er zusammen während der Wintervorbereitung. „Im vergangenen halben Jahr war ich dreimal zu Hause“, berichtet Born, der jedoch auch das 1:0 des SVM bei Wehen Wiesbaden live im Stadion verfolgte. „Danach war ich noch in der Meppener Kabine.“

Sandhausen „familiär wie in Meppen“

Fast 480 Kilometer liegen zwischen Meppen und Sandhausen. Für ein Wochenende lohnt sich der Heimatbesuch nicht. Ohnehin fühlt sich Born wohl in seiner neuen Heimat. „Eine wunderschöne Gegend, hier kann man viel erleben. Meine Eltern besuchen mich oft“, sagt Born. „Hier ist es sehr familiär, wie in Meppen.“ Natürlich würde er sich mit seiner Zweitliga-Premiere noch wohler fühlen. Aber die Leidenszeit ist vorbei, das lang ersehnte Ziel ist greifbar.