1984 im Emsland geboren Sebastian Rüther: Vom Fan zum Pressesprecher des VfL Osnabrück

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Leitete nach dem Spiel die Pressekonferenz: Sebastian Rüther (M.) mit Daniel Thioune (l.) und Christian Neidhart. Foto: Werner ScholzLeitete nach dem Spiel die Pressekonferenz: Sebastian Rüther (M.) mit Daniel Thioune (l.) und Christian Neidhart. Foto: Werner Scholz

Osnabrück. Nach dem Schlusspfiff saß er zwischen den beiden Trainern Daniel Thioune und Christian Neidhart auf dem Podium und leitete die Pressekonferenz: Sebastian Rüther. Der Pressesprecher des VfL Osnabrück mit dem offiziellen Titel „Leiter Kommunikation/Marketing“ hat emsländische Wurzeln.

Rüther erblickte in Haselünne das Licht der Welt. „Tatsächlich bin ich dort nur geboren“, sagt der 34-Jährige. „An einem Freitag, den 13.“, schmunzelt Rüther, der jedoch nicht abergläubisch ist. Aufgewachsen sei er allerdings in Osnabrück, ergänzt er. Aber seine gesamte Familie, Eltern und Großeltern, kommt aus Herzlake und Dohren. Natürlich war die Familie auch beim Derby im Stadion.

Anstellung nach Praktikum

Bereits im Alter von 23 Jahren stieß Rüther zu den Lila-Weißen. „Ich habe in Hamburg studiert und war für eine gewisse Zeit im Rahmen meines Studiums beim FC St. Pauli.“ Am Ende seines Studiums benötigte Rüther noch ein Pflichtpraktikum. „Da war der VfL gerade in die 2. Liga aufgestiegen.“ Vom 1. Juli 2007 bis Ende 2007 fungierte Rüther bei den Osnabrückern als Praktikant. Im Anschluss erhielt er eine Festanstellung.

Früher selbst als Fan auf der Tribüne

Rüther kennt den Verein bestens: „Meine Verbindungen zum VfL rühren schon aus Schulzeiten“, sagt er. Mit seinen Kumpels habe er früher mit einer Dauerkarte in der Ostkurve gestanden, erinnert er sich. Inzwischen haben die meisten Freunde dort ihren Platz geräumt. „Mittlerweile sitzen sie wohl eher auf der Nordtribüne.“

Verbindungen zum SVM

Enge Verbindungen pflegt Rüther auch zum SV Meppen. Denn er kennt Daniel Eiken (heute SVM-Geschäftsstellenleiter, bis 2015 zwölf Jahre auf der Geschäftsstelle des VfL) und Ronny Maul (heute SVM-Geschäftsführer, spielte von 1990 bis 1995 beim VfL) aus gemeinsamen Tagen. „Mit Daniel habe ich lange Jahre zusammengearbeitet. Mit Ronny bin ich auch lange Jahre bekannt, unter anderem haben wir schon gemeinsam in der Traditionsmannschaft des VfL Osnabrück gekickt.“

Verantwortungsbereich immer größer

Gemeinsam mit einem Mitarbeiter kümmert sich Rüther um die Pressearbeit bei den Lila-Weißen. „Letztlich verantworte ich die gesamte Sport-, Unternehmens- und Vertriebskommunikation.“ Rüther schreibt Pressemitteilungen, leitet vor und nach den Spielen die Pressekonferenzen und bedient sämtliche Medienkanäle des VfL. „Im Laufe dieser zehn Jahre hat sich das ja durchaus gewandelt. Es ist immer mehr dazugekommen.“ Gemeint sind die sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Instagram. Auch der Videokanal des VfL wird von Rüther bedient. Dazu gehört auch das Schneiden von Beiträgen. „Webseite, Newsletter – alles, was man sich so vorstellen kann. Das fällt alles in meinen Verantwortungsbereich.“

Sieben-Tage-Job

Egal, ob daheim oder auswärts - Rüther ist immer dabei. Er widmet dem VfL Osnabrück deutlich mehr Zeit als die ursprünglich vereinbarte 40-Stunden-Woche. „Da braucht man sich nichts vorzumachen: Letztlich ist das ein Sieben-Tage-Job.“ Eine Erreichbarkeit sei ständig gegeben. „Das Telefon ist ständiger Wegbegleiter und steht halt auch nicht still.“ Man stehe immer Gewehr bei Fuß. Doch seine Partnerin sei sehr verständnisvoll. „Besonders familienfreundlich ist das sicherlich nicht. Das muss man schon sagen.“ Aber man könne sich arrangieren.

Nicht im Dienst im Hinspiel

Im Hinspiel war Rüther ausnahmsweise mal nicht im Dienst: „Als wir in Meppen gespielt haben, war ich gerade in Elternzeit. Ich war zwar im Stadion, habe mir das aber privat angesehen“, berichtet Rüther. Und schiebt schnell noch „das Debakel“ hinterher. Meppen gewann 1:0.

Ständig Antennen ausgefahren

Wie Rüther seine Rolle interpretiert? Eher als Partner oder als menschliche Firewall? „Das ist gut formuliert. Sowohl als auch. Man hat ständig seine Antennen draußen. Themen, die im Klub relevant sind, die vielleicht irgendwann für die Medien relevant sein können.“ Zudem gebe es Themen, die von außen an den Verein herangetragen würden. „Wir versuchen natürlich, soweit es geht, Dinge vorherzusehen. Strömungen zu erkennen, um entsprechend entgegenwirken zu können.“ Ansonsten sei die Zusammenarbeit mit den Osnabrücker Kollegen der NOZ gut. Es sei ein ständiges Miteinander. „Ich kenne deren Bedarf, und die kennen unsere Möglichkeiten und Ressourcen. Und da sind wir sehr gut abgestimmt. Nichtsdestotrotz ist man natürlich auch eine menschliche Firewall.“ Man sei erster Ansprechpartner und müsse sich mit dem einen oder anderen Problem herumschlagen.

DFB-Pokal-Erfolge und Krisenmanagement

Steuerfahndung, Wettskandal, Zweitligaabstieg, Sprengstoff im Derby gegen Münster und Feuerzeugwurf auf den Schiedsrichter gegen RB Leipzig – Rüther hat in den Jahren beim VfL eine Menge erlebt und moderiert. „Wir haben in der Zeit natürlich fast jedes Fettnäpfchen mitgenommen. Aber es gab natürlich auch viele schöne Momente.“ Gemeint sind die DFB-Pokalerfolge gegen den HSV und Dortmund und der Aufstieg 2010. „Es ist schon eine Menge passiert in den Jahren. Da war viel Krisenmanagement gefragt.

Eine Menge Herzblut

Dass er irgendwann noch einmal den Job wechselt, will Rüther nicht ausschließen. „Es steckt natürlich eine Menge Herzblut drin. Auch dadurch, dass ich hier früher in der Kurve gestanden habe. Nichtsdestotrotz kann ich mir schon vorstellen, irgendwo anders meine Zelte aufzuschlagen oder auch die Branche komplett zu wechseln.“ Es müsste aber schon ein Verein sein, mit dem er sich identifizieren könne. Tradition und ein gewisses Zuschaueraufkommen müsste der Verein schon mitbringen.


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