Dienstag Derby in Osnabrück Meppens Trainer Neidhart: Ich muss einigen wehtun

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Für die Entscheidung beim Spiel in der Hänsch-Arena sorgte Nico Granatowski (M.). Der Mittelfeldspieler – hier im Zweikampf mit Marcel Appiah – schoss den 1:0-Siegtreffer. Foto: ScholzFür die Entscheidung beim Spiel in der Hänsch-Arena sorgte Nico Granatowski (M.). Der Mittelfeldspieler – hier im Zweikampf mit Marcel Appiah – schoss den 1:0-Siegtreffer. Foto: Scholz

Meppen. Die Derbystimmung ist förmlich greifbar, die Anspannung steigt: Am Dienstag um 19 Uhr tritt der SV Meppen beim Nachbarn VfL Osnabrück an. Die Emsländer haben fast nichts zu verlieren.

„Eigentlich nur drei Punkte, aber im Derby geht es um mehr“, stellt Trainer Christian Neidhart fest. Die Zähler sollen natürlich nicht an der Bremer Brücke bleiben. Denn die Emsländer, die in der Hinrunde 1:0 siegten, haben durchaus Nachholbedarf. Sie gewannen nur sechs der 25 Ligaspiele, der VfL doppelt so viele.

Trainer erwartet 3000 Emsländer

„Für die Region ist es das Spiel der Spiele“, sagt Neidhart vor dem Treffen der beiden Traditionsklubs. Das mache die Liga aus, auch wenn Osnabrück andere Ambitionen habe. Er erwartet eine tolle Kulisse, findet es aber schade, dass das Duell wohl nicht ausverkauft ist. „Es werden viele Emsländer da sein“, rechnet er mit mindestens 3000 Gäste-Anhängern. Die Tickets in Meppen waren binnen weniger Stunden verkauft.

Meppener Selbstbewusstsein

„Die Jungs sind heiß. Das Derby ist im Kopf“, weiß Neidhart längst. Und er erwartet auch, dass seine Spieler „alles reinwerfen. Sie haben ja schon andere Prüfungen überstanden“, erinnert er an die Relegation gegen Mannheim oder die große Kulisse beim Punktspiel in Magdeburg. Der SVM kann mit Ruhe ans Derby herangehen. In der Tabelle hat sich die Situation trotz zweier ausgefallener Spiele nicht verschlechtert. Der Abstand zum ersten Abstiegsplatz beträgt 14 Punkte. Meppen kommt mit dem Selbstbewusstsein einer erfolgreichen Regionalligasaison samt Relegation und Aufstieg sowie einer wie gemalten Drittligaserie.

Nur Hyseni verletzt

Zudem kann Neidhart, der Montag nach einer dreistündigen Klausur in Hennef direkt zum Abschlusstraining nach Meppen aufbrach, auf den fast kompletten Kader zurückgreifen. Nur Haris Hyseni (Bänderriss) fehlt. Der Trainer geht bei der Besetzung des 18-köpfigen Kaders für das Derby von schweren Entscheidungen aus. „Ich muss einigen wehtun.“ Das macht schon die Benennung des Personals für die Sechser-Position deutlich. Neuzugang Mike Bähre hat den Part neben Thilo Leugers zuletzt bestens ausgefüllt. Jetzt ist Steffen Puttkammer wieder fit, Patrick Posipal meldet Ansprüche an, Menno Heerkes hat die Rolle auch schon gespielt.

Keine Veränderungen?

Anders als vor dem Spiel in Aalen scheint Neidhart nicht unbedingt mit dem Gedanken zur Veränderung zu spielen. „Es ist zuletzt gut gelaufen“, verweist er auf vier Punkte aus den jüngsten Auswärtsspielen in Aalen (1:1) und Zwickau (1:0). Aber er lässt sich nicht in die Karten schauen.

Osnabrück vier Punkte hinter Meppen

Osnabrück hat aus den jüngsten vier Spielen zehn Zähler gesammelt, seit Mitte Oktober daheim in sieben Spielen nicht mehr verloren. Der Abstand zur Abstiegszone ist gewachsen. Der Rückstand auf Meppen beträgt nur noch vier Zähler. Daniel Thioune und Neidhart hatten ja als Ziel ausgegeben, mit ihrem Team vor dem Derby-Gegner zu stehen.

Neidhart gratulierte Thioune

Bei Osnabrück ist der Einsatz von Offensivspieler Emmanuel Iyoha fraglich. Christian Groß ist nach der zehnten Gelben Karte gesperrt. Sebastian Klaas und Christian Bickel fallen angeschlagen aus. Halil Savran und Alexander Dercho sind noch in der Reha. Neidhart kennt Thioune schon länger und stand ihm mindestens einmal auf dem Platz gegenüber: Mit dem BV Cloppenburg verlor er im Herbst 1998 0:1 gegen Osnabrück. Als Thioune beim VfL Cheftrainer wurde, hat der SVM-Coach gratuliert.

VfL mit viel Erfahrung

Neidhart schätzt die Lila-Weißen höher ein, als es der Tabellenplatz zeigt. „Eine Mannschaft mit sehr guten Qualitäten und viel Erfahrung“, weiß er aus eigener Anschauung. Er kennt auch überraschende personelle Veränderungen und System-Umstellungen seines Kollegen. „Aber wenn ich die Aufstellung sehe, weiß ich, wie der Gegner spielt.“

Doch in erster Linie will sich der SVM auch im Derby nicht nach dem Gegner richten. „Wir schauen auf unser Spiel.“


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