Kardinalfehler am Anfang SV Meppen: Erfolgsgeschichte mit Kremer als Konstante

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Gut gelaunt: Andreas Kremer ist seit 2008 Vorstandssprecher beim SV Meppen. Montag ist er Ehrengast bei der emsländischen Sport-Wirtschaftsgala in Haren. Foto: KiKxxlGut gelaunt: Andreas Kremer ist seit 2008 Vorstandssprecher beim SV Meppen. Montag ist er Ehrengast bei der emsländischen Sport-Wirtschaftsgala in Haren. Foto: KiKxxl

Meppen. Vor einem Jahrzehnt stand der SV Meppen am finanziellen Abgrund. Mit wechselnden Vorstandsmitgliedern hat der Vorstandssprecher den längst schuldenfreien Verein bis in die Höhen der 3. Liga geführt. Eine Erfolgsgeschichte mit Andreas Kremer als Konstante.

Kremer ist am Montag ab 18 Uhr Ehrengast der Sport-Wirtschafts-Gala. Im Saal Hagen in Haren werden dabei auch die Sport-Oscars in den Kategorien Sportler, Nachwuchssportler und Mannschaft vergeben. Der gebürtige Meppener, dessen Unternehmen KiKxxl mit Standort in Osnabrück (mittlerweile fünf Standorte und 2000 Beschäftigte) schon seit 2005 Sponsor bei den Blau-Weißen ist, wollte ursprünglich gar nicht vom Verwaltungsrat in den Vorstand wechseln. Und schon gar nicht Präsident werden. Doch Politik und Wirtschaft drängten. Laut Satzung wurde er dann Vorstandssprecher - nur eine Umschreibung für das Amt des Vorsitzenden, wie Kremer erkannte. „Es hat sich dadurch nichts geändert.“

Belastung zu Anfang riesengroß

Heute weiß Kremer, dass er damals einen Kardinalfehler gemacht hat. Nicht, weil er in schwieriger Zeit Verantwortung übernommen hat, sondern weil er seine Frau Anke nicht gefragt hat. „Das tut mir Leid. Denn die Belastung war gerade zu Anfang riesengroß“, würde der zweifache Familienvater heute anders vorgehen.

„Aufgabe zuerst unterschätzt“

„Am Anfang habe ich die Aufgabe völlig unterschätzt“, gibt Kremer zu. Manchmal, bekennt er, habe er mehr für den SV Meppen gemacht als für die eigene Firma. Was auch dort hinterfragt wurde. Inzwischen fährt der SVM in finanziell ruhigerem und sportlich interessanterem Fahrwasser. „Diese Arbeit hat sich auf ein erträgliches Niveau eingependelt.“

Bis 2020 gewählt

Weil alle Räder ineinandergreifen, hat Kremer nie an den Absprung gedacht. Er ist bis 2020 gewählt. In seiner Ägide gelangen die Qualifikation für die eingleisige Oberliga Niedersachsen (2010), der Aufstieg in die Regionalliga (2011) und in die 3. Liga (2017). Die Rückkehr in den Profifußball hatte die neue Führungsriege 2008 als Ziel ausgegeben – in der ersten Euphorie allerdings schon zum Jubiläumsjahr 2012. Kremer konnte die Früchte seiner Arbeit ernten. Auch bei den Fußballerinnen, die in den Verein integriert wurden, und beim Aufbau des Jugendleistungszentrums Emsland. Dabei weiß er, dass die Erfolge das Ergebnis gemeinsamer Tätigkeit aller handelnden Personen sind.

Sportlichen Fortschritt nicht erkauft

Stolz ist Kremer, dass die sportlichen Fortschritte nicht erkauft wurden. Im Gegenteil: Der SV Meppen hat in seiner Ägide stets mit den Mitteln hausgehalten, ist seit Jahren schuldenfrei. Und das bleibt die oberste Maxime des Vereins, der über den „Feierabendfußball“ – ein Wort das Kremer überhaupt nicht behagt – den Weg in den Profifußball gefunden. Am Anfang, erinnert sich der 48-Jährige, „waren alle froh, dass der SV Meppen endlich schuldenfrei war“. Später gab es die eine oder andere Aufforderung, eine Chance zu nutzen und finanziell ins Risiko zu gehen. Kremer und Co haben widerstanden...


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