Stimmen zum 1:1 in Aalen Vollmann: „Hektik bei uns, klarer Kopf bei Meppen“

Von Dieter Kremer


Aalen. Elfmeter – ja oder nein? Komplett einig waren sich die Spieler des SV Meppen nicht bei der Bewertung der Szene, die zum Strafstoß und zum Rückstand in Aalen führte. Hier die Stimmen nach dem 1:1.

Jovan Vidovic (Innenverteidiger des SV Meppen, der den Foulelfmeter verursachte): Bei der Elfmetersituation kommen wir beim zweiten Ball zu spät. Der Schiedsrichter sagte, dass ich von hinten foule, als ich nach vorne wollte. Aber in dieser Situation musst du gar nichts pfeifen. Trotzdem haben wir gut gespielt. In der zweiten Halbzeit hätten wir unsere zwei, drei Chancen nutzen müssen. Peter Vollmann war mein erster Trainer in Wiesbaden. Ein guter Trainer.

Thilo Leugers (Mittelfeldspieler des SV Meppen): Ich finde, dass wir nicht erst in der zweiten Halbzeit, sondern schon in der ersten Halbzeit das Spiel kontrolliert haben. Auf jeden Fall sind wir nicht hinterhergelaufen. Wir haben ein bisschen zu viel lamentiert und gemeckert, finde ich. In der zweiten Halbzeit machen wir das echt ordentlich, spielen gut und haben Chancen. Ich bin nicht unzufrieden, aber es wäre schon schöner gewesen, wenn wir einen Dreier mitgenommen hätten. Mein Gegenspieler hat mir gesagt, dass er glaubt, dass es kein Elfmeter war. Von meinem Gefühl her war es auch keiner, aber ehrlich gesagt habe ich es auch nicht genau gesehen.

Thorben Deters (Offensivspieler des SV Meppen): Wenn man die erste Halbzeit sieht, haben beide Mannschaften nicht die klaren Torchancen. Aber die Aalener gehen halt 1:0 in Führung. Ich weiß nicht, ob er bei der Szene vor dem Elfmeter seinen Gegenspieler unten am Fuß trifft oder Vido zuerst am Ball ist. Ich finde, es war eine 50:50-Situation, die er gegen uns entschieden hat. Zum Schluss hatten wir eigentlich noch die Chance. Auf dem Platz war es auch echt schwer, fußballerisch zu glänzen. Ich war einmal auf der Seite durch, als mir der Ball verspringt. Sonst wäre Benni (Girth, Anmerkung der Redaktion) vielleicht in der Mitte da gewesen. Aber im Endeffekt können wir auf jeden Fall mit dem Punkt leben, glaube ich.

Erik Domaschke (Torwart SV Meppen): Vor dem Elfmeter versuchen wir alles, um den Ball zu blocken. Wenn wir da ein bisschen sanfter reingehen und einfach nur in den Block kommen…das nimmt jeder Stürmer dankend an, wenn ein Abwehrspieler so reinrennt. Ich habe den Schiri noch mal gefragt. Er sagt, es war ein klarer Elfmeter, weil er ihn halt umrennt. Wenn es bei uns gewesen wäre, hätte sich unser Stürmer auch so fallen gelassen. Ist halt ärgerlich. Der Elfmeter war nicht zu hart geschossen. Ich kannte Matze (Morys) aus unserer Zeit in Leipzig, als wir zusammen bei RB gespielt haben. Ich dachte, er schießt in die Mitte. Ich habe gerade auch mit ihm gesprochen. Er sagte auch, er wollte ihn in die Mitte schießen - nicht per Chip, sondern mit dem Vollspann. Aber weil er mich kennt, hat er noch mal hochgeschaut und gesehen, dass ich immer noch stehe. Deshalb hat er einfach von sich aus in die linke Ecke geschossen. Da war ich halt ein bisschen zu spät.

Christin Neidhart (Trainer SV Meppen): Wir hatten uns vorgenommen, etwas mitzunehmen. Und ich bin froh, dass wir was mitnehmen. Dass man sich am Ende nicht darüber ärgern muss, 650 Kilometer zu fahren, und er gibt dann solch einen Elfmeter. Ich glaube, das wäre heute absolut unverdient gewesen, weil wir gerade auch in der zweiten Halbzeit aktiv waren. Wir haben nach vorne gespielt. Man hat der Mannschaft deutlich angemerkt, die wollten das Ding heute hier unbedingt für sich entscheiden. Am Ende ist es ein Punkt geworden, worüber wir froh sind. Es war mal wieder schön, auf einem grünen Rasen zu spielen. Den haben wir in den letzten drei Wochen nicht gesehen und werden ihn in den nächsten Wochen auch nicht sehen, glaube ich. Von daher sind wir schon froh, dass wir heute spielen konnten. Ich bin absolut einverstanden mit unserer Leistung. Und bin froh, dass wir jetzt nicht acht Stunden im Bus sitzen und Trübsal blasen müssen wegen so einer Entscheidung.

Peter Vollmann (Trainer VfR Aalen): Ich denke, dass das Ergebnis 100-prozentig korrekt ist. Ich glaube, dass wir am Anfang ein Stückchen besser reingekommen sind. Und waren in der ersten Halbzeit vielleicht auch spielerisch in manchen Situationen einen Moment besser. Was im Spiel aber einfach gefehlt hat, und das hat sich auch in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass wir in der zweiten Halbzeit zu viele Ballverluste selbst produziert haben. Und dich auf Strecke dann selber schlecht spielst. Darauf hat natürlich auch immer der Gegner einen Einfluss. Bei uns hat einfach die Hektik um sich gegriffen, so dass der Gegner immer einen klaren Kopf hatte. Er hat versucht, unsere Hektik auszunutzen. Wir waren dann auch sehr oft im Zweikampf unterlegen. Hatten unglückliche Situationen. Ich will jetzt auch gar keine Ausreden suchen, sondern der Gegner hat es gut gemacht. Wir haben heute nicht so ein gutes Spiel gemacht. Vielleicht war ein ganz entscheidender Faktor, dass du in der 45. Minute den Ausgleich bekommst. Das ist dann natürlich eine Situation, in der die Mannschaft in der Kabine ein bisschen braucht, bis sie wieder aufsteht und dies verarbeitet hat. Wir haben diese Situation einfach nicht komplett verarbeitet und mit in die zweite Halbzeit genommen. In den ersten drei Minuten hat der Gegner schon direkt zwei Ecken bekommen. Da hat man gesehen, dass wir immer noch mit uns zu tun hatten. Dann haben wir das Spiel einfach nicht mehr so gestalten können, wie wir das eigentlich können. Mit gutem Passspiel von Mann zu Mann, sondern haben immer wieder Hektik aufkommen lassen. Das Spiel selber unterbrochen durch große Fehler. So ist der Gegner stark geworden, hat das aber auch gut gemacht. Der Ausgleich war absolut verdient, und das Ergebnis sehe ich als absolut gerechtfertigt. Wir können mit dem Punkt zufrieden sein und sind es auch.