Nach der Pause zielstrebiger Gebers-Hammer beschert SV Meppen Punkt in Aalen

Von Uli Mentrup


Aalen. Bei Sonne und Temperaturen um den Gefrierpunkt hat der SV Meppen vor 2821 Zuschauern in der Ostalb-Arena beim VfR Aalen einen Punkt entführt. Wie in der Hinrunde hieß es 1:1 (1:1), wie im September zeigten die Emsländer nach der Pause das bessere Spiel, hatten Vorteile und mehr Möglichkeiten.

„Ich habe einen sehr guten SV Meppen gesehen, der sehr aktiv war. Mit der Leistung bin ich einverstanden“, sagte Trainer Christian Neidhart. Ihm imponierte die Körpersprache seiner Spieler nach dem Rückstand. „Nach der Pause wollte die Mannschaft das Spiel entscheiden.“ Dabei war sogar mehr möglich als der eine Punkt. (Das Spiel im Minutenprotokoll – der Liveticker zum Nachlesen)

Vollmann: Gegner bewahrt klaren Kopf

Aalens Trainer Peter Vollmann bescheinigte den Emsländern nach der Pause eine gute Vorstellung. „Bei uns hat Hektik um sich gegriffen, während der Gegner klaren Kopf bewahrt hat. Wir waren öfter im Zweikampf unterlegen.“ Das Gegentor unmittelbar vor der Pause habe beim heimstarken Gastgeber, der jetzt neun Partien in Serie in der Ostalb-Arena ungeschlagen ist, Spuren hinterlassen. Das Ergebnis bezeichnete Vollmann als gerecht.

Keine Veränderungen

Anders als im Vorfeld erwartet, setzte Trainer Christian Neidhart doch nicht auf Veränderungen im Kader. In Aalen lief genau jene Mannschaft auf, die zwei Wochen zuvor auch in Zwickau begonnen hatte. Einzige Überraschung: Steffen Puttkammer, der sich in der Partie bei seinem Ex-Verein Magdeburg verletzt hatte, aber seit zwei Wochen wieder im Mannschaftstraining steht, zählte nicht zum Kader. Noch leichte Blessuren und ein kleiner Trainingsrückstand, hieß es.

Der Gastgeber findet besser ins Spiel

Der SV Meppen fand nicht so gut ins Spiel wie der Gastgeber. In der Vorwärtsbewegung lief es im ersten Durchgang nicht nach Plan, viele Zuspiele kamen nicht an, bei Standards fehlte oft die Gefahr.

Rückstand durch Morys-Strafstoß

Zu allem Überfluss gerieten die Emsländer auch noch in Rückstand. Ausgerechnet durch Matthias Morys. Der VfR-Torjäger war trotz einer Platzwunde am Kopf nach einer Trainingsverletzung dabei. Schon beim ersten Angriff über Morys war die Kulisse begeistert. An der Entstehung des Strafstoßes zum 1:0 war der 30-jährige auf der linken Außenbahn beteiligt. Im Strafraum ging Luca Schnellbacher im Gewühl nach einem Körperkontakt von Jovan Vidovic zu Boden, der Unparteiische Florian Kornblum aus Oberbayern zeigte auf den Punkt. Morys dankte mit einem Schuss ins linke untere Eck. Das 1:0. Das Trainerduo Christian Neidhart und Mario Neumann beschwerte sich heftig, diskutierte noch Minuten später mit dem Assistenten. „Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn wir wegen so einer Entscheidung ohne Punkt die lange Strecke hätten zurückfahren müssen“, erklärte Neidhart.

Vidovic verfehlt das Tor nur um Zentimeter

Aalen versuchte den Ball weiter schnell auf die drei Angreifer zu befördern, hatte optische Vorteile, aber keine glasklaren Möglichkeiten mehr. Der SVM hatte vier Chancen bis zum Seitenwechsel. Der Schuss von Benjamin Girth (11.) streifte die Latte, der Kopfball von Vidovic (22.) nach Ecke von Thilo Leugers strich am Pfosten vorbei, den Schuss von Martin Wagner (37.) faustete Torwart Raif Husic locker, doch beim Ausgleich von Marcel Gebers war er machtlos. Nach einem schnellen Angriff erhielt Benjamin Girth das Leder, zog ab, doch der Ball wurde abgeblockt und landete später bei Gebers, der das Leder mit einem trockenen Schuss direkt unter die Latte in den Winkel hämmerte. Ein Traum-Tor. Das erste des 31-Jährigen in der 3. Liga für die Emsländer! „Endlich wieder ein Treffer eines Innenverteidigers“, schmunzelte Neidhart.

Der Gast sucht die Entscheidung

Nach dem Wechsel agierte Meppen zielstrebiger, hatte mehr Anteile und Möglichkeiten, spielte wieder Fußball. Genau so, wie Leugers es vor dem Seitenwechsel gefordert hatte. Neidhart zog die Außenstürmer weiter nach innen, um Platz für die -verteidiger zu schaffen. Er wechselte mit Max Kremer und Thorben Deters zwei Offensivkräfte ein, weil er das Gefühl hatte, dass sein Team die Partie entscheiden wollte. Nico Granatowski, Girth, Deters hatten die Chancen. Der zweite Treffer fiel trotz einem klaren Ecken-Plus am Ende nicht.