Meppens Co-Trainer in seiner Heimat Mario Neumann: In Zwickau heißt er Kalle

Von Kim Patrick von Harling

Mario Neumann (r.) mit seinem Vater im Stadion Zwickau. Foto: Werner ScholzMario Neumann (r.) mit seinem Vater im Stadion Zwickau. Foto: Werner Scholz

Zwickau. „Ganz besonders begrüßen wir Mario `Kalle` Neumann, der 146 Spiele für Zwickau gemacht hat“, hallte es vom Stadionsprecher im Stadion Zwickau am Samstag aus den Lautsprechern. Meppens Co-Trainer ist noch allen Verantwortlichen und Fans des FSV Zwickau gut in Erinnerung geblieben. Applaus von den Rängen. „Das hat schon gutgetan, das war schön“, freute sich Neumann nicht nur über die drei Punkte.

Relegationsspiele, geplatzte Vereinswechsel, Duelle mit Matthias Sammer und Ulf Kirsten – Neumann hat als aktiver Spieler bewegte Zeiten im Osten der Republik erlebt. Die meiste Zeit war der Keeper für den FSV Zwickau aktiv. Von 1977 bis 1993 stand er in Westsachsen im Tor. Dort handelte er sich einen Spitznamen ein, der zwar im Emsland gänzlich unbekannt ist, in Zwickau kennt man Neumann jedoch nur als „Kalle“.

Vergleich mit Karl Del´Haye

In seiner A-Jugend-Zeit in Zwickau musste er im Trainingsspiel im Feld auflaufen, sein Arm war gebrochen. Prompt erzielte Neumann ein Tor. Sein damaliger Coach zog sofort den Vergleich mit Karl „Kalle“ Del’Haye. „Ich hatte helle Haare und helle Haut“, erinnert sich Neumann an die Ähnlichkeit mit dem Stürmer, der unter anderem für Borussia Mönchengladbach und Bayern München auf Torejagd ging. „Den Spitznamen kannte man dann noch in Jena, das hat aber mit der Zeit abgenommen. Im Emsland kennt ihn nur noch Christian Neidhart.“

1:17 gegen Sammer und co.

Seine Rückkehr am Samstag nach Zwickau weckte Erinnerungen, gerne erzählte Neumann über die turbulenten Zeiten in der DDR. In einem Spiel gegen Dynamo Dresden kassierte der Torwart eine 1:17-Klatsche. „In der A-Jugend von Dynamo waren damals noch Spieler wie Ulf Kirsten und Matthias Sammer dabei“, sagte Neumann auch, dass sich er und Kirsten bei späteren Hallenturnieren immer mal wieder trafen.

Mit Zwickau-Trainer zusammengespielt

Die Rückkehr nach Zwickau ließ ihn jedoch nicht gefühlsduselig werden. „Dafür war ich einfach schon zu lange weg“, sagte Neumann, der bis 1993 in der Geburtsstadt von Robert Schumann aktiv war. „Es hat sich vieles verändert. Aber natürlich habe ich mich auf das Spiel gefreut.“ So spielte er in Jena zusammen mit FSV-Trainer Torsten „Ziege“ Ziegner, den er nach der Pressekonferenz herzlich umarmte. Auch mit Zwickaus Sportdirektor David Wagner stand Neumann zusammen auf dem Platz. „Den Betreuer Mario Kallisch kenne ich von klein auf“, sagte Meppens Co-Trainer. „Dann begrüßt man sich und erzählt, wie es damals war. Die Zeit war schön.“

Wiedersehen mit Teamkollegen

Natürlich hätte sich Neumann auf das Spiel in Zwickau gefreut, genauso wie er sich auf die Partie gegen Jena freuen würde. In Zwickau hatte er am Freitag noch die Möglichkeit gehabt, sich mit seinem ehemaligen Teamkollegen Udo Tautenhan zu treffen. Neumanns Eltern leben noch in Zwickau. So saß sein Vater ebenfalls im Stadion. „So oft sieht man sich ja nicht mehr“, sagte Neumann, der nicht direkt mit der Mannschaft, sondern erst am Sonntagabend zurück ins Emsland fuhr, und fügte mit einem Lachen hinzu: „Meine Mutter ist nicht mit im Stadion. Die brachte immer Pech bei Spielen. Aber auch so würde sie nicht mitkommen.“