Nach 1:0 des SV Meppen in Zwickau Neidhart: „Ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt“

Von Dieter Kremer


Zwickau. Der SV Meppen kann die Planungen für eine zweite Drittligasaison intensivieren. Beim FSV Zwickau schaffte der Aufsteiger am Samstag nach zuletzt fünf sieglosen Auswärtsspielen in Folge den dritten Dreier in der Fremde. Torjäger Benjamin Girth erzielte vor 3850 Zuschauern das 1:0-Siegtor.

Auf die Frage, ob der Sieg in Zwickau ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt sei, antwortete Trainer Christian Neidhart: „Ja, ich glaube schon. Man kann schon deutlich sagen, dass das ein Riesenschritt war.“ Aber man werde sich trotzdem keinen Deut zurücklehnen, versicherte der Coach. Wichtig sei es, die 40-Punkte-Marke zu knacken. „Und dann mal schauen, wo wir am Ende stehen.“ 14 Spieltage vor Schluss kann Meppen ein Polster von 16 Punkten auf den ersten Abstiegsplatz vorweisen.

Ballmert legt für Girth auf

In Zwickau fiel in der 22. Minute das Tor des Tages. Nico Granatowski hatte das Spiel nach Ballgewinn auf die rechte Seite verlagert, wo er Rechtsverteidiger Markus Ballmert fand. Der suchte nicht den geraden Weg in den freien Raum vor ihm, sondern brach nach der Ballannahme ab, machte einen Haken nach innen und flankte aus dem Halbfeld in den Strafraum. Dort hielt Girth beim halbhohen Ball den rechten Fuß hin – 0:1. „Eigentlich ist der Konter schon fast vorbei“, zeigte sich Neidhart hinterher selbst etwas verwundert, wie Ballmert die Situation löste. Aber wer trifft, hat Recht.

Kleinsorge zieht zurück

Der einschussbereite Marius Kleinsorge hatte gerade noch rechtzeitig zurückgezogen. „Vor dem Tor hatte mir Benjamin Girth Leo zugerufen, da ich im Abseits stehe. Dann gehe ich halt weg, sodass ich nicht aktiv ins Geschehen eingreife“, berichtete Kleinsorge. Er habe gesehen, dass sein Mitspieler im Abseits stand, erklärte Girth, „deshalb habe ich instinktiv die Ansage gemacht, dass er den Ball durchlassen soll.“ Solche Situationen seien schwierig zu verteidigen, freute sich Neidhart über die gute Absprache. Girths zwölftes Saisontor. Fünf Spiele lang war er zuvor torlos geblieben.

Bähre neben Leugers

In der Bewertung der 90 Minuten waren sich die Meppener Spieler einig: „Es war nicht unser bestes Spiel“, sagten beispielsweise Markus Ballmert und Fabian Senninger. Aber man sei glücklich über drei wichtige Punkte. „Es war ein umkämpftes Spiel, wir waren nicht die bessere Mannschaft“, bilanzierte Mike Steven Bähre. Weil Kapitän Martin Wagner nach abgesessener Gelbsperre wieder in die Startelf gerückt war, bekleidete Bähre neben Thilo Leugers die zweite Sechserposition.

Zwickau nicht präzise genug

Im Gegensatz zur 0:2-Heimniederlage gegen Hansa Rostock hatte Meppen gut in die Partie gefunden. Doch nach rund einer Viertelstunde übernahm Zwickau das Kommando, jedoch ohne das Tor von Schlussmann Erik Domaschke allzu sehr in Gefahr zu bringen. Allerdings segelten viele Flanken in Meppen Strafraum, sodass die Gäste ständig auf der Hut sein mussten. Zu oft schaltete Zwickau nach Ballverlusten der Meppener schnell um, wodurch der SVM zu wenige Akteure hinter dem Ball hatte. „Es hat sicherlich ein Stück weit die letzte Präzision gefehlt, entweder bei der Hereingabe und beim Abschluss. Sonst hätten wir hier sicherlich ein Tor erzielen können, haderte Zwickaus Trainer Torsten Ziegner etwas. Dem Ausgleich ganz nahe waren die Hausherren nur kurz vor der Pause, als Ronny König eine Flanke von der linken Seite mit dem Kopf knapp am langen Pfosten vorbei bugsierte. Nach dem Seitenwechsel hielt Domascke bei Schüssen von Eisele und des eingewechselten Frick und beim Kopfball von König seinen Kasten sauber.

Meppen in Umklammerung

Zwickau sei sehr druckvoll aufgetreten, fasste Neidhart die Begegnung zusammen. „Sie haben uns in der ersten Halbzeit wenige Möglichkeiten gelassen, uns aus dieser Umklammerung zu befreien.“ Im Grunde genommen habe man mit der einzigen Chance das Tor gemacht. „In der zweiten Halbzeit konnten wir es ein bisschen offener gestalten.“

Offensive Wechsel

Anders als in den vergangenen Wochen brachte der Coach in der Schlussphase nicht Abwehrspieler Dennis Geiger, um die Defensive zu stärken, sondern wechselte offensiv. „Ich wollte eigentlich noch einmal eine Offensivaktion sehen. Dass wir einen Konter fahren.“ Das sei zwar am Ende nicht gelungen, aber man habe das Spiel auch so über die Bühne gebracht.

Neidhart: Waren effektiv

Es sei schwierig, die Leistung zu beurteilen, so Neidhart. „Auf der einen Seite ist es auch ein bisschen glücklich gewesen, dass wir hier gewonnen haben. Auf der anderen Seite waren wir sehr effektiv.“ Man habe auch viele gute Spiele gemacht, in denen man sich nicht belohnt habe, sagte er. „Am Ende des Tages hast du heute das Tor gemacht und der Gegner keins.

Bähre und Wagner in Startelf

Im Vergleich zur 0:2-Heimniederlage gegen Hansa Rostock hatte Meppens Trainer Christian Neidhart seine Anfangsformation auf zwei Positionen verändert. Kapitän Martin Wagner kehrte nach abgesessener Gelbsperre auf die Zehnerposition zurück. Dafür rückte Mike Steven Bähre für Markus Ballmert auf die Sechs, während Ballmert anstelle von Janik Jesgarzewski hinten rechts verteidigte. Links in der Viererabwehrkette ersetzte Fabian Senninger David Vrzogic.

Neidharts Trainerkollege Thorsten Ziegner stellte Göbel für Miatke (Rot beim 3:0-Sieg in Erfurt) in die Startelf.

Die Stimmen:

Christian Neidhart (Trainer SV Meppen): „Ich glaube, dass der FSV Zwickau heute aufgetreten ist, wie man in einem Heimspiel auftreten sollte: sehr druckvoll. Sie haben uns in der ersten Halbzeit wenige Möglichkeiten gelassen, uns aus dieser Umklammerung zu befreien. Wir waren dann sehr effektiv in der ersten Halbzeit. Haben im Grunde genommen mit unserer einzigen Chance das Tor gemacht. In der zweiten Halbzeit konnten wir es ein bisschen offener gestalten. Haben am Anfang noch die eine oder andere gute Situation gehabt, vielleicht das zweite Tor zu machen. Aber auf der anderen Seite hat Erik Domaschke auch zweimal glänzend pariert. „Ziege“ (Zwickaus Trainer Torsten Ziegner, Anm. der Redaktion) hat es vorhin schon gesagt: Fußball ist ein Ergebnissport, und so ist es heute gewesen. Wir sind letzte Woche gegen Rostock angelaufen und haben das Tor nicht gemacht. Heute waren wir sehr effektiv und haben gut verteidigt. Haben defensiv gut gestanden und alles reingeworfen, was wir hatten. Und sind am Ende natürlich glücklich, dass wir hier drei Punkte mitnehmen können. Vor allen Dingen, weil die Konkurrenz gestern mit Chemnitz verloren hat. Ob es am Ende verdient war oder nicht, müssen andere beurteilen.“

Torsten Ziegner (Trainer FSV Zwickau): „Alles, was ich zum Spiel sagen kann und möchte, ist, dass ich unabhängig vom Ergebnis heute mit der Leistung der Mannschaft absolut zufrieden bin. Wir haben von der ersten Sekunde an gezeigt, was unser Plan war. Dass wir alles dafür geben wollen, dieses Spiel zu gewinnen. Wir wollten Meppen nicht zur Entfaltung kommen lassen und immer wieder hoch attackieren. Das haben wir geschafft. Wir sind vor allen Dingen auch ganz oft im gegnerischen Sechszehner gewesen. Es hat sicherlich ein Stück weit die letzte Präzision gefehlt, entweder bei der Hereingabe und beim Abschluss. Sonst hätten wir hier sicherlich ein Tor erzielen können. Aber wenn es uns gelingt, diese Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, Woche für Woche auf den Platz zu bringen, werden wir genügend Punkte holen, um in der Klasse bleiben. Heute haben wir vieles richtig gemacht, aber nicht alles. Sonst hätten wir kein Gegentor gekriegt. Wenn man vieles richtig macht, bedeutet das nicht, dass man gleichzeitig dafür belohnt wird. Das haben wir heute mal wieder erfahren, aber wir werden dranbleiben und dann bin ich mir sicher, dass die Jungs weiterhin erfolgreich sein können und die nötigen Punkte holen, um die Klasse zu halten.“