Nach Roter Karte im Hinspiel Rostocks Bischoff: „Ich liebe solche Spiele“

Von Kim Patrick von Harling

Nico Granatowski (am Ball) und Amaury Bischoff im Duell. Foto: Werner ScholzNico Granatowski (am Ball) und Amaury Bischoff im Duell. Foto: Werner Scholz

Meppen. Es war turbulent, hitzig und zugleich der erste Sieg des SV Meppen in der Drittliga-Saison: das Hinspiel bei Hansa Rostock. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen am Samstag in der Hänsch-Arena hatten die Hansa-Verantwortlich schon den einen oder anderen Pfeil in Richtung Emsland abgesetzt. Der Grund: Die Rote Karte von Kapitän Amaury Bischoff nach einem Schlag gegen Nico Granatowski und die daraus resultierende Niederlage. Das Duell war auch den 8296 Zuschauern am Samstag merklich im Gedächtnis geblieben.

Auch dieses Mal war die Atmosphäre im Stadion von Beginn an aufgeheizt. Die 1300 mitgereisten Anhänger von Hansa Rostock fanden in Granatowski einen Schuldigen für die damalige 1:2-Heimniederlage. Pfiffe und Beleidigungen verfolgten ihn über die gesamten 90 Minuten. „Die Rote Karte damals war berechtigt“, betonte Granatowski berechtigterweise auch nach dem Rückspiel. „Für die Rostocker war es jetzt vielleicht ein besonderes Spiel, für mich nicht.“

„Das sind Emotionen“

Bereits im Vorfeld wurde aus der Fanszene der Kogge ordentlich Stimmung gegen Granatowski gemacht. Der Meppener nahm es gelassen: „Ich habe das mitbekommen. Das sehe ich aber eher als Anerkennung. Der Sieg damals war für uns extrem wichtig. Die Rostocker waren wohl sauer, dass sie gegen uns verloren haben. Das ist in Ordnung, das sind Emotionen, die gehören dazu.“

Pfeifkonzert gegen Bischoff

Emotionen erfuhr auch Hansa-Kapitän Amaury Bischoff während der gesamten Spielzeit, bevor er in der 80. Minute ausgewechselt wurde. Bereits bei der Bekanntgabe der Aufstellung erntete sein Name vor der Partie bereits ein gellendes Pfeifkonzert der SVM-Anhänger. „Wir waren darauf vorbereitet, ich insbesondere. Das, was damals passiert war, hatte ich schon längst vergessen“, sagte Bischoff direkt nach dem Abpfiff. Tatsächlich hatte sein Trainer Pavel Dotchov auf der Pressekonferenz vor der Partie darauf hingewiesen, dass sich die gesamte Mannschaft nicht provozieren lassen dürfe. Sie und Bischoff hielten sich an die Vorgabe.

„Liebe solche Spiele“

„Auf diesem Platz war nur Krieg gefragt. Und diesen haben wir gewonnen“, gab sich Bischoff auch nach dem Abpfiff noch kämpferisch. Die Pfiffe gegen ihn, sei es an der Eckfahne oder während der Ausführung eines Freistoßes, nahm er sehr wohl wahr: „Letztendlich liebe ich solche Spiele. Das ist natürlich nicht schön, aber ich liebe das einfach, sowas brauche ich. Wenn es zu ruhig ist, ist es einfach schlecht.“

Wenige Begegnungen

Übrigens: Auf dem Feld begegneten sich die Granatowski und Bischoff genau drei mal. In diesen Zweikämpfen gab es weder Nickeligkeiten, Schubsen oder gar ein Foul.