0:2 gegen FC Hansa Rostock SV Meppen kassiert seine zweite Heimniederlage

Von Dieter Kremer


Meppen. Der SV Meppen hat zum zweiten Mal nach dem Drittliga-Aufstieg in der heimischen Hänsch-Arena verloren: Vor 8296 Zuschauern unterlag die Mannschaft von Christian Neidhart am Samstag mit 0:2 (0:1) gegen den FC Hansa Rostock. „Der FCH ist wieder da“, sangen die 1300 mitgereisten Fans.

Auf schneebedecktem Boden gehörte den Gästen die Anfangsphase. Trotz des seifigen Untergrunds beherrschten die Rostocker den Ball. Meppen tastete sich langsam an die Bedingungen heran. Tim Väyrynen köpfte in der 10. Minute das 0:1, als er eine Linksflanke von Joshua Nadeau über den Scheitel ins lange Eck rutschen ließ. „Das 1:0 hat Rostock natürlich auch in die Karten gespielt, weil man dann tief stehen kann und sie hinten große Leute haben“, erklärt Neidhart. Sein Trainerkollege Pavel Dotchev gab ihm Recht: „Wir haben das Glück gehabt, dass wir früh in Führung gegangen sind. Und danach sehr gut verwaltet und verteidigt haben.“

Bähre mit zwei Möglichkeiten

Nach 20 Minuten fanden die Meppener besser in die Partie. Zweimal stand Mike Steven Bähre im Mittelpunkt: Weil er das Spielgerät nicht richtig traf, kam erst nur ein Kullerball heraus, nachdem Granatowski von der Torauslinie zurückgelegt hatte (20.). Vier Minuten später tauchte Bähre nach Doppelpass mit Benjamin Girth alleine vor dem Kasten auf, doch Rostock konnte den Schuss gerade noch zur Ecke abwehren.

Drangphase

Weitere Ausgleichsmöglichkeiten ergaben sich kurz vor dem Ende der ersten 45 Minuten. „Ich glaube, gerade zehn Minuten vor der Halbzeit haben wir eine richtig gute Drangphase gehabt“, so Neidhart. „Mit guten Möglichkeiten, wo der Torwart von Hansa auch richtig gut hält.“ Gemeint waren zwei Szenen: Nach Freistoß von Thilo Leugers hätte ein Rostocker den roten Ball fast ins eigene Tor befördert (44.), aber Keeper Janis Blaswich rettete gerade noch. Auch Marcel Gebers‘ Distanzschuss parierte er sehenswert (45.), sodass Meppen mit dem 0:1-Rückstand in die Kabine ging.

Leugers verzieht

Nach dem Wechsel überließ Rostock den Gastgebern das Spiel, während der Boden immer unbespielbarer wurde. „In der zweiten Halbzeit ist Hansa in der 65. Minute das erste Mal über die Mittellinie gekommen“, sah Neidhart kaum noch Angriffsbemühungen der Dotchev-Elf. Glück hatte Rostock, dass Benjamin Girth die Kugel nicht über die Linie bringen konnte, nachdem Blaswich eine Flanke von David Vrzogic fallen gelassen hatte (61.). Kurz darauf zog Thilo Leugers nach einem durch die Mitte abgewehrten Ball ab, aber knapp drüber (65.).

Doppelwechsel

Um noch das 1:1 zu schaffen wechselte Meppen in der Schlussphase doppelt. Max Kremer und Thorben Deters ersetzten Nico Granatowski und Markus Ballmert. Zehn Minuten vor Schluss wählte Neidhart, wie er sagte, „die rustikale Variante“. Beorderte Marcel Gebers nach vorne. „Flach war eh nicht viel möglich“, lautete Neidharts Begründung. Marius Kleinsorge ging runter, Dennis Geiger kam und ging für Gebers in die Innenverteidigung, während Gebers vorne seine Kopfball- und Zweikampfstärke einbringen sollte. Doch die ganz großen Chancen gab es nicht mehr: „Zweite Halbzeit ist es dann auch einfach schwer, den letzten Ball vor die Hütte zu kriegen“, bilanzierte Meppens Trainer. Zudem habe Rostock einige große Spieler hinten, die das dann gut verteidigt hätten.

Patzer von Vidovic

Fans und Mannschaften hofften auf eine Schlussoffensive, aber ein Fehler raubte den Meppenern diese Chance. Sechs Minuten vor dem Ende profitierte der eingewechselte Lukas Scherff von einem Patzer des Ex-Rostockers Jovan Vidovic, der den Ball falsch einschätzte, und tunnelte Torhüter Erik Domaschke aus acht Metern zum Endstand. „Schade, dass wir uns am Ende selbst die Möglichkeit genommen, alles nach vorne reinzuballern“, haderte Neidhart mit der Szene.

Erste Heimpleite seit August

Am Ende stand die zweite Heimniederlage der Saison. Die bislang einzige hatte es am 2. August beim 1:2 gegen den 1. FC Magdeburg gegeben. „Wir können den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben alles reingeballert. Aber wenn du keine Tore schießt, kannst du kein Spiel gewinnen“, so Neidhart. „Von daher muss man Hansa gratulieren, aber ein Unentschieden wäre nicht unverdient gewesen. Ich glaube, dass Hansa als glücklicher Sieger nach Hause fährt, aber das interessiert am Ende auch keinen mehr.“ Dotchevs Fazit: „Am Ende sind wir die Glücklichen, vielleicht aber auch nicht so ganz unverdient.“

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Drei Wechsel

Neidhart hatte seine Startelf gegenüber dem 0:0 von Magdeburg auf drei Positionen verändert. Wie vom Coach angekündigt, lief der im Winter von Hannover 96 ausgeliehene Mike Steven Bähre für den gelbgesperrten Kapitän Martin Wagner auf, und David Vrzogic ersetzte hinten links in der Viererkette Fabian Senninger. Weil der angeschlagene Steffen Puttkammer gar nicht im Kader stand, rückte Markus Ballmert neben Thilo Leugers auf die Sechserposition, während Janik Jesgarzewski für Ballmert rechts in der Viererkette verteidigte. Für Vrzogic und Jesgarzewski war es der erste Einsatz in 2018. Beide hatten zuletzt beim 0:2 in Würzburg auf dem Platz gestanden – dem letzten Spiel vor der Winterpause.

Auch Rostock stellte im Vergleich zum 3:1-Erfolg gegen Erfurt dreimal um: Für Marcel Hilßner (Gelbsperre), Vladimir Rankovic und Lukas Scherff (beide zunächst auf der Bank) begannen Stefan Wannenwetsch, Joshua Nadeau und Tim Väyrynen.