Neidhart hofft auf 10.000 Zuschauer SV Meppen: Bähres Bewährungschance gegen Hansa Rostock

Von Dieter Kremer

Zuletzt beim 0:0 in Magdeburg wurde Mike Steven Bähre (rechts) in der 72. Minute für Martin Wagner eingewechselt. Foto: Werner ScholzZuletzt beim 0:0 in Magdeburg wurde Mike Steven Bähre (rechts) in der 72. Minute für Martin Wagner eingewechselt. Foto: Werner Scholz 

Meppen. Ohne Kapitän gegen die Hansa-Kogge: Martin Wagner wird dem SV Meppen am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen Rostock fehlen. Die Chance auf seinen ersten Startelfeinsatz für Winterzugang Mike Steven Bähre.

Der von Hannover 96 ausgeliehene Bähre wird den wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrten Wagner ersetzen, der in der offensiven Dreierreihe die zentrale Position hinter Mittelstürmer Benjamin Girth bekleidet. Neidhart: „Wir gehen davon aus, dass Mike diesen Part übernimmt. Im Training hat man deutlich gesehen, dass er darauf brennt. Dass er heiß ist.“ Eine Veränderung wird es voraussichtlich auch hinten links geben. „David (Vrzogic, Anm. der Redaktion) hat es auch mal verdient zu spielen“, sagt Meppens Trainer. Fabian Senninger konnte in Magdeburg nicht überzeugen. Angeschlagen ist Steffen Puttkammer. Der 29-Jährige konnte in dieser Woche kaum trainieren. Mögliche Alternativen wären Markus Ballmert und Patrick Posipal. „Wir haben auch einen Kader, wo man Positionen eins zu eins verändern kann“, so Neidhart.

Heim- gegen Auswärtsstärke

Meppen baut gegen die drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga (Wehen Wiesbaden und Paderborn haben mehr Punkte, aber auch mehr Spiele auf dem Konto) auf seine Heimstärke. In zehn von elf Partien vor eigener Kulisse gab es Punkte. Nur beim 1:2 gegen Magdeburg kassierte der SVM eine Niederlage. „Die Jungs sind gerade in den Heimspielen super motiviert“, gibt Neidhart zu. „Und der Gegner weiß natürlich auch, dass du dir zu Hause etwas erarbeitet hast. Und tritt dann vielleicht auch nicht so euphorisch auf.“ Mit Meppen komme ein ganz, ganz unangenehmer Gegner auf sein Team zu, sagte Neidharts Trainerkollege Pavel Dotchev in dieser Woche. „Das ist eine Mannschaft, die sehr heimstark ist. Eine Mentalitätsmannschaft. Die werden uns alle abverlangen.“ Der Schlüssel sei, sich darauf und auf die Bedingungen einzustellen. „Wir fahren natürlich auch dorthin, um zu punkten“, bekräftigt der 52-jährige Bulgare.

Rot im Hinspiel

Besonders auf Rostocks Amaury Bischoff werden die Augen gerichtet sein. Der 30-jährige Mittelfeldspieler flog beim 2:1-Hinspielsieg der Meppener in der 25. Minute mit Rot vom Platz. Der spätere Siegtorschütze Nico Granatowski hatte Bischoff zuvor im Mittelkreis mit beiden Händen festgehalten, woraufhin Bischoff mit beiden Armen hinter sich schlug, um sich loszureißen. Der Rostocker trat auf dem Weg in die Kabine ein Mikrofon um und gegen eine Tür. Während der Fall für den Schiedsrichter klar war, versuchten einige Rostock-Fans später, die Täter- und Opferrolle zu vertauschen. Zur Verwunderung von Neidhart: „Wie man im Nachhinein darüber dann noch diskutieren kann? Da sollte man sich vielleicht selber hinterfragen.“ Einige Fans hätten dieses Thema später gegen Nico Granatowski noch einmal richtig angeschoben.

Hitzige Atmosphäre?

Bischoff selbst erwartet laut „Bild-Zeitung“ ein Spiel mit 90 Prozent Kampf und 10 Prozent Fußball. „Aber ich mag solche Spiele, in denen provoziert wird.“ Dotchev drückt es ähnlich aus: „Es geht nicht nur um Bischoff, sondern um alle anderen Spieler – dass wir uns nicht provozieren lassen.“ Bischoff sei für die Gegner oft ein leichtes Opfer, so der Coach. „Am Samstag ist das sicherlich nicht anders. Er wird provoziert – mit Sicherheit.“ Das sei Meppens Spielweise: sehr aggressiv, sehr köperbetont und sehr leidenschaftlich. „Ich denke auch, dass die Atmosphäre sehr hitzig wird.“ Aber davon dürfe man sich nicht beeinflussen lassen, sondern müsse kühlen Kopf bewahren.

Lehre aus den Unentschieden

Deutlich anders aussehen als im ersten Duell im Ostseestadion wird Rostocks Offensive. „Im Vergleich zum Hinspiel ist offensiv nur noch Benyamina dabei“, erklärt Neidhart. Soufian Benyamina (9 Tore) bildete zuletzt mit Winterzugang Pascal Breier eine Doppelspitze. Verzichten muss Dotchev auf seinen starken Linksfuß Marcel Hilßner. Obwohl Hansa beim 3:1 gegen Erfurt, bei dem Breier doppelt traf, im 4-4-2 agierte, wird Meppen in der Defensive nicht auf Dreier- bzw. Fünferkette umstellen. Sondern weiter im 4-4-2 verteidigen. In der Schlussphase gegen Münster und in Magdeburg wechselte Neidhart jeweils Innenverteidiger Dennis Geiger ein und stellte auf 5-4-1 um. Um die Spiele über die Runden zu bekommen, habe man mit Geiger zusätzliche Kopfballstärke eingewechselt, so der Coach. „Im Endeffekt war es auch eine kleine Lehre aus den vier Unentschieden vor der Winterpause, wo wir es nicht geschafft haben, die Spiele über die Runden zu kriegen.“ Offensiv bleibt es beim SVM beim gewohnten 4-2-3-1.

Verstärktes Mittelfeld?

Meppen sei ein Gegner, der sich häufig mit langen Bällen befreie und auf die zweiten Bälle konzentriere, sagte Dotchev. „Wir werden oft überspielt“, überlegt Hansa Trainer, mit einem verstärkten Mittelfeld anzutreten. In Meppen könne man nicht den gewohnten Fußball spielen, glaubt Dotchev. Lange Bälle zu schlagen würde Meppen entgegenkommen. „Und wenn wir anfangen, Fußball zu spielen, könnte es sein, dass wir uns das Leben schwer machen.“ Man müsse eine Mischung finden aus Fußball spielen und selbst robust spielen.

„Lassen uns nicht blenden“

Würzburg, Münster und Magdeburg – in der Hinserie holte Meppen in diesen Begegnungen einen Punkt, in den Rückspielen drei mehr. „Wir haben schon vier Punkte geholt, lassen uns aber trotzdem nicht vom Tabellenplatz blenden“, betont Neidhart. „Wir sind noch lange nicht durch.“ Der Trainer wünscht sich eine volle Hänsch-Arena. „Ich hoffe, dass wir eine Kulisse von 10.000 Zuschauer hinkriegen werden. Das wäre klasse.“ 1300 Hansa-Fans werden erwartet.

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