Bonus in Magdeburg? SV Meppen soll im Hexenkessel cool bleiben

Von Uli Mentrup

Der gebürtige Magdeburger Benjamin Girth (r.) traf in der Hinrunde für den SV Meppen beim 1:2 gegen Magdeburg. Samstag treten die Emsländer in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt an. Foto: ScholzDer gebürtige Magdeburger Benjamin Girth (r.) traf in der Hinrunde für den SV Meppen beim 1:2 gegen Magdeburg. Samstag treten die Emsländer in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt an. Foto: Scholz

Meppen. Für Meppens Trainer Christian Neidhart zählt der 1. FC Magdeburg zu den Großen der 3. Liga. Er erwartet die Elbestädter nächste Serie in der 2. Bundesliga zu. Dennoch will er beim Gastspiel der Emsländer am Samstag um 14 Uhr in der Landeshauptstadt von Sachen-Anhalt einen Bonus mitnehmen.

„Wir haben ja schon einige Bonuspunkte gesammelt in dieser Saison“, verweist Neidhart auf Erfolge gegen Hansa Rostock, Fortuna Köln, SV Wehen Wiesbaden oder den Karlsruher SC. Das Ergebnis ist in der Tabelle deutlich sichtbar: Allein diese zwölf Zähler machen bei insgesamt 31 Punkten den Unterschied aus zwischen einem gesicherten Mittelfeldplatz mit deutlichem Abstand nach unten und einer Zitterpartie kurz vor den Abstiegsrängen.

Wichtiger Sieg gegen Münster

Selbstvertrauen hat den Meppenern auch der 2:0-Erfolg gegen Preußen Münster gegeben. „Es ist ganz wichtig, dass man gut aus der Pause kommt“, erklären Neidhart und Ko-Trainer Mario Neumann übereinstimmend. Das hat der SVM vor zwölf Monaten beim ersten Spiel 2017 gegen den BSV Rehden (4:0) erfahren. Am Saisonende stand der Aufstieg. Der Dreier gegen Münster, der eine Serie von fünf sieglosen Partien beendete, bedeutet einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Und er gibt Sicherheit vor den nächsten schweren Spielen in Magdeburg, gegen Rostock, in Zwickau, das um den Klassenerhalt kämpft, sowie gegen Paderborn.

Magdeburger Fehlstart

Gastgeber Magdeburg leistete sich einen unerwarteten Fehlstart ins neue Jahr. Beim 1:3 bei Schlusslicht Erfurt büßte er die erst unmittelbar vor der Winterpause errungene Tabellenspitze wieder ein. Der Rückstand auf Paderborn beträgt nur einen Zähler, der Vorsprung vor Wehen Wiesbaden auf Relegationsrang drei immerhin sieben Punkte.

Rotation beim Gastgeber?

Ob die Magdeburger Niederlage nun gut oder schlecht für den SVM ist, das weiß Neidhart nicht einzuschätzen. Irgendwo zwischen kleiner Verunsicherung oder noch höherer Konzentration dürfte die Antwort liegen. „Das haben sie sich ganz anders vorgestellt“, weiß er. Neumann geht davon aus, dass Trainer Jens Härtel, der den Klub 2015 in die 3. Liga führte und danach zweimal auf Platz vier ans Tor zur 2. Liga klopfte, sein kopfballstarkes Team auf einigen Positionen verändern wird. Die Rotation sei den Magdeburgern durchaus geläufig. Aber das Grundsystem bleibe. Die Mannschaft stehe hoch im 3-4-3-System. Dabei wird die defensive Dreierkette selten zur Fünferkette. Die vier Mittelfeldspieler arbeiten aggressiv gegen den Ball.

Über 17000 Zuschauer im Schnitt

Der dreifache DDR-Meister (1972, 1974, 1975), der diese Saison als einziger Klub in der Meppener Hänsch-Arena gewonnen hat, kann sich auf seine Fans verlassen. Über 17000 im Schnitt machen bei Heimspielen die MDCC-Arena zum Hexenkessel. Davon wollen sich die Gäste nicht beeindrucken lassen. „Das kann puschen“, verweist Neidhart auf das Relegationsspiel in Mannheim vor 24186 Besuchern. „Wir müssen cool bleiben“, mahnt Neumann. Bis zu 1000 Emsländer erwarten die Magdeburger.

Freigabe für Bähr?

Beim SVM fehlt der verletzte Leon Demaj. Intensiv bemühten sich die Meppener noch um die Freigabe für Neuzugang Mike Bähre. Der Hannoveraner trat die Fahrt nach Magdeburg mit an. Vorsichtshalber nahm der Gast jedoch 19 Spieler mit.

Girth in seiner Heimat

Besonders brennen natürlich Steffen Puttkammer, der immerhin vier Jahre in Sachsen-Anhalt spielte, und der gebürtige Magdeburger Benjamin Girth. „Vielleicht trifft er ja in seiner Heimat“, schmunzelt Neidhart. Das war dem Torjäger schon in der Hinrunde beim unglücklichen 1:2 gelungen.