Nordkurve in Rekordzeit begradigt Neue Tribüne macht Hänsch-Arena zum Hexenkessel

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Meppen. Beim SV Meppen war sie das Gesprächsthema in der Winterpause: die neue Nordtribüne der Hänsch-Arena. Durch sie wird das Stadion zu einem echten Fußballtempel. Im Spiel gegen Preußen Münster erlebte die neue Tribüne ihre Premiere und bestand ihre Feuertaufe.

Meppens Spieler und Trainer zeigten sich beeindruckt von der neuen Tribüne. „Das Stadion finde ich so eindeutig besser“, freut sich Fabian Senninger über den Umbau. „Jetzt ist alles nahe dran.“ Man schaue nicht mehr rüber auf den Kunstrasenplatz, sondern alles wirke geschlossener. „Mehr wie in einem Hexenkessel. Das macht Spaß.“ Senningers Teamkollege Thilo Leugers sieht es ähnlich. Das Stadion habe vorher schon viel Flair und Tradition gehabt, findet er. „Jetzt ist es noch mehr Fußballstadion“, betont er. Wenn man eine Ecke schieße, könne man die Leute auf der Tribüne besser sehen, schildert Leugers seine Eindrücke. „Das hat schon was“, gesteht er. „Die neue Tribüne ist sehr schön geworden“, sagte auch Steffen Puttkammer. Es sei alles ein Stück weit enger geworden. „Ich muss sagen, was die Stadt in der Kürze der Zeit auf die Beine gestellt hat und was sich auch im Verein tut, ist schon eine super Sache.“ Ein Loblied, in das auch Meppens Trainer einstimmte. Christian Neidhart verteilte im Rahmen der Pressekonferenz ein „Riesenkompliment an alle, die an der neuen Tribüne beteiligt waren: Stadt, Landkreis und vor allem die Handwerker, die bei Wind und Wetter richtig Gas gegeben haben.“ Die Kulisse gegen Münster habe auch gezeigt, dass es in solch einem Stadion richtig Spaß mache, zu spielen.

Nur wenige Wochen Zeit

Mitte November 2017 hatten die Arbeiten begonnen - nach dem Heimspiel gegen den Chemnitzer FC (3:2). Für die folgenden zwei Partien vor heimischer Kulisse gegen Großaspach (1:1) und Werder Bremen II (2:2) mussten Dauer- oder Tageskarteninhaber, die normalerweise in der Nordkurve die Partien verfolgen, in die Südkurve (vor der LED-Wand) „umziehen“ oder die beiden Spiele vom überdachten Stehplatzbereich-Nord aus zu verfolgen. Die TV-Anstalten mussten in dieser Zeit auf den Kameraturm hinter dem Tor verzichten.

Kapazität bleibt

Die begradigte Nordtribüne gegenüber der LED-Wand bietet sowohl Meppen- als auch Gästefans Platz. Für Anhänger der Auswärtsteams stehen dort laut SV Meppen 1050 Plätze zur Verfügung. Hinzu kommt der Sitzplatzbereich auf der Neuen Tribüne (Block K9). Beide Bereiche sind durch Zäune von den emsländischen Besuchern getrennt. Die Verantwortlichen wiesen frühzeitig darauf hin, dass die Zuschauerkapazität des gesamten Stadions von 13.280 Besuchern trotz des Umbaus erhalten bleibt.

1360 Münster-Fans

Unter den 9107 Zuschauern waren am Sonntag laut Polizei 1360 Münster-Fans. Ein Großteil davon in dem dafür vorgesehenen Block. Meppens Stadionsprecher Mike Flägel bat die Münster-Fans während der Partie zweimal, noch etwas durchzurücken, weil sich im oberen Bereich eine Art Stau bildete. Der Block schien in dieser Partie fast schon ein wenig zu klein. Neben dem Preußen-Block wurde ein Teil der Tribüne freigelassen, damit die beiden Fanlager voneinander getrennt waren. Sicht und Stimmung seien super, aber es gebe keine Lautsprecher, so ein emsländischer Fan, der auf der Nordtribüne stand. „Man hört nichts“, sagte er. Sicherlich eine „Baustelle“, die in naher Zukunft noch geschlossen wird.

62 Groß-Bauteile

Die Meppener Firma Augustin Tiefbau hatte im November mit den vorbereitenden Maßnahmen sowie den Abriss- und Erdarbeitenarbeiten begonnen. Mit der Lieferung und Montage von Fertigteilelementen für die neue Tribünenanlage wurde die Firma Schulte aus Haselünne beauftragt. Mitte Dezember hatten Schwerlasttransporter des Transportunternehmens Gertzen aus Lingen jeweils rund 24 Tonnen schwere Stufenteile in die geplante Position gehievt. Mit der Lieferung und Montage von Fertigteilelementen für die neue Tribünenanlage wurde die Firma Schulte aus Haselünne beauftragt. Insgesamt mussten 62 Groß-Bauteile und einige kleine Stufen verladen und fachgerecht eingebaut werden. Im Januar wurden Zaunanlagen, Wellenbrecher und sonstige Sicherungsanlagen installiert. Die genaue Flächengestaltung sowie die Platzierung der Buden (Grill, Getränke und Toiletten) nördlich der neuen Tribüne mussten noch festgelegt werden. Die Werbeanlagen fanden für die Bauzeit einen alternativen Standort auf provisorischen Flächen zur Frontseite der Nordkurve.

Sitzschalen im letzten Sommer

Mit dem Aufstieg des SV Meppen in die dritte Liga haben bereits im letzten Sommer umfangreiche Baumaßnahmen begonnen, die nach den Auflagen des Deutschen Fußballverbandes (DFB) umgesetzt werden müssen. Auf den Tribünen wurden die alten Holzbänke abmontiert, um blaue und weiße Sitzschalen zu befestigen. Sie bilden auf der Neuen Tribüne den Schriftzug „SVM 1912“. Die weiteren Maßnahmen umfassten den Bau einer Sicherheitszentrale, den Einbau von elektroakustischen Anlagen für Durchsagen der Feuerwehr und Polizei, den Einbau einer Videoüberwachung, Wellenbrecher, Erhöhungen der Brüstungen und die Erweiterung der Kontrollbereiche an den Eingängen. Nach Absprache mit dem DFB mussten die Arbeiten bis Oktober/November umgesetzt worden sein. Für den ersten Bauabschnitt wurden 1,96 Millionen Euro veranschlagt. Sie werden um einen weiteren Bauabschnitt mit Kosten in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro ergänzt. Stadt Meppen und der Landkreis Emsland teilen sich die Kosten.

DFB fordert Rasenheizung

Sollte der SVM den Klassenerhalt schaffen, stehen im kommenden Sommer weitere Veränderungen an. Fordert der DFB doch von den Drittligisten nach einer Übergangszeit eine Rasenheizung. Die Kosten dürften sich nach ersten Schätzungen bei mindestens 700.000 Euro bewegen.


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