Interview zum Trainingslager SV Meppen: Gut begonnen und stark aufgehört

Meine Nachrichten

Um das Thema SV Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Belek. Rundum zufrieden sind die Verantwortlichen des SV Meppen mit dem zweiten Trainingslager in Belek. Sportvorstand Heiner Beckmann sowie das Trainerduo Christian Neidhart und Mario Neumann bescheinigen der Mannschaft im Interview, dass sie sehr gut gearbeitet hat. Sie gehen davon aus, dass die Woche in der Türkei die Mannschaft noch mehr zusammenschweißt. Das Positive wollen sie mitnehmen in die Punktspielrunde.

Wie fällt die Bilanz nach dem zweiten Trainingslager des SV M in Belek aus?

Neidhart: Sehr gut. Es hat gut begonnen mit dem Erfolg beim Hallenturnier in Gummersbach und stark aufgehört mit dem Sieg gegen Craiova. Die Woche dazwischen haben wir mit viel Leben gefüllt. Wir haben sehr gut gearbeitet, den Jungs dabei aber gewisse Freiräume gelassen, damit sie nicht komplett geschlaucht sind. Wir haben auch schon mal eine Einheit am Nachmittag gestrichen. Der stand zur freien Verfügung. In der Phase hat es hier ständig geregnet. So konnten die Spieler mal ins Schwimmbad oder in die Sauna gehen.

Beckmann: Sehr positiv. Wir wussten, was uns erwartet. Wir konnten bei vernünftigen Bedingungen trainieren und haben aus in der relativ kurzen Vorbereitungszeit das Optimale gemacht.

Was war besser, schlechter oder anders als vor einem Jahr?

Neumann: Wir hatten uns schon vor einem Jahr vorgenommen, wieder hierher zu fahren. Wir sind wieder hier. Wir haben vorgefunden, was wir erwartet haben: Top-Trainingsbedingungen, die Plätze waren in noch besserem Zustand, weil wir eine der ersten Mannschaften hier waren. Unsere Erwartungen wurden erfüllt. Da kann man nur Danke sagen an die Agentur Onside, die das organisiert hat, und an das Hotel.

Die deutschen Fußballvereine meiden die Türkei im zweiten Jahr. Der SV Meppen war der einzige deutsche Profiklub, der sich dort im Winter vorbereitet hat. Gab es im Vorfeld Kritik dafür?

Neumann: Überhaupt nicht. Wir haben das im Verein diskutiert. Es war der einhellige Tenor, dass wir es machen. Es ist ja auch eine Kostenfrage. Wer hier war, wer das kennt oder sieht, der braucht nicht nach Spanien, Zypern oder sonst wo hinzufahren.

Was waren die Schwerpunkte im Trainingslager?

Neidhart: Es war wichtig, dass wir uns nur für das erste Pflichtspiel 2018 in Münster vorbereitet haben. Wir haben die Schwerpunkte gesetzt im taktischen Bereich, im Gegenpressing. Im ersten Test gegen Elazigspor haben wir den Spielaufbau gut hinbekommen, außer im letzten Drittel. Das haben wir verfeinert und gegen Craiova eine gute Mischung von allem gesehen. Wir hatten ein gutes Gegenpressing, gerade in der Phase, als wir die Tore geschossen haben. Das hat uns stark gemacht. Wir hatten Tiefgang im Spiel, daraus fallen über Granatowski zweimal die Tore. Daran haben wir gearbeitet.

Die Vorbereitung bis zum ersten Punktspiel 2018 schon am Sonntag gegen Preußen Münster ist nur kurz. Was war deshalb anders als sonst?

Neumann: Wir haben das Training dosiert. Das ist in diesem Jahr für alle Trainer eine schwierige Sache, weil es relativ früh wieder losgeht. Wir haben versucht die Belastung so zu setzten, dass die Jungs vor Münster nicht kaputt sind.

Neidhart: Trainingsbeginn war für uns eigentlich schon Weihnachten. Die Spieler hatten Pläne, die sie umgesetzt haben. Es ist wichtig, dass man hier im Trainingslager die Laufeinheiten weglassen konnte. Wir haben stramme Einheiten gehabt, es gab schwere Beine, aber zweieinhalb Wochen sind keine normale Vorbereitung. Man muss aufpassen, dass man jetzt in der dritten Woche nicht in so ein Loch fällt, wie man es sonst in der Vorbereitung hat. Bei uns steht in der dritten Woche das erste Punktspiel auf dem Programm. Dann müssen wir fit sein.

Welche Schlüsse lassen sich aus den beiden Testspielen gegen Elazigspor und Craiova ziehen?

Neumann: Wir haben nicht großartig experimentiert. Wir werden jetzt nicht alles komplett umkrempeln. Wir vertrauen den Spielern, die wir haben. Sie haben in der ersten Halbserie gezeigt, was sie leisten können, wenn sie als Mannschaft auftreten.

Hat sich im Trainingslager die Hierarchie der Hinrunde verfestigt, haben sich Spieler aufgedrängt?

Neidhart: Es war wichtig, dass wir Luka Tankulic als neuen Spieler mit in die Mannschaft nehmen. Eine gewisse Hierarchie ändert sich nicht im Trainingslager. Die kristallisiert sich von Anfang an heraus. Die haben wir auch bei uns. Wir haben noch viel Luft nach oben. Die letzten vier Unentschieden in der 3. Liga hätten auch vier Siege sein können. Da hat man gesehen, dass wir in einigen Situationen nicht so konsequent waren. Jeder kann sich aufdrängen. Woche für Woche, vor jedem Spiel. Wir versuchen immer, die bestmögliche Elf auf das Feld zu schicken. Es stellt sich schon mal die Frage, wer neben Leugers spielt. Puttkammer oder Ballmert? Oder spielt Ballmert hinten rechts? Girth vorne ist gesetzt. Wer spielt dahinter als „Zehn“? Wagner hat den Part sehr gut ausgefüllt als Kapitän. Für die wichtigsten Positionen mit Tempo außen kommen Granatowski, Kleinsorge, Kremer und jetzt Tankulic infrage. Kremer und Kleinsorge sind leicht angeschlagen. Sie haben Adduktorenprobleme. Wir sind froh, dass wir dieses Personal haben. Wir haben hinter den Spitzen Möglichkeiten mit Wagner und Deters, auf der Sechs mit Heerkes und Posipal, der aber auch Innenverteidiger spielen kann. Auch die Positionen rechts und links hinten sind doppelt besetzt. Wir brauchen jeden. Wer dran ist, muss zeigen, dass er zu Recht auf dem Platz steht. Niemand kann sich ausruhen. Wir müssen noch ein paar Punkte holen in diesem Jahr.

Wie beurteilen Sie nach rund eineinhalb Wochen den Neuzugang Luka Tankulic?

Beckmann: Er hat gerade im Spiel gegen Craiova gezeigt, dass er für uns schon wertvoll sein kann. Sportlich haben wir also nichts verkehrt gemacht Aber es ist auch wichtig, gerade in einer Woche im Trainingslager, dass er sich gut einfügt und in der Gruppe klar kommt. Er hat insgesamt einen guten Eindruck gemacht.

Neumann: Er hat selbst gesagt, dass er das Gefühl hat, als wäre er schon immer dabei. Es hat sich bewahrheitet, was wir von unserer Mannschaft wissen: Egal wer kommt, jedem wird die Tür aufgemacht. Es ist leicht, sich zu integrieren.

Im Trainingslager lag ein Blick auch auf den Standardsituationen. Haben sich die Veränderungen dabei ausgezahlt?

Neidhart: Wir haben etwas verändert in den Spielen. Ich denke, dass wir erst einmal dabei bleiben werden. Wir wollen natürlich nicht sagen, was wir gemacht haben. Die Jungs müssen sich dabei wohlfühlen. Aber ich habe am Wochenende in der Bundesliga gesehen, dass die meisten Tore nach Standardsituationen fallen.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Trainingslagers ein?

Neumann: Das Trainingslager vor einem Jahr hat die Mannschaft zusätzlich zusammengeschweißt. Wir sind der Überzeugung, dass das jetzt wieder der Fall ist als ein Mosaiksteinchen zum Klassenerhalt.

Neidhart: Wir hätten Zuhause nicht so trainieren können wie hier in Belek . Hier hat es 20 Stunden geregnet, dennoch fragen die Spieler, ob der Platz mal gewässert werden könne, weil er so stumpf sei. Auf den Plätzen sieht man keine Pfütze. Ich weiß nicht, wie das geht. Das Wasser läuft wahrscheinlich so durch. Wir sind halt noch nicht der Profiverein, für den man alles macht, damit er trainieren kann. Diese Möglichkeiten haben wir noch nicht. Ich hoffe aber, dass wir zumindest Mittwoch auf einem Rasenplatz trainieren können.

Beckmann: Als wir losgefahren sind, waren die Plätze in Meppen nicht zum Training geeignet. Wir konnten nur auf den Kunstrasen gehen, aber es ist für die Gelenke schon besser, wenn man solche Bedingungen wie hier in Belek vorfindet. Darauf kann man neue Spieler sportlich besser integrieren und alle Trainingsinhalte, die man vermitteln will, auch umsetzen.

Was sind die wichtigsten Aufgaben bis zum Punktspiel Sonntag gegen Münster?

Neidhart: Die angeschlagenen Kremer und Kleinsorge müssen wieder fit werden. Ich hoffe, dass wir eine gute Trainingswoche haben. Auf Rasen, nicht auf Kunstrasen. Wir müssen das Positive und die gute Stimmung aus dem Trainingslager mit in die Woche nehmen. Dann geht es darum, Münster auf Abstand zu halten, und zu Hause drei Punkte einzufahren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN