Montagmorgen zurückgekehrt Meppens Holländer kann jetzt Doppelkopf spielen



Belek. Obwohl Spieler und Verantwortliche des SV Meppen eine Woche im Trainingslager in Belek auf engem Raum zusammen waren, gab es keinen Stress. Im Gegenteil. Der Drittligist gab ein gutes Bild ab.

Denn der Ablauf war gut organisiert. „Wir wollten vernünftig auftreten“, erklärte Mannschaftskapitän Martin Wagner. Dafür gab es eine Kleiderordnung. Damit unterschied sich der SVM nicht von den türkischen Klubs, die zeitgleich im Hotel Pavillon Ayscha untergebracht waren: Die Zweitligisten Adanaspor, Silivrispor und Karsiyaka SK sowie der Drittligist Utas Usakspor präsentierten sich genau so tadellos. Spätestens um 22.30 oder 23 Uhr sollten sich die Meppener Spieler auf ihre Doppelzimmer zurückziehen, die sich nicht von denen anderer Hotelgäste unterschieden.

Freie Zeit selbst gestalten

Neben den Mahlzeiten, Besprechungen und Trainingseinheiten waren keine weiteren gemeinsamen Veranstaltungen geplant. In der freien Zeit konnte jeder Spieler selbst entscheiden, was er daraus macht. „Wir sind so oft zusammen“, sagte Wagner. Das Angebot im Hotel wie Tischtennis, Billard oder Sauna empfanden die Spieler offenbar als ausreichend. Häufig hockten sie abends noch bei Gesprächen zusammen.

Unterhaltung beim Tee

Thorben Deters bevorzugte nach der Pflege der zunächst etwas lädierten Achillessehne, das Doppelkopfspiel. „Ich spiele gerne Karten. Mit Thilo Leugers, Janik Jesgarzewski und eigentlich auch mit Ina Stilber oder Daniel Vehring. Aber sie sind abends oft mit Behandlungen und Planungen beschäftigt.“ Deswegen wurde Menno Heerkes angelernt. „Der Holländer kann jetzt auch Doppelkopf spielen. Das macht er gut. Er hat mich das eine oder andere Mal schon besiegt“, schmunzelte Deters. „Wir sitzen in unserer Runde und trinken zusammen Tee, unterhalten uns gut und spielen dabei Karten. Da weiß man gar nicht, wie schnell die Zeit auf einmal rum ist und man ins Bett muss, damit man am nächsten Tag wieder fit ist.“ Auch Steffen Puttkammer, der mit Erik Domaschke ein Zimmer teilte, bestätigte, dass er abends oft geschafft war. Alkohol war für die Spieler tabu. Einen freien Nachmittag nutzten sie zum Shopping in Belek, wo Touristen noch eher selten waren. Viele waren Fußballer. Allein 50 Plätze laden zum Wintertraining.

Gespräche mit den Fans

Während Devann Yao in den ersten Tagen häufig mit dem Handy am Ohr auftrat, schien es kaum Zocker an der Playstation zu geben. Max Kremer bestritt in „FIFA“ wie im richtigen Leben einige Spiele mit dem SV Meppen. „Aber ich sitze nicht jeden Abend an der Konsole.“ Immerhin kam es zu Duellen mit seinem Zimmergenossen Martin Wagner. „Sauna, Teetrinken in der Lobby“ war auch für Kremer beliebte Abendbeschäftigung. „Wir sind als Mannschaft hier. Das schweißt zusammen.“ Den Zusammenschluss mit den Fans gab es bei Gesprächen und beim traditionellen Elfmeterschießen, das die Anhänger denkbar knapp gewannen.

Wagner trifft ehemaligen Mitspieler

Martin Wagner fand neben Gesprächen mit Sportvorstand Heiner Beckmann und dem Mannschaftrat noch Zeit für einen ehemaligen Mitspieler. Mit Tayfun Pektürk hatte er in der Saison 2009/2010 bei Eintracht Trier gekickt. Der Mittelfeldspieler war über Greuther Fürth und Istanbul Basakzehir zu Karsiyaka SK gewechselt, der sich im selben Hotel wie der SVM bei Temperaturen zumeist zwischen 10 und 18 Grad vorbereitete. „Ich wusste gar nicht, dass er in der Türkei spielt“, nutzte der Meppener die Gelegenheiten „über alte Zeiten“ zu sprechen

Trainer ordnet locker die große Runde an

Locker präsentierten sich zumeist Trainer Christian Neidhart und Ko-Trainer Mario Neumann. Im Gespräch mit acht mitgereisten Fans und auch im Umgang den Spielern. Zumindest die Lacher neben dem Spielfeld hatte Neidhart auf seiner Seite, als er den Spielern beim Warmlaufen mit auf den Weg gab, sie könnten sich gern auch die anderen Plätze anschauen. Sprich die ganz große Runde drehen. Am Rande einer Trainingseinheit bestritt er einen Wettkampf mit Beckmann und Neumann. Der ehemalige Torwart warf den Ball locker in eine Tonne für leere Flaschen. Danach versuchten alle drei, die Kugel per Fuß ins Ziel zu befördern. Das gelang Beckmann, der dafür allerdings am Billardtische gegen Neidhart trotz 3:1-Führung 1:5 verlor.

188 Stunden unterwegs

Am Montagmorgen gegen 5 Uhr kam der Meppener Tross nach 188 Stunden wieder in der Heimat an. Müde und ausgelaugt. Frei war der Montag dennoch nicht. Es stand noch Laufen auf dem Plan. Er am Dienstag war kein Training vorgesehen. Dafür folgen am Mittwoch schon wieder zwei Einheiten.


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