Zehn Gegentore nach Standards SV Meppen weiß: Lieb sein wird bestraft

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Auf dem Plan beim Trainingslager des SV Meppen in Belek standen auch die Standardsituationen. Foto: MentrupAuf dem Plan beim Trainingslager des SV Meppen in Belek standen auch die Standardsituationen. Foto: Mentrup

Belek . Die letzten sieben Gegentore des SV Meppen in der 3.Liga resultierten aus Standardsituationen. Im Trainingslager in Belek ist die Gelegenheit für Gegenmaßnahmen günstig.

„In der Regionalliga haben wir kein einziges Gegentor nach einem Standard bekommen“, erklärt Ko-Trainer Mario Neumann. Das hat sich nach dem Aufstieg in die 3. Liga drastisch geändert. Insgesamt zehnmal musste Torwart Erik Domaschke nach einem Standard hinter sich greifen. Sechs von insgesamt 27 Gegentreffern fielen nach einem Freistoß, vier nach einem Eckball. Aber nur fünf ihrer 25 Tore gelangen den Blau-Weißen nach Freistoß (3) und Eckball (2). Beide Werte sind verbesserungswürdig. Das weiß auch Trainer Christian Neidhart.

Allerdings gibt Neumann zu bedenken, dass die neue Liga natürlich auch eine ganz andere Qualität als die Regionalliga habe. „Die Spieler bringen den Ball ganz anders in den Strafraum.“ Es seien auch Fußballer in dem Raum, in dem die Bälle ankämen.

Mit der Mannschaft gesprochen

Doch der Wunsch und der Wille, den einen Wert zu verbessern und den anderen zu minimieren, sind klar. „Wir haben Ideen, und wir haben sie auch schon mit der Mannschaft besprochen. Die Jungs haben sie verfeinert“, erläutert Neidhart. „Wir binden sie immer ein. Schließlich müssen sie es auf dem Platz umsetzen“, pflichtet Neumann bei. Das gelte bei jeder „neuen Sache“. Vor dem Relegationsspiel gegen Mannheim, führt Neidhart aus, „hatten wir auch eine Idee, anders zu spielen.“ Davon sei die Mannschaft allerdings nicht überzeugt gewesen, also habe man sie wieder verworfen.

In der Regionalliga Mann gegen Mann

In der Regionalliga setzte der SVM bei Standardsituationen auf die Zuordnung Mann gegen Mann. In der 3. Liga bevorzugt er die Raumdeckung. Jetzt soll also eine andere Lösung gefunden werden. „Das Trainingslager ist dafür optimal“, erklärt Neidhart. Über die geplanten Veränderungen mag das Duo allerdings nicht reden. „Andere lesen auch“, fürchten sie, dass die Konkurrenz die Pläne des SV Meppen sonst auf dem Tablett serviert bekäme. Also hüllen sie sich beharrlich in Schweigen, würden die Umstellungen am liebsten heimlich einstudieren.

Mehr Einsatz gefordert

Denn auch die Meppener wissen genau, wie die Standards des Gegners kommen. Deswegen gibt es eine klare Zuteilung vor den Spielen. Die größten und kopfballstärksten Kicker werden zugeordnet. Doch es bleibt auch ein Unterschied zwischen Offensiv- und Defensivstandards. Während der fast zwei Meter lange Jovan Vidovic in der Abwehr fast jedes Kopfballduell gewinne, gelinge das im Angriff nicht so oft. Generell, so Neidhart und Neumann, gelte es, mehr Einsatz zu zeigen. „Lieb sein wird bestraft“, weiß der Ko-Trainer.

„Angst im Hinterkopf?“

Die Häufung von Gegentoren nach Standardsituationen gerade in der Schlussphase der Hinrunde führt Neumann nicht darauf zurück, dass die Spieler nach der langen Saison und der kurzen Pause geschlaucht seien. „Vielleicht war ein bisschen Angst im Hinterkopf.“

Besondere Qualität

Stärke nach Standards bedeutet für die SVM-Trainer eine besondere Qualität beim Verteidigen und beim Angriff. Neidhart hofft, dass der größere Konkurrenzkampf im Trainingslager in Belek auch bei den Standards einen Schub bringt.

Nach der Partie am Sonntag um 11 Uhr gegen Universitatea Craiova wollen Neidhart und Neumann eine Zwischenbilanz ziehen, ob die Veränderungen gegriffen haben.


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