Kreuzbandriss im November SV Meppens Demaj: In Belek endlich wieder Ballarbeit



Belek. Erstaunliche Fortschritte macht Meppens junger Offensivspieler Leon Demaj. Der 20-Jährige befindet sich knapp sechs Wochen nach dem Riss des hinteren Kreuzbandes schon wieder im Lauftraining. Am Donnerstag nahm er die Ballarbeit wieder auf.

Das erstaunt auch Meppens Mannschaftsarzt Thomas Keese-Röhrs. Da bei der Kernspintomographie von Leon Demaj weitere Verletzungen wie eine Schädigung am Außenmeniskus nicht ausgeschlossen werden konnten, athroskopierte er das Knie, stellte aber nur den Riss des hinteren Kreuzbandes fest. Er setzte kleine Narben am breiten Bandansatz am Knochen. Damit wachse das Band besser an den Knochen.

Selbstheilungskräfte

Vor einigen Jahrzehnten bedeutete ein Kreuzbandriss beinahe zwangsläufig das Ende der sportlichen Laufbahn. Das hat sich längst geändert. Das Verletzungsverhältnis vom vorderen zum hinteren Kreuzband beziffert der Arzt als 50:1, es könne aber leichter übersehen werden. Der Riss entsteht zumeist durch ein direktes Trauma: Bei einem Zusammenprall etwa wird der Unterschenkel so weit nach hinten gedreht, dass das Band reißt. Bei der Behandlung setze man eher auf die Selbstheilungskräfte, erläutert Keese-Röhrs.

Stabilität wird ermittelt

Nach etwa sechswöchiger Ruhigstellung beginne die Reha mit Dehnungs-, Kraft- und Lauf-Übungen. Die absolviert Demaj zurzeit in Belek. Nach vier Monaten folge der sogenannte Cybextest, bei dem die Stabilität ermittelt wird. „Wer mehr als 300 Newtonmeter Kraft entwickelt, ist frei für den Trainingsaufbau“, sagt der Unfallchirurg und Sportmediziner. Dann könne der Sportler nach fünf bis sechs Monaten wieder mitmischen. Sonst drohe eine OP.

Intensive Reha in der Türkei

Der in Haselünne geborene Demaj, der in der Jugend für den VfL Herzlake, das JLZ Emsland und den BV Cloppenburg auflief, nutzt das Trainingslager des SV Meppen in Belek zu intensiver Reha. Die Verletzung hat er sich ausgerechnet im Duell der U23 gegen seinen Ex-Verein Herzlake zugezogen. „Beim Sprint habe ich ein Knacken gehört“, erzählt der Fußballer, der noch fünf Minuten weiterspielte, dann aber ausgewechselt werden musste. „Ich war sehr, sehr traurig“, erinnert sich Demaj an die Diagnose. Nach einem Gespräch mit Keese-Röhrs erwachte der Optimismus wieder. Mut machte der ehemalige Mitspieler Mirco Born, der sich ebenfalls das hintere Kreuzband gerissen hatte. Am Donnerstag arbeitete Demaj erstmals wieder mit dem Ball. Ein gutes Gefühl. „Ich hoffe, dass ich in zwei Monaten wieder dabei bin.“ Allerdings weiß er, dass Ungeduld nur schadet. „Ich will mir Zeit lassen.“

Physio-Bereich aufgestockt

In Belek kümmern sich auch die Physiotherapeuten Ina Stilber und Kai Venemann um den Youngster, der zu zwei Kurzeinsätzen in der 3. Liga gekommen ist (beim SV Wehen Wiesbaden und beim Halleschen FC). Physiotherapeut Daniel Vehring ist auch ins Training eingebunden. Da die Meppener wissen, wie wichtig gerade im Trainingslager die richtige Pflege ist, haben sie im Vergleich zur Wintervorbereitung vor einem Jahr den Physio-Bereich aufgestockt.

„Die Spieler sind dankbar“

Venemann ist erstmals dabei. Der 23-Jährige aus dem Grafschafter Itterbeck ist positiv überrascht von seinem ersten Trainingslager und seiner Premiere in der Türkei. Vor allem von der harmonischen und familiären Atmosphäre. Trotz des langen Arbeitszeitraumes – Beginn am Morgen vor dem Training, Ende abends schon mal um 23.30 Uhr – „macht es Spaß. Die Spieler sind dankbar, denn sie nehmen das keinesfalls als selbstverständlich hin.“ Er ist froh „dass Ina mich unter ihre Fittiche genommen und mir alles gezeigt hat“. Venemann hat die Mannschaft schon in den letzten Monaten kennengelernt, weil er nach dem Training mitgemacht hat. Regelmäßig ist er für das Jugendleistungszentrum im Einsatz.


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