„Da geht das Fußballer-Herz auf!“ Erste Einheit des SV Meppen auf Rasen



Belek. Die Sonne lacht bei Temperaturen bis knapp 20 Grad – und der SV Meppen trainiert erstmals in der Wintervorbereitung auf richtigem Rasen. „Da geht jedem Fußballer das Herz auf“, weiß Coach Christian Neidhart. Der Schwung war seinen Spielern bei der ersten Einheit am späten Nachmittag an der türkischen Riviera durchaus anzumerken.

Auch Neidhart wirkte entspannt: „Wenn man in Meppen nach draußen blickt, dann könnten wir höchstens eine Segelregatta machen. Das sagt alles“, schmunzelte er zufrieden über die Entscheidung für Belek. „Die Jungs freuen sich darauf, weil sie wissen, welchen Mehrwert dieses Trainingslager bietet. Eine Woche lang müssen wir uns keine Gedanken machen, wo wir trainieren und was man machen kann. Ich glaube, die Jungs sind ganz froh, wenn es nicht unbedingt auf Kunstrasen geht.“

Kurze Vorbereitung Neuland

Die aktuelle Vorbereitung bedeutet für das Trainerteam Neuland. „Das habe ich selbst noch nie gehabt. Letztlich bleiben nur rund zweieinhalb Wochen bis zum ersten Punktspiel gegen Preußen Münster am 21. Januar. Wir haben erst am 3. Januar mit der Vorbereitung begonnen. Deswegen mussten die Jungs relativ früh schon wieder individuell laufen. Jetzt ist es im Grunde genommen ein Fortführen von dem, was wir im Sommer gemacht haben, damit die Spieler vernünftige Grundlagen haben.“ Die Trainer bevorzugen eigentlich „fünfeinhalb Wochen Vorbereitung im Sommer wie im Winter. Die nehmen sich nicht viel, weil der Zeitfaktor ähnlich ist. Außer, dass im Winter das Wetter beschissener ist und wir im Sommer bessere Möglichkeiten haben.“

Längere Einheit

Am Montagnachmittag standen nach dem Aufwärmen mit dem zum Trainerteam gehörenden Physiotherapeuten Daniel Vehring auch Passfolgen und taktische Aufgaben auf dem Trainingsprogramm. Man merkte den Spielern die Freude an. Es störte sich niemand daran, dass die Einheit erst gut 20 Minuten später endete, als zumindest die Zuschauer, darunter auch einige Fans, vermutet hatten.

Deters und Demaj im Lauftraining

Die Emsländer trainierten wie vor einem Jahr gleich auf dem ersten Platz des Papillon Sportcenters, der 95 statt 105 Meter lang ist. „Das stört nicht, wenn man taktische Dinge üben will“, erklärte Neidhart. Bei der Einheit fehlte Erik Domaschke, der nach einem Pressschlag beim Hallenturnier in Gummersbach über Beschwerden am Fuß klagt. Leon Demaj (Rekonvaleszent nach dem Riss des hinteren Kreuzbandes) und Thorben Deters, der Beschwerden mit der Achillessehne hat und auf die Diagnose des am Dienstag erwarteten Arztes Thomas Keese-Röhrs wartet, drehten allein ihre Runden. Dass Demaj auch seine Gehhilfen mitgebracht hatte, wunderte einige Mitspieler.

Tiefroter Abendhimmel

Bei der Anfahrt zum Trainingsgelände, das etwa neun Kilometer vom Hotel entfernt liegt, wurde der Bus mit den Meppenern schon früh von der Polizei gestoppt. Doch nach einer kurzen Erklärung konnten die Emsländer ihren Weg zur ersten Trainingseinheit fortsetzen. Über Tag war es etwa 18 Grad warm. Die Sonne schien, während im fernen Taurusgebirge der Schnee noch deutlich zu erkennen war. Gegen Ende der Einheit kühlte es sich allerdings merklich ab. Unter Flutlicht und tiefrotem Abendhimmel beendeten die Meppener das Training. Und die Frösche im Gewässer nahe dem Gelände mit insgesamt vier Plätzen quakten fast noch ein wenig lauter als bei der Ankunft der emsländischen Fußballer.

Mittwoch gegen Elazigspor

Eine Veränderung gibt es in der Planung am Mittwoch. Denn die Meppener treffen im ersten Testspiel der Wintervorbereitung nicht wie zunächst geplant auf den Tabellenvierzehnten der zweiten türkischen Liga Samsunspor, sondern auf den -neunten Elazigspor, der sich gerade im benachbarten Lara in Antalya aufhält. Die Partie wird um 16 Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ) angepfiffen. Adanaspor, der Liga-Rivale des SVM-Gegners, bereitet sich gerade im Hotel Papillon Ayscha vor, in dem auch die Emsländer Quartier bezogen haben.


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