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In der Bundesliga nicht ,,erwünscht"?

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Eigentlich ist alles geplant, auch wenn es noch nicht beschlossen ist und verkündet werden kann: SER Rhöndorf sichert sich die Meisterschaft in der 2. Liga und damit das Recht zum Aufstieg in die Bundesliga. Danach gehen die Rhöndorfer die angekündigte Kooperation mit den ,,Cologne 99ers" ein, um mit dem Nachbarn vom Rhein gemeinsam die ,,Köln-Arena" als Bundesligist zu nutzen, oder die Rhöndorfer verzichten offiziell auf eine Lizenz im Oberhaus, so dass damit die eigenständige Basketball-Bundesliga (BBL) GmbH über die Weitergabe der Lizenz entscheidet und an die sehnsüchtig wartenden ,,Cologne 99ers" vergibt.

Nur eines kann diesen Plänen im Wege stehen: ein Erfolg des TSV Quakenbrück im ,,Finale" der 2. Liga am Samstag ab 19.30 Uhr in der Artlandhalle gegen Rhöndorf, denn dann hätten die Basketballer aus der Provinz zuerst einmal das Recht. ,,Das Gerede um Rhöndorf und Köln gibt uns noch mehr Motivation. Wenn man sieht und hört, was drumherum passiert, dann habe ich das Gefühl, dass sie nicht nur gegen Rhöndorf spielen, sondern gegen eine größere Mannschaft", sagt Trainer Chris Fleming im Wissen um Macht und Möglichkeiten beispielsweise der rheinischen Klubs mit der ,,Köln-Arena" als für Zuschauer wie Fernsehen gleichermaßen attraktive Veranstaltungshalle. ,,Ich habe immer wieder das Gefühl, dass alle wünschen, dass Rhöndorf gewinnt, als wollten sie Quakenbrück da oben in der Bundesliga nicht haben".

Bekanntlich gibt es beträchtliche Auflagen wie mindestens 3000 Zuschauerplätze, Parkettboden und anderes mehr neben Strukturen in Jugendarbeit und Organisation, die neben dem Umfeld sowie den finanziellen Voraussetzungen gegeben sein müssen für eine Lizenzvergabe. Otto Reintjes signalisiert als ,,Chef" der BBL grundsätzliche Bereitschaft, gegebenenfalls Quakenbrück wie Tübingen als Meister der 2. Liga Süd den Weg in das Oberhaus zu ermöglichen, ,,aber nur für zunächst eine Saison. Dann muss die Hallenfrage geklärt sein". Sie wäre geklärt in Quakenbrück, denn in zwölf Monaten soll die mehr als 3000 Zuschauerplätze aufweisende neue Halle an der Jahnstraße fertig gestellt sein.

Was Rhöndorf und Köln nicht davon abhält, über das Naheliegende und damit die nächste Saison im Oberhaus nicht nur nachzudenken, sondern sie konkret zu planen, was mit einem Etat von vermutlich acht und mehr Millionen DM bei den ,,Cologne 99ers" nicht schwer fällt. ,,Wir wollen", sagt Jens Koralewski aus dem Bereich PR- und Öffentlichkeitsarbeit bei den Kölnern, zumal Otto Reintjes betont: ,,Wir müssen Basketball zu einem Topprodukt in Deutschland machen. Köln könnte uns dabei helfen".

Was sich auch vor dem Hintergrund der bestehenden Fernsehverträge mit der Kirch-Gruppe (fünf Jahre) in den Ligasponsoren (drei Jahre) versteht. ,,Es ist klar, dass wir diese Zeit nutzen müssen", sagt Reintjes, was den in Bonn nahe Rhöndorf erscheinenden ,,Generalanzeiger" zu der für viele auswärtige Betrachter logischen Schlussfolgerung veranlasst: ,,Es ist auch klar: Eine Provinzstadt wie Quakenbrück passt nicht in dieses Konzept".

Klar, dass Chris Fleming seine Spieler von diesen sowie anderen Überlegungen mit Rhöndorf als ,,Farmteam" mit Nachwuchskonzept in der 2. Liga für Köln als Erstligist (mit übrigens mehr als 30 Mannschaften im Erwachsenen- und Jugendbereich) in Kenntnis setzt und somit noch mehr anstachelt vor dem ,,Finale" am Samstag. Andererseits vergisst der Coach natürlich nicht die eigentlichen Inhalte im ,,Spiel der Spiele", ohne in Ehrfurcht vor dem Favoriten zu erstarren. ,,Wir waren im Hinspiel nicht konzentriert genug und hatten etwas größere Löcher, weil wir ohne Kopf gespielt haben. Dabei hätten wir es fast gewonnen", betont Fleming nach der Videoanalyse von der 89:95-Niederlage am 21. Januar in Rhöndorf.

Auf den Tag genau drei Monate nach der damals zweite Saisonniederlage ist nun morgen die Revanche angesagt, die den Quakenbrückern noch mehr Spaß macht bei dem Gefühl, dass andernorts in der nächsten Saison lieber am Rhein als im Artland ein Erstligist zuhause sein soll.


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