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NFV-Finale Donnerstag ab 14.45 Uhr MSV Duisburg: Konkretes Interesse an VfL-Torjäger Wriedt


Osnabrück. Der Vorhang fällt – doch eigentlich würden beim Saisonfinale 2016/17 alle lieber hinter die Kulissen schauen. Mehr als das Finale um den Landespokal am Himmelfahrtstag (Donnerstag, 14.45 Uhr) an der Bremer Brücke gegen den Lüneburger SK wecken andere Themen das Interesse: Manipulationsverdacht, Lizenzvergabe, Crowdfunding, Transfergerüchte...

Worum geht es im Finale? Natürlich um die Trophäe und die Ehre – der VfL steht zum achten Mal im Endspiel und strebt seinen vierten Sieg an. Und um Geld: Der Pokalgewinner muss von seinem Honorar der ersten Runde im DFB-Pokal nur 20000 Euro in den Solidartopf für die Amateurclubs zahlen, der Verlierer muss 40000 Euro abgeben. Die Zuschauereinnahmen werden nach Abzug der Kosten geteilt. Anders als in den meisten Landesverbänden sind in Niedersachsen beide Finalisten für den DFB-Pokal qualifiziert.

Auf welchen Gegner muss sich der VfL einrichten? Der Lüneburger SK Hansa, der zu Beginn der Regionalligasaison mit dem späteren Meister SV Meppen Schritt hielt, dann aber in ein langes Zwischentief rutschte, sicherte sich mit einem tollen Endspurt (nur eins der letzten sechs Spiele ging verloren) als 13. den Klassenerhalt. Für die Lüneburger ist der Ausflug nach Osnabrück, zu dem ihn etwa 200 Fans begleiten werden, ein perfekter Saisonabschluss. „Wir werden mutig auftreten und frech nach vorn spielen“, sagt Trainer Elard Ostermann.

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Wie geht der VfL die letzte Aufgabe der Saison an? Der Stress der letzten Tage war im Training zu spüren, doch die Mannschaft will sich mit einem guten Eindruck verabschieden. „Es war für die Mannschaft nicht leicht, dieser Situation standzuhalten“, sagt Trainer Joe Enochs, „aber die Jungs werden alles tun, um noch mal über den Punkt zu kommen.“ Auch Alexander Dercho, der sich schon gegen den SC Paderborn mit starken Leistenbeschwerden über die Runden quälte, will noch mal auf die Zähne beißen. Nicht dabei sind Addy Waku Menga, Tobias Willers, Marc Heider, Halil Savran, Jules Reimerink, Christian Groß, Marius Gersbeck und Robbie Kristo.

Verfahren gegen drei Spieler des VfL Osnabrück

Wie viele Zuschauer werden erwartet? Der VfL lockt mit attraktiven Preisen: Ein Sitzplatz kostet 10 Euro (Kinder 7), ein Stehplatz ist für acht Euro (Kinder 5) zu haben. Im Rahmen der „Vatertagsangebote“ kann jeder Vater ein Kind kostenlos mit ins Stadion nehmen. In Gruppen ab fünf Personen zahlt jeder nur fünf Euro; diese beiden Angebote gelten im Steh- und Sitzplatzbereich. Benutzbar sind nur die Ostkurve und der Affenfelsen sowie die Nordtribüne. Stadion und Kassen öffnen um 13.45 Uhr, Karten gibt es ab 12 Uhr im Fanshop, wo beim Saisonschlussverkauf auf viele Artikel bis zu 40 Prozent Rabatt gewährt werden.

Gibt es Fortschritte im Lizenzierungsverfahren? „Ja“, sagte Geschäftsführer Jürgen Wehlend nach der Rückkehr von der Anhörung vor dem Zulassungsbeschwerdeausschuss beim DFB. Das Gremium folgte der Argumentation des VfL und erkennt nun fast die gesamten eingeplanten Werbeeinnahmen an. Bis zum Freitag nächster Woche hat der VfL nun Zeit, weitere Einnahmen nachzuweisen. Dazu gehört das Crowdfunding, das laut Wehlend am Dienstag bei 306000 Euro stand, 650 von 1081 haben verlängert. Wehlend: „Wir spüren einen großen Schub, gerade in den letzten Tagen hat sich sowohl beim Sponsoring als auch beim Crowdfunding eine Dynamik entwickelt.“ Auch im Crowdfunding läuft die Frist bereits am 29. Mai ab, die Marke aus dem Vorjahr liegt bei 460000 Euro.

Wann gibt es Neuigkeiten zu den Manipulationsvorwürfen? Bei seinem Besuch in Frankfurt drängte Wehlend noch einmal auf eine rasche Entscheidung, auch im Sinne aller VfL-Profis. Wahrscheinlich kommt es in den nächsten Tagen in Frankfurt zu einer Anhörung. Offen bleibt, bis wann mit einem Urteil zu rechnen ist.

Kommentar zum Manipulationsverdacht

Was tut sich auf dem Transfermarkt? Es gibt einen konkreten Interessenten für Torjäger Kwasi Okyere Wriedt. Der MSV Duisburg, der als Meister der 3. Liga den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat, möchte den VfL-Torjäger verpflichten. Für „Otschi“ könnte es also am Donnerstag das Abschiedsspiel sein – gegen seinen Ex-Club, den er vor einem Jahr nach 23 Regionalliga-Toren zum VfL verließ. Damals war er ablösefrei, sein aktueller Marktwert dürfte zwischen 300000 und 450000 Euro liegen. Trainingsgast war am Dienstag Sammy Ammari: Der tunesische Stürmer aus der U21 des FC Ingolstadt gehört zum erweiterten Kandidatenkreis von Enochs. Dass das auch für Marcos Alvarez gilt, ist fraglich: Der Stürmer, von 2014 bis 2016 beim VfL, war am Dienstag zu Besuch auf der Illoshöhe. Er kann Dynamo Dresden zwar ablösefrei verlassen, gehört aber nicht zu der vom VfL bevorzugten Preisklasse.

War sonst noch was? Die Partie an der Bremer Brücke ist eins von 20 Landespokalendspielen, die zwischen 12.35 und 20 Uhr in der ARD live ausgestrahlt werden, aufgeteilt in drei Konferenzschaltungen. Der VfL und der LSK teilen sich den Block mit Leher TS - Bremer SV, Wacker Burghausen - Schweinfurt 05, SV Wehen Wiesbaden - RW Hadamar, VfR Hausen - 1. FC Rielasingen und MSV Pampow - Hansa Rostock.

…und wie geht’s nun aus? Es wird ein munteres Finale, das der VfL mit 4:2 gewinnt.


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