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HSV in großer Not Werder schielt nach Derbysieg Richtung Europa

Von dpa

Bremens Florian Kainz wurde mit seinem Tor zum Derbyhelden. Foto: Carmen JaspersenBremens Florian Kainz wurde mit seinem Tor zum Derbyhelden. Foto: Carmen Jaspersen

Bremen. Die Verhältnisse im Norden sind erst einmal klar! Werder ist die Nummer eins, dem HSV enteilt. Während die Bremer jetzt sogar mit einem Platz in der Europa League liebäugeln dürfen, geht es für die Hamburger in den verbleibenden fünf Spielen ums Überleben.

Nach dem prestigeträchtigen Derbysieg gegen den Hamburger SV sangen die Profis von Werder Bremen für einen Moment sogar von Europa. Durch das hochverdiente 2:1 (1:1), das neunte ungeschlagene Spiel in Serie, liegen die Bremer nur noch zwei Punkte hinter Europa-League-Platz sechs.

Für den Hamburger SV geht es nach dem enttäuschenden Auftritt am Sonntag dagegen weiter ums nackte Überleben.

DIE AUSSICHTEN FÜR WERDER BREMEN: Vor ein paar Wochen galten die Grün-Weißen noch als ganz heißer Kandidat auf den Abstieg. Doch inzwischen trumpft Werder im Stile eines Topteams auf. Der Sieg gegen den HSV hätte auch deutlich höher ausfallen können. Chancen für mehr Tore als die beiden Treffer von Max Kruse (41. Minute) und Florian Kainz (75.) waren da. Auch das frühe 0:1 durch Michael Gregoritsch warf die Bremer nicht aus der Bahn. Tritt Werder weiter so stabil auf, ist die Qualifikation für die Europa League nicht unmöglich. Zumal die anderen Kandidaten anders als Bremen unbeständig sind.

DIE AUSSICHTEN FÜR DEN HAMBURGER SV: Am kommenden Wochenende spielt der HSV endlich wieder im geliebten Volkspark. Dort müssen die Hamburger die Punkte für den Klassenerhalt holen, denn auswärts geht gar nichts. Der Auftritt in Bremen war enttäuschend. „Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen“, klagte Torwart Christian Mathenia - und das in einem Derby. Wie in den vergangenen Jahren könnten die Hamburger davon profitieren, dass es noch zwei, drei schlechtere Teams in der Liga gibt. Am Samstag geht es gegen das abgeschlagene Schlusslicht Darmstadt. Dann ist ein Sieg Pflicht.

DER DERBYHELD: Florian Kainz kam, sah und traf. „Wenn mir das vorher einer gesagt hätte, ich hätte es blind unterschrieben“, sagte der Österreicher, der als Joker das Spiel entschied. Nach einer schweren Zeit zu Beginn der Saison kommt Kainz immer besser in Schwung. Und schoss sich mit seinem Siegtreffer in die Herzen aller Werder-Fans.

DER AUFREGER: Vor der Partie wurde der Mannschaftsbus des HSV mit Farbbeuteln beworfen. Und das wenige Tage nach dem Anschlag von Dortmund. „Das verurteilen wir total“, sagte Werder-Coach Alexander Nouri. Die Hamburger waren kurz geschockt, als Ausrede für die Niederlage wollten sie der Vorfälle aber nicht gelten lassen.

SPRÜCHE DES TAGES:

„Jeder Sieg tut gut, ein Derbysieg noch guter.“

„Eine Serie fängt für mich erst nach zehn Spielen ohne Niederlage an.“

(Bremens Sportchef Frank Baumann nach dem Derbysieg)


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