Mit Punktabzug droht Abstieg VfR Aalen stellt Insolvenzantrag

Dem VfR Aalen droht nach dem eingereichten Insolvenzantrag ein Punktabzug. Archivfoto: Helmut KemmeDem VfR Aalen droht nach dem eingereichten Insolvenzantrag ein Punktabzug. Archivfoto: Helmut Kemme

dpa/golt Aalen. Drittligist VfR Aalen hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Dies gab der Verein am Dienstag offiziell bekannt. Der Klub will sich mit diesem Schritt von seinen Schulden befreien. Es droht ein Punktabzug und damit der Abstiegskampf in der 3. Liga.

Den VfR Aalen, der 2015 aus der 2. Bundesliga abgestiegen war, plagen nach eigenen Angaben Schulden von 3,6 Millionen Euro. Die Probleme begründet der Club mit dem Rückzug der beiden Hauptsponsoren nach der Spielzeit 2012/13. Hinzu komme eine drohende Steuerrückzahlung von bis zu 500 000 Euro.

„Die sportlichen Leistungen sind positiv, die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung ebenso. Wir müssen aber mit den Schulden-Altlasten aus früheren Zeiten abschließen. Jetzt können wir den VfR Aalen zukunftsfähig machen. Damit stellen wir uns unserer Rolle als Top-Profiverein, Talentschmiede und Identitätsstifter der Region“, erklärt Roland Vogt, Sprecher des VfR-Präsidiums.

Der DFB wird nun eine schriftliche Stellungnahme des Klubs anfordern. Anschließend wird der DFB-Spielausschuss über die Folgen der Aalener Entscheidung für die laufende Saison der 3. Liga entscheiden. Paragraf 6 der Spielordnung sieht im Falle eines Insolvenzantrags den Abzug von neun Punkten vor. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann von diesem Punktabzug abgesehen werden, beispielsweise wenn gegen den Hauptsponsor zuvor ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. Beim VfR Aalen könnte das der Fall sein. So gibt der Verein an, erst durch den Wegfall der beiden, Hauptsponsoren Imtech und Scholz zum Ende der Saison 2012/2013 in eine massive wirtschaftliche Schieflage geraten zu sein. Die beiden Sponsoren haben ebenfalls mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, Imtech habe selbst Insolvenz angemeldet.„Seit Jahren kämpft der VfR Aalen mit defizitären Haushalten“, sagte Vogt. „Diese drohende Steuerrückzahlung bringt das Fass zum Überlaufen, wir werden durch die Summe der Altlasten und deren Folgen endgültig erdrückt.“ Mit Hilfe eines Insolvenzplans hofft der VfR Aalen seine Zukunft sichern zu können. In einer Pressekonferenz will sich der Tabellenneunte am Mittwoch genauer äußern.

Peter Frymuth, als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung für die 3. Liga zuständig, sagt: „Es ist sehr bedauerlich, dass der VfR Aalen von seiner Vergangenheit eingeholt wird und sich zu diesem Schritt gezwungen sieht. Es passt leider nicht zur positiven Entwicklung der 3. Liga. Der VfR hat in den Gesprächen mit dem DFB auch deutlich gemacht, dass er sich in der 3. Liga aktuell auf einem sehr positiven Weg sieht, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich.“

Der Spielbetrieb für die aktuelle Saison und die Lizenz für die kommende Spielzeit sollen durch den Insolvenzplan gedeckt werden. Weitere spieltechnische Konsequenzen über einen Punktabzug hinaus sind nicht vorgesehen. Sollte Aalen neun Punkte verlieren, würde der Verein nach aktuellem Stand auf Abstiegsplatz 18 rutschen und hätte zwei Zähler Rückstand auf Rang 17, der den sportlichen Klassenverbleib bedeutet.


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