SV Meppen scheidet früh aus VfL Osnabrück setzt sich in Lingen die Budenzauber-Krone auf

Von Kim Patrick Harling


Lingen. Nordderby, internationale Begegnungen und natürlich der Lokalmatador SV Meppen – der 4. Budenzauber für Traditionsmannschaften in Lingen eröffnete am Samstag die Hallenfußball-Saison. Nach sehenswerten Treffern und spannenden Partien hielt am Ende der VfL Osnabrück die Trophäe hoch. Die Meppener schieden bereits in der Gruppenphase aus.

Es kam zur Neuauflage des Finales 2015. Bereits vor einem Jahr traf Werder Bremen auf den VfL Osnabrück. Damals hatten noch die Bremer die Oberhand nach Neun-Meter-Schießen.

In diesem Jahr sahen die Zuschauer ein äußerst hitziges Endspiel: zwei Zwei-Minuten-Strafe, hochkochende Emotionen und ein Neunmeter. Mit 3:2 entschieden die Lila-Weißen diese hitzige Partie. „Das Turnier hat super viel Spaß gemacht“, sagte Osnabrücks Wolfgang Schütte und fügte hinzu: „Die Unterstützung der Zuschauer war klasse, auch wenn sie größtenteils gegen uns ausfiel.“

Als beste Torhüter wurden Hamburgs Nils Bahr sowie Meppens Markus Antczak gekürt, Ivan Klasnic holte sich mit beeindruckenden zehn Treffern die Torjägerliste. Der ehemalige Profi des SV Werder Bremen erhielt zudem den Preis des besten Spielers.

Dass die Emslandarena nicht wie in den Jahren zuvor ausverkauft war, erklärte der Turnierkoordinator Bernd Kühn: „Es war der einzige Termin, den wir wahrnehmen konnten. Die Länderspielpause hatte sich für das Turnier angeboten, wir wollten unbedingt in Lingen eine Mannschaft für das Finalturnier in Berlin ermitteln.“ Nichtsdestotrotz wussten die 2040 Zuschauer zu begeistern – vor allem während der Meppen-Spiele.

Baccums F-Jugend auf der großen Bühne

So richtig laut wurde es in der Emslandarena bereits um 14.14 Uhr. Mahmut Aktas, Cüneyt Özkan, Josef Schröer und Co. betraten den Kunstrasenplatz. Die Meppener kassierten jedoch ein 4:5 gegen den VfL Bochum. Den Auftakt hatten aber der Hamburger SV und der SV Werder Bremen gemacht. Die siegreichen Werderaner (4:2) wurden von der F-Jugend des SC Baccum auf das Feld begleitet. „Die Jungs waren schon sehr aufgeregt“, berichtete Baccums Trainerduo Hanna Hartwig und Juliane Dreishing. So durfte der siebenjährige Justin Ahuis, der das goldene Tor im Einlagespiel gegen den TuS Lingen erzielte, an der Hand von Ivan Klasnic das Spielfeld betreten. Auf die Frage, ob er nervös gewesen sei, antworte der schüchterne Justin mit einem „nö“.

Auseinandersetzung unter Zuschauern

Der Vorjahressieger FC Twente Enschede unterlag dem HSV mit 2:4. Unschöne Szenen während der Partie: Auf den Rängen kam es vereinzelten Auseinandersetzungen. Das Sicherheitspersonal reagierte schnell und deeskalierend.

Titelverteidiger fliegt in Vorrunde raus

Von einigen Pfiffen begleitet startete der VfL Osnabrück gegen Bochum ins Turnier – die alte Rivalität zwischen Osnabrück und Meppen. Die Lila-Weißen störten sich nicht daran und siegten 2:1 in einem intensiven Spiel. Die Werderaner lösten im letzten Spiel der Gruppe A durch den souveränen 5:2-Erfolg über Enschede das Halbfinalticket und kegelten somit zugleich den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb. Der Budenzauber blieb sich damit also auch in der vierten Auflage treu: Keine Mannschaft konnte bislang seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

„Derby lebt von Emotionen“

Das Topspiel der Gruppenphase behielt sich der Veranstalter bis zum Schluss vor: Meppen gegen Osnabrück. Die Emslandarena kochte, und die Spieler lieferten sich bissige Zweikämpfe. Doch der Lokalmatador musste sich im Derby mit 1:3 geschlagen geben. „Für uns ist es eine schöne Abwechslung, man sieht seine ehemaligen Kollegen wieder“, sagte Osnabrücks Torschütze zum 2:1 Daniel Thioune. „Ein Derby gegen Meppen lebt von der Emotion, das war schon früher so.“

Historisches Duell

Torreich ging es im ersten Halbfinale zu. 18 Treffer sahen die Zuschauer in der regulären Spielzeit. Es war das torreichste Duell in der Geschichte des Budenzaubers. Bereits zur Halbzeit führte Bochum mit 5:4 gegen Bremen. Die große Klasnic-Show ging weiter, mit seinen Toren sechs und sieben drehte er die Partie. Seine Treffer acht und neun legte er noch nach. Nur noch zwei Sekunden waren zu spielen, und beim Stand von 8:9 setzte Klasnic zum Schuss an – direkt in den Winkel zum 9:9. Im Neunmeterschießen behielt Werder die Nerven und zog bekanntermaßen ins Finale ein. Klasnic sicherte sich mit insgesamt zehn Treffern die Torjägerkrone.

Platz drei an Bochum

Die Osnabrücker sorgten im zweiten und weitaus torarmeren Halbfinale dafür, dass es im Finale nicht zum Nordderby kam. Die Lila-Weißen siegten in einer unaufgeregten Partie abgeklärt mit 4:1. Den Schlusspunkt setzte Osnabrücks Joe Enochs mit einem sehenswerten Treffer. Auch das Spiel um Platz drei gaben die Hamburger ab – 3:4 gegen Bochum.


Die Spiele

Hamburger SV – SV Werder Bremen 2:4

VfL Bochum – SV Meppen 5:4

FC Twente Enschede – Hamburger SV 2:4

VfL Osnabrück – VfL Bochum 2:1

SV Werder Bremen – FC Twente Enschede 5:2

SV Meppen – VfL Osnabrück 1:3

Halbfinale I: SV Werder Bremen - VfL Bochum 12:11 n. E.

Halbfinale II: Hamburger SV – VfL Osnabrück 1:4

Spiel um Platz drei: VfL Bochum – Hamburger SV 4:3

Finale: VfL Osnabrück – SV Werder Bremen 3:2