DUX-Tattoo und „römischer Gruß“ Nazi-Tattoo: Ex-Profi Paolo Di Canio verliert Job als Kommentator

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Osnabrück. Der ehemalige Kapitän des italienischen Erstligisten Lazio Rom, Paolo Di Canio, hat seinen Job als Kommentator beim TV-Kanal Sky Sport verloren. Der Grund ist seine rechte Gesinnung, aus der er keinen Hehl macht.

Er war ein sehr guter Fußballer, Kapitän des italienischen Erstligisten Lazio Rom, wurde 1993 UEFA-Pokal Sieger mit Juventus Turin, trainierte nach seiner aktiven Laufbahn den AFC Sunderland: Paolo Di Canios Karriere weist viele Höhepunkte auf. Doch der Ex-Profi ist bis heute umstritten, weil er eine rechte Gesinnung hat – und daraus keinen Hehl macht.

Job verloren

Auf seinem rechten Oberarm ragen die drei Buchstaben „DVX“ (Dux) hervor. Das lateinische Wort steht für „Führer“ und meint den faschistischen Diktator Benito Mussolini. Di Canio stellt damit seine Bewunderung für Mussolini zur Schau. In seiner Biografie aus dem Jahr 2003 bezeichnet er sich sogar selbst als Faschisten. Seinem ehemaligen Arbeitgeber Sky blieb das jedoch offenbar lange verborgen. Dort arbeitete Di Canio bis Mittwoch als Kommentator – bis erneut ein Bild mit den rechten Symbolen auf seinem Oberarm auftauchte.

„Wir haben einen Fehler gemacht und entschuldigen uns. Obwohl wir Di Canios Kompetenz schätzen, haben wir uns einvernehmlich zur Aussetzung der Zusammenarbeit beschlossen“, sagte Jacques Raynoud, Vizepräsident von „Sky Sport“, am Mittwoch.

Rechte Gesinnung lange bekannt

Dass Di Canios Gesinnung dem (Fußball-)Sender so lange verborgen blieb, muss überraschen, schließlich hatte der Ex-Profi Mitte der 90er für einen handfesten Skandal gesorgt. Beim Derby der beiden Römer Vereine Lazio und AS rannte er zu der als rechtsradikal eingestuften Fangruppierung Irriducibili Lazio (= die Unbeugsamen) von Lazio Rom und streckte ihnen den rechten Arm entgegen. Der sogenannte „römische Gruß“ gilt Mussolini und erinnert an den Hitlergruß.

Vergangenheit

Der italienische Verband verurteilte Di Canio damals zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro – der Ex-Kapitän akzeptierte das Urteil nicht und wiederholte seinen „Gruß“ noch im gleichen Jahr. Er musste erneut 10.000 Euro zahlen und eine Spielsperre absitzen.


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