Osnabrück, Münster oder Duisburg? Die Aufstiegskandidaten der Dritten Liga im Teamcheck

Wer folgt Dynamo Dresden als Meister der Dritten Liga? Wir haben die Aufstiegskandidaten einem Check unterzogen. Foto: imago/HentschelWer folgt Dynamo Dresden als Meister der Dritten Liga? Wir haben die Aufstiegskandidaten einem Check unterzogen. Foto: imago/Hentschel

Osnabrück. Die Dritte Liga startet in die Saison 2016/17. Aus unserer Region spielen der VfL Osnabrück und die Sportfreunde Lotte mit um die Plätze. Welche Mannschaften dürfen sich Hoffnungen auf den Aufstieg machen? Die Top-Teams im Check: Transfers, Team, Trainer und eine Prognose.


VORSCHAU AUF DIE DRITTE LIGA: AUFSTIEGSKANDIDATEN, TOPTRANSFERS, TALENTE

29. Juli 2016 08:17

Die Aufstiegskandidaten:

MSV Duisburg:
Kadergröße: 24 Spieler
Marktwert des Kaders: 5,95 Millionen €
Schauinsland-Reisen-Arena: 31500 Plätze
Zuschauerschnitt: 2015/16: 7870
Zugänge/Abgänge: 9/18
Jahre in der Bundesliga/3. Liga: 28/2

Entwicklung und Prognose:
Trotz einer starken Rückrunde stieg der MSV aus der 2. Liga ab. Der Wiederaufstieg ist das Ziel, die Erwartungshaltung groß. Der Kader blieb in Teilen zusammen und wurde punktuell verstärkt. Gute Voraussetzungen, um oben mitzuspielen.

Trainer Ilia Gruev (46):
Der Deutsch-Bulgare übernahm im Winter und führte die „Zebras“ auf den Relegationsplatz. Nun soll die positive Entwicklung unter dem ehemaligen MSV-Profi fortgesetzt werden, der bereits als „Ko“ in Kaiserslautern Erfahrung sammelte.

Wichtige Transfers: Mit Tugrul Erat verpflichtete der MSV ein begehrtes Talent von Fortuna Düsseldorf. Abwehrchef Steffen Bohl (Elversberg) und Torhüter Michael Ratajczak (unbekannt) hinterlassen große Lücken.

Auf den sollten Sie achten: Ahmet Engin:In der Vorbereitung trumpfte der 19-jährige Außenspieler auf und erzielte beim 4:1 gegen den FC Valenciennes einen Hattrick. Die Konkurrenz ist groß, der Durchbruch ist dem Youngster aber zuzutrauen.

Die Neuzugänge der Duisburger (v.o.l.n.u.r.): Ilia Gruev (Trainer), Fabian Schellhardt, Mohamed Cisse, Ahmet Engin, Fabio Leutenecker, Yontcho Arsov (Co-Trainer), Daniel Zeaiter, Turgul Erat, Thomas Blomeyer, Mark Flekken. Foto: imago Eibner


Christian Ströhl
29. Juli 2016 08:30

Wappen des Chemnitzer FC. Foto: Imago/Eibner 
Chemnitzer FC:
Kadergröße: 23 Spieler
Marktwert des Kaders: 6,18 Millionen €
Stadion an der Gellertstraße: 15479 Plätze
Zuschauerschnitt 2015/16: 7453
Zugänge/Abgänge: 10/9
Jahre in der 2. Liga/3. Liga: 7/5

Entwicklung und Prognose:
Nach verpatztem Start beendete der CFC die vergangene Saison auf Platz sechs. Im Sommer wurde am Kader gebastelt, der nun der teuerste der Liga ist. Das Team gehört zu den Favoriten, auch wenn es diese Rolle von sich weist.

Trainer Sven Köhler (50): In nur elf Spielen führte der Trainer den CFC ab März aus der Abstiegszone und unter die Top sechs. Das Chemnitzer Urgestein (338 Spiele für die Himmelblauen) steht nun vor der Aufgabe, die Bilanz der vergangenen Saison zu verbessern. 

Wichtige Transfers: Mit Dennis Grote (Duisburg) und Björn Jopek (Bielefeld) verpflichtete der CFC zwei hochkarätige Neuzugänge. Abwehrchef Nils Röseler (Venlo) verließ den Verein und wird nur schwer zu ersetzen sein.

Auf den sollten Sie achten: Mit Dennis Grote (Duisburg) und Björn Jopek (Bielefeld) verpflichtete der CFC zwei hochkarätige Neuzugänge. Abwehrchef Nils Röseler (Venlo) verließ den Verein und wird nur schwer zu ersetzen sein.

Mannschaftsfoto CFC:Hintere Reihe v.l.: Mario Rodriguez, Tim Danneberg, Alexander Bittroff, Tom Scheffel, Marc Endres, Emmanuel Mbende, Daniel Frahn, Dennis Mast, Björn Jopek, Jan Koch. Mittlere Reihe v.l.: Trainer Sven Köhler, Co-Trainer Ulf Mehlhorn, Teammanager Torsten Bittermann, Athletik-Trainer Hermann Kretschmann, Physiotherapeut Olaf Renn, Dennis Grote, Julius Reinhardt, Mannschaftsarzt Jörg Leibinger, Physiotherapeut Burkhardt Wind, Videoanalyst Daniel Wölfel, Physiotherapeut Florian Braband, Torwarttrainer Holger Hiemann. Vordere Reihe v.l.: Fabian Stenzel, ÊFlorian Hansch, Philip Türpitz, Tom Baumgart, Torhüter Kevin Kunz, Kevin Conrad, Torhüter Kevin Rene Tittel, Jamil Dem, Danny Breitfelder, Stefano Cincotta und Anton Fink. Foto: imago/Picture Point LE


Christian Ströhl
29. Juli 2016 08:38
Wappen von Holstein Kiel. Foto: imago/Picture Point
Holstein Kiel:
Kadergröße: 24 Spieler
Marktwert des Kaders: 5,83 Millionen €
Holstein-Stadion: 11386 Plätze
Zuschauerschnitt 2015/16: 5193
Zugänge/Abgänge: 9/13
Jahre in der 2. Liga/3. Liga: 3/4

Entwicklung und Prognose: 
Nach dem verpassten Aufstieg im Sommer 2015 schlossen die Störche die vergangene Saison enttäuschend ab (14.). Nun will der Club wieder angreifen und hat dafür erfahrene Neue geholt, der Kader ist aber relativ dünn besetzt.

Trainer Karsten Neitzel (48): Der 18-malige Bundesligaspieler für den SC Freiburg geht in seine vierte Saison mit Holstein. In seiner Vita steht auch ein Engagement als Kotrainer unter Friedhelm Funkel beim japanischen Erstligaclub Urawa Red Diamonds.

Wichtige Transfers: Zwei Stammspieler holten die Kieler aus der 2. Liga, Dominic Peitz kam aus Karlsruhe, Niklas Hoheneder aus Paderborn. Mit Fabian Schnellhardt (Duisburg) verloren die Störche aber ihren Ballverteiler.

Auf den sollten Sie achten: Dominick Drexler: Der 26-Jährige war beim VfR Aalen zwei Jahre lang unumstrittener Stammspieler und absoluter Leistungsträger. Als Mittelfeldmann bringt es der gebürtige Bonner auf 25 Tore in 112 Spielen in der 3. Liga.

Mannschaftsfoto Holstein Kiel:Hintere Reihe (v. li.): Eidur Sigurbjörnsson, Evans Nyarko, Arne Sicker, Dominick Drexler, Alexander Bieler, Miguel Fernandes. 2. Reihe (v. li.): Betreuer Tim Petersen, Manuel Janzer, Steven Lewerenz, Kingsley Schindler, Patrick Herrmann, Tim Siedschlag, Physiotherapeut Tim Höper. 3. Reihe (v. li.): Athletiktrainer Timm Sörensen, Trainer Karsten Neitzel, Co-Trainer Jan Sandmann, Physiotherapeut Florian Höhne, Tammo Harder, Milad Salem, Mannschaftsarzt Dr. Eckhardt Klostermeier, Mannschaftsarzt Dr. Martin Mrugalla, Physiotherapeut Sebastian Süß, Torwart-Trainer Patrik Borger. Untere Reihe (v. li.): Saliou Sane, Niklas Hoheneder, Dominic Peitz, Robin Zentner, Kenneth Kronholm, Bernd Schipmann, Mathias Fetsch, Rafael Czichos, Dominik Schmidt. Foto: imago/Philipp Szyza


Christian Ströhl
29. Juli 2016 08:45
SC Paderborn:
Wappen des SC Paderborn. Foto: imago sportfotodienst
Kadergröße: 23 Spieler
Marktwert des Kaders: 4,85 Millionen €
Benteler-Arena: 15000 Plätze
Zuschauerschnitt 2015/16: 10878
Zugänge/Abgänge: 14/21
Jahre in der Bundesliga/3. Liga: 1/1

Entwicklung und Prognose:
Beim SCP gilt es, den Abwärtstrend zu stoppen, nachdem das Team aus der Bundesliga in die 3.
Liga durchgereicht wurde. Der aufgeblähte Kader wurde reduziert, trotzdem scheint das Team stark genug für die Ligaspitze zu sein.

Trainer René Müller (42): Nach diversen Interimseinsätzen ist der gebürtige Mindener seit März hauptverantwortlich für den SCP. 73 Zweitligaspiele bestritt der ehemalige Mittelstürmer zwischen 2005 und 2008 für die Westfalen und erzielte dabei 20 Tore.

Wichtige Transfers: Nach einem Jahr in Düsseldorf kehrte Christian Strohdiek zurück. Mit Mark Kruska (FSV Frankfurt) kommt ein weiterer Hochkaräter. Dafür verließen Säulen wie Marvin Bakalorz und Moritz Stoppelkamp den SCP.

Auf den sollten Sie achten: Christian Strohdiek: Der 28-jährige Innenverteidiger ist eine Institution beim SCP und nach einem durchwachsenen Jahr bei Fortuna Düsseldorf (17 Einsätze in der 2. Liga) wieder zurück, um den Spaß am Fußball wiederzufinden.
MannschafsfotoSCPaderborn 07:Hintere
Reihe v.
li.
: Aykut Soyak, Ben Zolinski, Jan Steven Erisa, Sebastian Schonlau, Koen Van der Biezen, Tim Mannek, Christian Strohdiek, Thomas Bertels, Tim Sebastian, Florian Ruck, Dino Medjedovic, Felix Herzenbruck. 2. Reihe v. li.:Mannschaftsarzt Dr. Hans Walter Hemmen, Mannschaftsarzt Dr. Matthias Porsch, Mannschaftsarzt Dr. Lutz Mahlke, Mannschaftsarzt Dr. Karl-Friedrich Schünemann, Zeugwart Michael Heppner, Physiotherapeut Robert Wezorke, Physiotherapeut Jörg Liebeck, Scort Dr. Jörg Weber, Teammanager Ole Siegel, Torwarttrainer Nico Burchert, Co-Trainer Markus Feldhoff, Trainer Rene Müller / Mueller.1. Reihe v.li.: Semit Saric, Robin Krause / Krausse, Pascal Itter, Sven Michel, Till Brinkmann, Lukas Kruse, Jonas Brammen, Christian Bikel, Marc Vucinovic, Niko Dobros, Marc-Andre Kruska. Foto: imago/osnapix

Christian Ströhl
29. Juli 2016 09:11
Wappen von Preußen Münster. 
Preußen Münster:
Kadergröße: 24 Spieler
Marktwert des Kaders: 5,5 Millionen €
Preußenstadion: 15050 Plätze
Zuschauerschnitt 2015/16: 7219
Zugänge/Abgänge: 11/12
Jahre in der Bundesliga/3. Liga: 1/5

Entwicklung und Prognose:
Nach dem eher schwachen Abschneiden der vergangenen Saison (9.
) hoffen die Preußen auf Besserung in der anstehenden Spielzeit. Personell wurde mächtig durchgewechselt, die Abwehrreihe präsentiert sich fast komplett erneuert.

Trainer Horst Steffen (47): Der im Winter von den Stuttgarter Kickers nach Münster gewechselte Krefelder holte in der Pause mit Braun und Jordanov zwei ehemalige Kickers zu den Preußen. Steffen blickt auf eine Karriere mit 207 Bundesligaspielen zurück.

Wichtige Transfers: Mit Michele Rizzi und Tobias Rühle holte der SCP zwei Leistungsträger aus Großaspach. Hinten müssen die Abgänge von Markus Pischorn (SGV Freiburg) und Björn Kopplin (unbekannt) verkraftet werden.

Auf den sollten Sie achten: Edisson Jordanov: Der 23-Jährige kommt bereits auf 107 Spiele und zehn Tore in der 3. Liga für Hansa Rostock, die Stuttgarter Kickers und die U23 vom BVB. Nun soll der offensive Mittelfeldmann bei den Preußen für Gefahr sorgen.


Mannschaftsfoto SC Preußen Muenster:Erste Reihe (v.l.): Norbert Bussmann, Juergen Keseberg, Edisson Jordanov, Amaury Bischoff, Patrick Drewes, Maximilian Schulze-Niehues, Mehmet Kara, Sinan Tekerci, Dr. Arne Nagel, Dr. Cornelius Mueller-Rensmann. Zweite Reihe (v.l.): Coach Horst Steffen, Co-Coach Sreto Ristic, Carsten Nulle, Marc Roesgen, Benjamin Schwarz, Tobias Ruehle, Stephane Tritz, Michele Rizzi, Sandrino Braun, Denis Mangafic, Matthias Haase, Christian Krabbe, Harald Menzel, Carsten Gockel. Dritte Reihe (v.l.): Cihan Oezkara, Bennet Eickhoff, Tobias Warschewski, Adriano Grimaldi, Simon Scherder, Sebastian Mai, Jeron Al-Hazaimeh, Lion Schweers, Lennart Stoll, Jesse Weissenfels, Danilo Wiebe, Philipp Hoffmann. Foto: imago/osnapix


Christian Ströhl
29. Juli 2016 09:55
Wappen der Lila-Weißen. 
VfL Osnabrück:
Kadergröße: 26 Spieler
Marktwert des Kaders: 5,48 Millionen €
Osnatel-Arena: 16.667 Plätze
Zuschauerschnitt 2015/16: 8619
Zugänge/Abgänge: 14/11
Jahre in der Bundesliga/3. Liga: 0/6

Entwicklung und Prognose:
Eine Mischung aus alten Platzhirschen sowie jungen, frechen und wilden Jungbullen, wenn wir es mal tierisch ausdrücken. Genau das könnte das Rezept für eine erfolgreiche Saison sein. Eine „lila-weiße Wundertüte“. Dabei kann es vorteilhaft sein, dass ein Großteil der Neuzugänge ein wenig die „Generation Straßenfußballer“ verkörpert. Der VfL spielt im oberen Drittel mit. Platz fünf sollte mindestens wieder möglich sein. 

Trainer Joe Enochs (44): Er baut auf ein eingespieltes lila-weißes Team: Dazu zählen die Co-Trainer Wolfgang Schütte und Rolf Meyer, Athletiktrainer Henrik Frach sowie eine mehrköpfige Mannschaft mit Ärzten und Physiotherapeuten – allen voran „Physio“ Günter Schröder, der jede Spielerwade im Schlaf erkennt. 

Wichtige Transfers: Marvin Schwäbe, in der vergangenen Saison einer der Top-Torhüter der 3. Liga, hat große Spuren hinterlassen. Aktuell dürfte Marius Gersbeck (von Hertha BSC) vor Frank Lehmann und Youngster Leon Tigges die größten Chancen haben, die neue Nummer eins zu werden. Er bringt die Voraussetzungen mit, den Weggang von Schwäbe zu kompensieren. 
Die schwere Verletzung von Kim Falkenberg (Kreuzbandriss) kommt zur Unzeit.
Alternative für die Rechtsverteidiger-Position ist Neuling Mohamed El-Bouazzati – hoch veranlagt, aber erst 19 Jahre alt. Ansonsten sind David Pisot und Alexander Dercho gesetzt. Als weiterer Innenverteidiger drängt sich Anthony Syhre für Tobias Willers auf. 

Auf die sollten Sie achten: Der VfL verfügt in diesem Bereich über eine Flexibilität wie lange nicht mehr. Mit den Neuzugängen Bastian Schulz, Jules Reimerink, Bashkim Renneke, Ahmet Arslan, Nazim Sangaré und dazu Spieler wie Christian Groß und Simon Tüting aus dem alten Stamm kann der Coach aus dem Vollen schöpfen – und taktisch sehr gut variieren.
Mannschaftsfoto VfL Osnabrück:4 Reihe v.li.: Psychologo Manfred Glüsenkamp, Mannschaftsarzt Dr. Clemens Kruse, Simon Tüting, Tobias Willers, Roberto Kristo, Steffen Tigges, Anthony Syhre, Mannschaftsarzt Dr. Thomas Herzig, Mannschaftsarzt Dr. Werner Wilm. 3. Reihe v.li.: Sportkoordinator Lothar Gans, Teammanager Julius Ohnesorgs, Halil Savran, Nazim Sangare, Christian Groß, Bastian Schulz, Michael Hohnstedt, Physiotherapeut Günter Schröder, Physiotherapeut Lennart Bartling, Zeugwart Mario Richter. 2. Reihe v.li.: Trainer Joe Enochs, Co-Trainer Wolfgang Schütte, Kim Falkenberg, Jules Reimerink, Alexander Dercho, Kwasi Okyere Wriedt, David Pisot, Marc Heider, Torwarttrainer Rolf Meyer, Athletiktrainer Henrik Frach. 1. Reihe v.li.: Pascal Richter, Lars Bleker, Torwart Leon Tigges, Torwart Marius Gersbeck, Torwart Frank Lehmann, Addy-Waku Menga, Ahmet Arslan, Kamer Krasniqi es fehlen Sebastian Klaas und Physiotherapeut Björn Ernst. Foto: Imago/osnapix 


Christian Ströhl

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