U21-Nationalmannschaft bei Olympischen Spielen Olympia 2016 in Rio: Wer ist im Fußball-Kader für Deutschland?

Durch den Halbfinaleinzug bei der EM im vergangenen Sommer qualifizierte sich die deutsche U21-Nationalmannschaft erstmals seit 28 Jahren wieder für die Olympischen Spiele. Foto: imagoDurch den Halbfinaleinzug bei der EM im vergangenen Sommer qualifizierte sich die deutsche U21-Nationalmannschaft erstmals seit 28 Jahren wieder für die Olympischen Spiele. Foto: imago

Osnabrück. Durch den Halbfinaleinzug bei der EM im vergangenen Sommer qualifizierte sich die deutsche U21-Nationalmannschaft erstmals seit 28 Jahren wieder für die Olympischen Spiele. Trainer Horst Hrubesch hat seinen vorläufigen Kader bereits zusammen.

Erstmals seit 1988 in Seoul geht eine deutsche Mannschaft wieder beim olympischen Fußballturnier an den Start. Damals spielten noch Thomas Häßler und Jürgen Klinsmann groß auf und holten Bronze. Für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 stehen die Hoffnungsträger größtenteils schon fest. Bereits im Januar musste U21-Nationaltrainer Horst Hrubesch ein vorläufiges, maximal 35-köpfiges Aufgebot benennen. Den endgültigen, Spieler-Kader mit 18 Fußballern muss Hrubesch Ende Mai beisammen haben. Zusätzlich dürfen vier Spieler auf Abruf nominiert werden.

Wer ist spielberechtigt?

Der Grundstock des Teams wird aus Spielern bestehen, die nach dem 1. Januar 1993 geboren wurden, sprich 23 Jahre oder jünger sind. Das ist der von der FIFA vorgegebene Stichtag. Zusätzlich darf der DFB drei Spieler nominieren, die schon älter sind. Hrubesch hat angekündigt, diesbezüglich auf jene Jungs des 1992er-Jahrgangs setzen zu wollen, die im Sommer die Olympia-Quali perfekt machten. Insgesamt wartet auf Horst Hrubesch bei der Nominierung seines Teams eine heikle Aufgabe. So muss er sich nicht nur mit den Vereinen, sondern auch mit DFB-Trainer Jogi Löw abstimmen. Denn nach wie vor gilt, dass die EM in Frankreich klare Priorität genießt.

Wer ist sicher dabei?

Joshua Kimmich vom FC Bayern und Bundesliga-Shootingstar Julian Weigl gehören zum Olympia-Aufgebot. Sie wurden jedoch ebenfalls von Jogi Löw in den vorläufigen EM-Kader gewählt. Falls sie bei der EM jedoch nicht spielen, ist ihnen das Ticket nach Rio sicher. Auch dabei sind: Schalker Max Meyer, Leon Goretzka und Johannes Geis, Maximilian Arnold sowie Dominik Heintz.

Einen weiteren großen Teil des Teams werden wohl jene Spieler stellen, die nach der EM in die U21 aufrückten. Dazu gehören die Verteidiger Mitchell Weiser, Niklas Süle und Jonathan Tah. Im Angriff dürfen sich voraussichtlich Davie Selke und Timo Werner beweisen. Stammtorhüter der Mannschaft wird wohl der Kölner Timo Horn – auch als Dank dafür, dass er gleich bei zwei U21-Europamiesterschaften als dritter Mann zur Verfügung stand. Die ewigen Rivalen Marc-André ter Stegen und Bernd Leno sind der Mannschaft mittlerweile altersmäßig entwachsen.

Die Wackelkandidaten

Zu diesem Kreis gehören insbesondere Spieler, die bereits in DFB-Juniorenteams zum Einsatz kamen. Für einstige EM-Fahrer wie Leonardo Bittencourt, Robin Knoche oder Moritz Leitner dürfte es trotz ihrer Verdienste eng werden.

Ein Überraschungskandidat könnte Amin Younes sein. Durch seinen Wechsel zu Ajax Amsterdam verschwand er zwar ein wenig aus dem Radar der Fußballfans in Deutschland, doch hat er sich beim niederländischen Rekordmeister mittlerweile einen Stammplatz erkämpft. Auch um die Bundesligisten weniger zu beanspruchen, ist seine Nominierung durchaus realistisch.

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Die „alten Hasen“

Die britische Auswahl hat es bei Olympia 2012 vorgemacht: In Ryan Giggs kam ein 38-Jähriger zum Einsatz, dem bisher keine Teilnahme an einem großen Turnier vergönnt war. Ähnliche Fälle gibt es in Deutschland auch: Auch die nach dem WM-Titel zurückgetretene Ü30-Fraktion aus Philipp Lahm, Per Mertesacker und Miroslav Klose wurden mit einer Olympiateilnahme in Verbindung gebracht. Hrubesch wehrt dies aber humorvoll ab: „Dann könnte ich ja gleich selbst mitspielen“, scherzt der 64-Jährige.

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Wann spielt Deutschland im Fußball-Turnier

Zwei Vorrunden-Spiele von Deutschland im Fußball bei Olympia 2016 fallen bei uns in die besten Sendezeit. Sie beginnen um 21 Uhr. Für das erste Vorrunden-Spiel müssen Fußball-Fans allerdings lange wach bleiben. Wenn der Titelverteidiger Mexiko gegen Deutschland spielt, ist erst um 1 Uhr deutscher Zeit Anstoß.

  • Freitag, 5. August, 1 Uhr: Mexiko - Deutschland (Salvador)
  • Sonntag, 7. August, 21 Uhr: Deutschland - Südkorea (Salvador)
  • Mittwoch, 10. August, 21 Uhr: Deutschland - Fidschi (Belo Horizonte)

Weitere Spieltermine

  • Viertelfinale: Samstag, 13. August
  • Halbfinale: Mittwoch, 17. August
  • Finale/Platz drei: Samstag, 20. August

Auf welchem Sender werden die Spiele übertragen?

ARD und ZDF haben sich nicht nur die Rechte der Fußball-EM in Frankreich gesichert, sondern auch für Olympia 2016 in Rio. Damit werden die beiden öffentlich-rechtlichen Sender auch die Partien des Olympischen Fußballturniers zeigen. ARD und ZDF haben Medienberichten zufolge für die Olympischen Spiele in Sotschi und Rio wohl rund 110 Millionen Euro auf den Tisch gelegt.

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Alle Kandidaten auf einen Blick:

Im Tor: Timo Horn (1. FC Köln), Loris Karius (Mainz 05), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marius Müller (1. FC Kaiserslautern), Timon Wellenreuther (RCD Mallorca), Odisseas Vlachodimos (VfB Stuttgart)

Abwehr: Niklas Süle, Jeremy Toljan (beide 1899 Hoffenheim), Julian Korb, Nico Schulz (beide Borussia Mönchengladbach), Mitchell Weiser, Niklas Stark (beide Hertha BSC), Dominik Heintz (Köln), Jonathan Tah (Leverkusen), Antonio Rüdiger (AS Rom), Shkodran Mustafi (FC Valencia), Matthias Ginter (Borussia Dortmund), Christian Günter (SC Freiburg), Robin Knoche (VfL Wolfsburg), Kevin Akpoguma (Fortuna Düsseldorf), Timo Baumgartl (VfB Stuttgart), Philipp Max (FC Augsburg), Lukas Klostermann (RB Leipzig)

Mittelfeld: Julian Weigl, Moritz Leitner (beide Dortmund), Joshua Kimmich (FC Bayern), Leonardo Bittencourt (Köln), Maximilian Arnold, Julian Draxler (beide VfL Wolfsburg), Max Meyer, Leon Goretzka, Johannes Geis (alle Schalke 04), Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Emre Can (FC Liverpool), Mo Dahoud (M’gladbach), Dominik Kohr (Augsburg), Gideon Jung (Hamburger SV), Kerem Demirbay (Düsseldorf), Levin Öztunali (Werder Bremen), Felix Klaus (Hannover 96), Nadiem Amiri (Hoffenheim), Serge Gnabry (West Bromwich Albion), Janik Haberer (VfL Bochum)

Angriff: Kevin Volland (Hoffenheim), Davie Selke (RB Leipzig), Timo Werner (Stuttgart), Leroy Sané (Schalke), Amin Younes (Ajax Amsterdam), Philipp Hofmann (FC Brentford)

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