Guardiola, Hummels und Elfmeter DFB-Pokal: Die fünf Gesprächsthemen nach dem Finale

Von Malte Schlaack


Berlin. Das DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund lieferte viel Gesprächsstoff. Nach dem 4:3-Sieg im Elfmeterschießen der Bayern standen zum Beispiel die Abschiede von Pep Guardiola und Mats Hummels, aber auch das Elfmeterschießen und die Auswahl der Schützen beim BVB im Mittelpunkt.

1. Der Abschied von Pep Guardiola

Die Bayern wollten ihrem scheidenden Coach (künftig Manchester City) zum Abschied unbedingt noch den zweiten DFB-Pokalsieg schenken. Drei Meisterschaften hatte der Spanier in seinen drei Jahren bei den Bayern schon gefeiert, der Pokalsieg jetzt erhöht mit der Zeit beim FC Barcelona zuvor sein Titelkonto auf insgesamt 21 . „Titel sind nur Nummern für mich. Aber ich bin sehr zufrieden mit diesem Finale. Ich werde meine Spieler vermissen. Es war eine große Erfahrung. Es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagte Guardiola nach dem Spiel, als er die Fassung wiedererlangt hatte. Direkt nach dem entscheidenden Elfmeter von Douglas Costa hatte er auf dem Platz seinen Tränen freien Lauf gelassen. Besonders angetan war Guardiola von Kapitän Philipp Lahm, der ihm bei der Siegerehrung den ersten Jubel mit dem Pokal überlassen hatte. „Philipp wird für mich immer ein ganz besonderer Spieler und Mensch bleiben“, sagte Guardiola.

2. Der Abschied von Mats Hummels

Deutlich weniger gut lief das Spiel für den Dortmunder Kapitän. Mats Hummels wird die Borussia in Richtung München verlassen, entsprechend waren auch viele Augen auf ihn im Pokalfinale gerichtet. Hummels spielte defensiv in der Innenverteidigung ordentlich, leistete sich aber einige Fehler im Spielaufbau und wurde eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit nach Krämpfen ausgewechselt. Auf eigenen Wunsch, wie Trainer Thomas Tuchel später sagte. Von draußen musste Hummels mit ansehen wie seine Noch-Kollegen im Elfmeterschießen den Kürzeren zogen, entsprechend fiel dann auch seine Bewertung aus: „Jeder von uns hatte Krämpfe. Man hat gesehen, glaube ich, dass ich mit rechts keinen vernünftigen Schritt, keinen Sprint mehr anziehen konnte. Das ist auf jeden Fall ein Scheiß-Ende. Definitiv“, sagte der Kapitän. Sein Trainer gab sich auf Hummels´ Leistung angesprochen etwas zugeknöpft: „Das kann er besser“, sagte Tuchel auf Nachfrage nur.

3. Das Elfmeterschießen

Nach einem verlorenen Elfmeterschießen standen naturgemäß die Dortmunder Schützen im Mittelpunkt. Sven Bender und Sokratis Papasthatopoulos hatten ihre Strafstöße verschossen, beide hatten vorher vor allem in der Defensive ein sehr starkes Spiel gemacht und sich über 120 Minuten aufgerieben. „Es ist mein Fehler. ich hätte in die Reihenfolge eingreifen müssen, damit Manni (Bender) und Papa (Sokratis) nicht so früh hätten schießen müssen. Wir hatten aber auch Probleme, Schützen zu finden“, sagte Tuchel selbstkritisch, der das allerdings auch nicht als Kritik an seiner Mannschaft meinen wollte. Dass die beiden Defensivspieler überhaupt antreten mussten, kommentierte der BVB-Coach lakonisch: „In der Bundesliga hätten wir bei einem Elfmeter eher nicht darüber geredet, ob einer der beiden antritt.“ Kagawa, Aubameyang und Reus hatten ihre Versuche sicher verwandelt. Auf Münchener Seite vergab nur Youngster Joshua Kimmich, der seinen Versuch etwas sehr lässig in die Mitte schob, womit BVB-Keeper Roman Bürki allerdings offenbar gerechnet hatte. Da Vidal, Lewandwoski, Müller und Costa aber verwandelten, ist der FC Bayern zum 18. Mal DFB-Pokalsieger.

4. Ribéry langt mal wieder zu

Sein Image als heißblütiger Spieler bstätigte Bayerns Franck Ribéry. Der Franzose geht einem Zweikampf ebenso wenig aus dem Weg wie einer Konfrontation mit dem Gegenspieler. Im Pokalfinale war es kurz vor der Halbzeit so weit, als er mit Gonzalo Castro aneinandergeriet. Ribéry watschte den BVB-Mittelfeldspieler in bester bayrischer Manier ab und traf Castro dabei mit dem Finger im Auge. Das Erstaunliche dabei ist, dass der Außenstürmer mit solchen Aktionen eigentlich immer davonkommt. Schiedsrichter Marco Fritz beließ es bei einer Gelben Karte. Wenn das Spiel in dieser Szene für Ribéry beendet gewesen wäre, hätte er sich allerdings auch absolut nicht beschweren können. Stattdessen rieb er sich weiter auf, war ein Aktivposten und wurde in der 108. Minute völlig entkräftet ausgewechselt.

5. Die Stimmung im Olympiastadion und drumherum

Pokalfinals versprühen seit jeher eine ganz besondere Stimmung. Bei der 73. Auflage jetzt war das nicht anders. Den ganzen Tag über stimmten sich die Fans beider Lager bei bestem Wetter in Berlin auf das Endspiel ein, im Stadion war dann eine Seite rot-weiß, die andere schwarz-gelb, wobei die Dortmunder Anhänger etwas in der Überzahl waren. Wie die beiden Mannschaften auf dem Feld gaben die beiden Fanlager über 120 Minuten alles. Der Support beider Gruppen war fast die ganze Zeit so laut, dass man sein eigenes Wort kaum verstehen konnte. Eine würdige Performance, die mit Ausnahme einiger kurzzeitig zündelter Idioten auf Seiten des BVB noch dadurch getoppt wurde, dass es den ganzen Tag über weitgehend friedlich blieb.