Einsatz bei Werder-Bremen-Spiel Bremer Polizei schickt DFL weitere Rechnung

Von Eckhard Stengel

Polizisten beim Spiel Bremen-Hamburger SV am 19. April 2015. Für diesen Einsatz hat die DFL bereits eine Rechnung erhalten. Foto: dpaPolizisten beim Spiel Bremen-Hamburger SV am 19. April 2015. Für diesen Einsatz hat die DFL bereits eine Rechnung erhalten. Foto: dpa

Bremen. Die Bremer Polizei hat der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erneut eine Rechnung für einen Großeinsatz bei einem Bundesligaspiel geschickt: Für die Begegnung Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach vom 16. Mai 2015 soll die DFL genau 227458,03 Euro zahlen.

Das erfuhr unsere Zeitung nun von der Bremer Innenbehörde.

Bereits im vergangenen Sommer hatte die Polizei einen ersten Gebührenbescheid über 425718,11 Euro an den Ligaverband versandt, damals für das Risikospiel Werder Bremen gegen den HSV vom April 2015. Gegen diese Rechnung hat die DFL inzwischen Widerspruch eingelegt. Die Innenbehörde will ihn nach Ostern förmlich zurückweisen. Danach kann der Verband innerhalb von vier Wochen Klage beim Verwaltungsgericht einreichen. Die DFL hat bereits angekündigt, durch alle Instanzen zu gehen. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil verzichtet die Hansestadt auf das Eintreiben der Gebühren.

Erstes Bundesland mit Kostenbeteiligung für Polizeieinsätze

Der rot-grün regierte Stadtstaat ist das erste Bundesland, das eine Kostenbeteiligung für bestimmte Polizeieinsätze eingeführt hat. Die Gebührenpflicht gilt für gewinnorientierte Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern, bei denen „wegen erfahrungsgemäß zu erwartender Gewalthandlungen“ ein größeres Polizeiaufgebot als üblich „vorhersehbar erforderlich“ wird. Bei Fußballspielen sind die ersten 77000 Euro pro Einsatz gebührenfrei, weil dies die normalen Einsatzkosten für ein friedliches Spiel sind, die auch weiterhin aus Steuergeldern finanziert werden.

Der in Rechnung gestellte Mehraufwand umfasst laut Innenbehörde nicht nur Personalkosten, sondern auch die Aufwendungen für die An- und Abfahrt auswärtiger Polizisten sowie für ihre Unterkunft und Verpflegung – einschließlich Hunde- und Pferdefutter.


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