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31.01.2016, 20:49 Uhr WOLFF, REICHMANN, HÄFNER – JETZT KENNEN SIE ALLE

Handballer holen EM-Titel: Eine Generation mit Zukunft

Ein Kommentar von Susanne Fetter


Die deutsche Handballmannschaft feiert ihren Sieg gegen Spanien. Foto: dpaDie deutsche Handballmannschaft feiert ihren Sieg gegen Spanien. Foto: dpa

Osnabrück. Die deutschen Handballer haben in Krakau mit einem sensationellen Finalsieg den Europameistertitel gewonnen. Beim 24:17 zeigte die Auswahl von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gegen den zweimaligen Weltmeister Spanien eine grandiose Teamleistung. So überraschend der Erfolg mit dieser jungen Mannschaft ist, gänzlich aus dem Nichts kommt er nicht.

Andreas Wolff, Tobias Reichmann, Kai Häfner – vor ein paar Wochen kannte die Namen noch kaum einer in Deutschland. Jetzt auf einmal sprechen alle über sie. Weniger über die einzelnen Spieler, mehr die Mannschaft, die sie bilden. Die deutschen Handballer haben bei der EM gezeigt, dass Teamgeist und der Glaube an die eigene Stärke im Sport eben doch manchmal über allem stehen.

Sensationell, aber nicht gänzlich ungeplant

So sensationell der Titeltriumph dieser jungen Truppe auch war nach den Ausfällen beinahe aller Leistungsträger – gänzlich ungeplant kam er nicht. Ähnlich wie im Fußball setzte im deutschen Handball – im Verband und bei den Bundesligisten – vor einiger Zeit ein Umdenken ein: Die konsequente Nachwuchsförderung brachte eine talentierte und hungrige Generation hervor, die der isländische Taktikfuchs Dagur Sigurdsson zu einer starken Truppe formte.

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In Polen zu Gold, zuhause in die Herzen der Fans

Sie spielte sich in Polen zu Gold und zu Hause in die Herzen der Fans, wie es zuletzt den Weltmeistern von 2007 gelang.

Diese Mannschaft stand damals auf dem Zenit ihres Schaffens. Die Europameister von 2016 stehen dagegen ganz am Anfang – die Generation, „bad boys“, die doch eigentlich so sympathisch ist, hat eine Zukunft.

WM 2017 nicht im Free-TV?

Ganz nebenbei hat sie sich die Teilnahmen an den Olympischen Spielen in Rio und der WM 2017 gesichert und damit die Chance, sich weiter in der Weltspitze zu etablieren und Werbung für diese Sportart zu machen. Die Spiele in Polen lockten in Deutschland regelmäßig Millionen Zuschauer vor die Fernsehgeräte. Von der Weltmeisterschaft in Frankreich im nächsten Jahr wollen ARD und ZDF – wie schon von der WM 2015 in Katar – bislang nicht übertragen. Das sollte sich jetzt ändern.

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