zuletzt aktualisiert vor

Kader, Live im TV, Favoriten, Modus Handball-EM 2016 in Polen – Spielplan des Deutschen Teams

Von Sven Mechelhoff

Die deutschen Spieler wollen in Polen überraschen: hier Fabian Wiede und Tobias Reichmann. Foto: imago/foto2pressDie deutschen Spieler wollen in Polen überraschen: hier Fabian Wiede und Tobias Reichmann. Foto: imago/foto2press

Osnabrück. Am 15. Januar beginnt die Handball-Europameisterschaft 2016 in Polen. Für die deutsche Handballnationalmannschaft wird es schwierig: Sie muss bei dem Turnier auf zahlreiche verletzte Stammspieler verzichten. Alle Fakten im Überblick.

Gegen wen spielt Deutschland? In der deutschen Gruppe C spielen Spanien, Schweden und Slowenien. Die deutsche Nationalmannschaft spielt in der Vorrunde an folgenden Tagen:

  • 16.01.2016, 18:30 Uhr – Spanien vs. Deutschland (ZDF)
  • 18.01.2016, 20:30 Uhr – Deutschland vs. Schweden (ARD)
  • 20.01.2016, 17:15 Uhr – Deutschland vs. Slowenien (ZDF)

Die Spiele im TV: Die exklusiven Übertragungsrechte für die EM 2016 und die EM 2018 hat sich nach ZDF-Angaben die Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF, SportA, gesichert. Das bedeutet: Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender werden alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie weitere Turnierhöhepunkte übertragen (Termine: siehe oben). Insgesamt zeigen mehr als 175 Fernsehsender Spiele des Turniers.

Alle Spiele im Livestream:Sportdeutschland.tv , der Online-Sportsender des Deutschen Olympischen Sportbunds, zeigt nach eigenen Angaben alle Spiele des Turniers mit Ausnahme der von ARD und ZDF im Fernsehen übertragenen Auftritte der deutschen Handballer. Zudem stehen sämtliche Begegnungen einschließlich der Spiele des deutschen Teams unmittelbar nach dem Schlusspfiff in der Halle und Ende der Liveübertragungen als Aufzeichnung zum Abruf auf der Website bereit.

Tickets: Bis auf wenige Restkarten sind alle Spiele der Vorrundengruppe C in Breslau ausverkauft. Das gaben die Organisatoren am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Jahrhunderthalle in Breslau fasst 6500 Zuschauer. Für das gesamte Turnier in Polen mit den weiteren Spielorten Krakau, Kattowitz und Danzig sind 80 Prozent der Eintrittskarten im Vorverkauf abgesetzt worden.

Favoriten: An erster Stelle ist Frankreich zu nennen. Der Titelverteidiger hat seine Stärke jüngst beim 36:28-Testspielsieg gegen den Mitfavoriten Dänemark demonstriert. Heißer Anwärter auf den Titel ist auch Polen. Unter dem deutschen Trainer Michael Biegler hat der Gastgeber mit Platz drei bei der WM vor Jahresfrist in Katar unter Beweis gestellt, eine Turniermannschaft zu sein. Auch Kroatien mit Welthandballer Domagoj Duvnjak gehört mit zu den Favoriten - trotz der jüngsten 17:32-Pleite gegen den deutschen Vorrundengegner Slowenien.

Und die Deutschen? Die Mannschaft hat eine extrem schwere Vorrundengruppe erwischt. „Das ist die Todesgruppe, von der man immer redet“, sagte Leistungssportchef Bob Hanning. Allerdings: Sollte es dem jungen deutschen Team gelingen, mit zwei Punkten in die Hauptrunde zu kommen, sind die Chancen auf eine Überraschung groß. „Wir wollen die Leistung von Katar bestätigen“, sagte Torhüter Carsten Lichtlein. Bei der WM hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) Platz sieben belegt.

Spielplan und Modus: 16 Mannschaften haben sich für die Endrunde in Polen qualifiziert. Sie kämpfen in insgesamt 48 Spielen um den Titel. Der Modus ist etwas komplizierter, als es die Zuschauer beispielsweise vom Fußball gewöhnt sind: In der Vorrunde spielen alle Teams in den vier Gruppen nur einmal gegeneinander.

Für die Hauptrunde qualifizieren sich die jeweils besten drei Mannschaften einer Gruppe. Der Gruppenletzte scheidet aus. In der ersten Hauptrundengruppe sind die drei besten der Vorrundengruppen A und B, in der zweiten Hauptrundengruppe die aus C und D. In den Hauptrundengruppen spielt jedes Team gegen die drei Mannschaften aus der jeweils anderen Gruppe. Das heißt: Der erste aus Gruppe A spielt gegen den ersten, zweiten und dritten der Gruppe B, nicht aber erneut gegen den zweiten und dritten aus Gruppe A. Stattdessen werden hier die Ergebnisse aus der Vorrunde mitgenommen. An die Hauptrunde schließen sich das Halbfinale (die jeweils beiden Gruppenbesten), das Finale und die Spiele um die übrigen Plätze an.

Austragungsorte: Die Austragungsorte sind Danzig, Kattowitz, Breslau und Krakau. Die deutschen Vorrundenspiele finden in Breslau statt. Das Endspiel ist am 31. Januar um 17.30 Uhr in Krakau.

Wer spielt für Deutschland? Mit einem Bus sind die deutschen Handballer am Donnerstag zur Europameisterschaft in Polen aufgebrochen. Mit an Bord waren 16 Spieler. Gestrichen aus dem vorläufigen 18er-Aufgebot hat Bundestrainer Dagur Sigurdsson den Gummersbacher Julius Kühn und Kai Häfner aus Hannover. „Kai und Julius sind wie alle anderen gesunden Spieler des 28er-Kaders weiter auf Abruf und könnten im Fall der Fälle sehr kurzfristig zur Nationalmannschaft stoßen“, sagte Teammanager Oliver Roggisch.

Seinen endgültigen 16-köpfigen EM-Kader muss Sigurdsson am Freitag 24 Stunden vor dem Auftaktspiel gegen Spanien bei der Technischen Besprechung melden. Im Laufe des Turniers können bis zu drei Spieler ausgetauscht werden. Dies mus aus dem sogenannten 28er-Kader erfolgen, den der Bundestrainer Mitte Dezember nominiert hatte.

Der 16er-Kader:

  • Tor: Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Andreas Wolff (HSG Wetzlar)
  • Linksaußen: Rune Dahmke (THW Kiel)
  • Rückraum links: Steffen Fäth (HSG Wetzlar), Christian Dissinger (THW Kiel), Finn Lemke (SC Magdeburg)
  • Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Niclas Pieczkowski (TuS N-Lübbecke), Simon Ernst (VfL Gummersbach)
  • Rückraum rechts: Steffen Weinhold (THW Kiel), Fabian Wiede (Füchse Berlin)
  • Rechtsaußen: Johannes Sellin (MT Melsungen), Tobias Reichmann (KS Vive Kielce/Polen)
  • Kreis: Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf)

(mit dpa)